Herzmuskelentzündung erkennen: Symptome und Diagnostik
Wie Sie eine Herzmuskelentzündung erkennen
Ziel dieses Ratgebers ist es, Sie zu sensibilisieren, damit Sie eine Herzmuskelentzündung erkennen, wenn sie vorliegt. Die sogenannte Myokarditis ist nicht zu unterschätzen, obwohl sie meist unkompliziert erscheint. Eine Früherkennung ist wichtig, doch nicht immer ganz leicht. Eine Herzmuskelentzündung geht nicht selten mit einer einfachen Erkältung einher. Daher ist Aufmerksamkeit gefragt.
Eine Herzmuskelentzündung wird meist durch Viren verursacht. Doch auch Medikamente, toxische Substanzen, Bakterien oder Parasiten können verantwortlich sein. ist zusätzlich zum Herzmuskel auch noch der Herzbeutel betroffen, ist die Rede von einer Perimyokarditis. Sind Viren die Ursache, wird dies mittels einer Biopsie festgestellt.
Symptomatik einer Herzmuskelentzündung
Die größte Risikogruppe für Myokarditis stellen Leistungssportler dar. Nach einem durchgestandenen Infekt lassen sie Ihrem Organismus und somit dem Herzen nicht ausreichend Zeit, sich zu erholen und beginnen wieder viel zu früh mit dem Training. Die Todesrate liegt bei ca. 5 % bei den jungen Sportlern. Weitere Symptome sind:
Starkes Schwitzen
Ist eine Herzmuskelentzündung akut, kommt es häufig zu Schweißausbrüchen. Gefährlich ist vor allem das nächtliche Schwitzen in Verbindung mit Fieber. Kommen innere Unruhe sowie Angst hinzu, wird eine Myokarditis umso wahrscheinlicher. Ab sofort ist Vorsicht geboten! Suchen Sie einen Arzt auf! Ein einfaches EKG klärt ab, ob Sie an einer Herzmuskelentzündung leiden.
Klassische Brustschmerzen
Klassisch für die nächtlichen Schwitzattacken sind Brustschmerzen bei einer Myokarditis. Die Betroffenen bekommen Angst, was nur allzu verständlich ist. Diese Brustschmerzen werden als drückend oder stechend beschrieben und können bis in den Bauchraum oder die Schulter ausstrahlen (beides ist eher selten der Fall).
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Störungen im Herz-Rhythmus
Stichwörtlich aus dem Takt gerät das Herz, wenn es bei einer Herzmuskelentzündung keine Ruhe findet und der körperliche Stress zu groß wird. Das dabei entstehende Gefühl wird von betroffenen Patienten als Herzstolpern oder allgemeine Rhythmusstörungen beschrieben. Etwa 15 % aller Fälle berichten davon. Weiterhin ist eine Frequenz von mehr als 100 Schlägen/Min. nicht mehr als Ruhepuls zu bezeichnen, was ebenfalls auf eine Herzmuskelentzündung hinweisen kann.
Herzschwäche
Die Aufgabe des Herzens besteht darin, rund um die Uhr das Blut in den gesamten Körper zu pumpen. Ein durch eine Myokarditis geschwächtes Herz ist in seiner Leistung beeinträchtigt. Die logische Folge ist eine Herzschwäche. Ebenfalls schwächelt das Herz aufgrund einer tiefsitzenden körperlichen Erschöpfung, was ggf. Durchblutungsstörungen und andere Kreislaufstörungen zur Folge hat.
Atemnot
Mehr als die Hälfte der von Myokarditis betroffenen Patienten erleiden zuvor eine Atemwegserkrankung in Form einer Grippe oder Erkältung. Daraus ergibt sich als eines der häufigsten Symptome bei einer Herzmuskelentzündung die Atemnot. Schon ohne körperliche Anstrengung fällt das Atmen schwer, die zusätzliche Erkrankung sorgt für eine wesentliche Verstärkung der Atemproblematik. Die Folge sind verständlicherweise akute Angstzustände.
Gewichtsverlust
Die reduzierte Pumptätigkeit des Herzens führt zu einem gestörten Stoffwechsel. Nährstoffe werden nicht mehr optimal verstoffwechselt, was oftmals einen massiven Gewichtsverlust zur Folge hat.
Rasches Handeln ist angesagt
Bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung dürfen Sie nicht lange zögern. Lassen Sie sich jedoch nicht von der Angst treiben, sondern bleiben Sie ruhig. Die Symptomatik könnte sich sonst verschlimmern. Atmen Sie tief und gleichmäßig – gönnen Sie sich Ruhe. Klären Sie die folgenden Punkte ab:
- Sofern Sie krank sind, beobachten Sie, ob Atemnot und Brustschmerzen Ihnen zu schaffen machen. Ein deutliches Alarmsignal sind Fieber und Herzrhythmusstörungen. Der Gang zum Kardiologen ist hierbei ein absolutes Muss.
- Gönnen Sie sich viel Ruhe, sofern Sie krank sind (wenn Sie gesund sind, schadet sie auch nicht). Heilen Sie Erkrankungen vollständig aus und werden Sie nicht frühzeitig wieder aktiv. Auch hier verschafft der Arzt Ihnen Sicherheit.
- Stärken Sie Ihr Immunsystem. So bekommen Sie jede Art von Infektion am besten und schnellsten in den Griff. Achten Sie dabei auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung (viel Fett und Zucker gehören nicht dazu). Ein gesundes Immunsystem hält die Ausbreitung von Krankheiten in Grenzen und lässt sie schnell wieder abheilen. Je weniger Ihr Herz zu tun hat und je stabiler Ihr Kreislauf ist, umso schneller sind Sie wieder gesund. Achten Sie daher auf Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die finden Sie jedoch nicht in Fertigprodukten und Süßigkeiten.
- Sehen Sie bei einer bestehenden Herzmuskelentzündung von jeglicher sportlichen Betätigung ab. Ihr Herz braucht Ruhe – da kann auch ein flotter Spaziergang zu anstrengend sein. Allenfalls langsames Gehen ist erlaubt, das Ihren Puls noch im Ruhebereich hält. Andere körperliche Anstrengungen oder gar Ausdauersport sind tabu. Grünes Licht für all diese Aktivitäten gibt der Arzt nach vollständiger Ausheilung.
- Nehmen Sie diese Ratschläge nicht auf die leichte Schulter. Eine Myokarditis ist eine ernsthafte Sache. Ein gesundes Herz schlägt kräftig und wird auch bei starker körperlicher Anstrengung nicht aus dem Takt gebracht. Ist es durch Krankheitserreger geschwächt, können die Folgen einer übermäßigen Anstrengung im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen (denken Sie an die jungen Leistungssportler).
Video: Herzmuskelentzündung – Das Risiko
Am Ende wieder leistungsfähig
Ein gesundes Herz pumpt minütlich literweise Blut in den Körper. Es schlägt dabei kräftig und gleichmäßig. Nimmt die Belastung zu, stellt sich das Herz darauf ein und erhöht seine Leistung ohne Probleme. So ist es beim gesunden Menschen.
Schon nach wenigen Minuten der Entlastung beruhigen sich auch der erhöhte Puls und die Atemfrequenz. Solche Höchstleistungen kann jedoch nur ein gesundes Herz leisten. Ist es durch eine Herzmuskelentzündung geschwächt, ist schon die Pumptätigkeit im Ruhezustand eine Höchstleistung für unseren wichtigsten Muskel.
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Weitere Belastung sollte daher vermieden werden. Eine Myokarditis gehört in jedem Fall in die Hände eines kundigen Kardiologen, der mittels EKG Verlauf und Stand der Krankheit verfolgen kann. Er gibt grünes Licht, wenn die Erkrankung überstanden ist. Patienten, die sich nicht an die ärztlichen Vorgaben richten, drohen schlimme Folgen bis hin zum Tod.
Daher ist auch eine Erkältung nicht ausschließlich als harmlos und lästig hinzunehmen, sondern sie bedarf einer genauen Beobachtung. Harmlose Erkrankungen gibt es nicht; stets gibt es Symptome, die darauf hinweisen, dass im Körper etwas nicht in Ordnung ist. Viele tote Sportler, die viel zu früh ihr Training fortgesetzt und die Erkältung als harmlos abgetan haben, zeugen davon.
Es muss im Verlauf nicht zwangsläufig zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Allerdings sollten Sie aufmerksam sein und beim geringsten Verdacht zumindest den Hausarzt aufsuchen. Unregelmäßigkeiten kann er bereits mit einem einfachen EKG feststellen. Nötigenfalls überweist er Sie an einen Kardiologen.
Quellen und weiterführende Informationen
Myokarditis nach einem Infekt nicht übersehen
Eine Herzmuskelentzündung kann still verlaufen oder sich durch ungewöhnliche Erschöpfung, Brustschmerz, Luftnot, Herzstolpern und schnellen Puls bemerkbar machen. Verdächtig ist, wenn diese Beschwerden während oder kurz nach einem Infekt auftreten und die gewohnte Belastbarkeit deutlich einbricht.
Die wichtigsten Fakten
- Viren sind häufige Auslöser, doch auch Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Drogen und andere Ursachen kommen infrage.
- Abhören und Symptome allein sichern die Diagnose nicht.
- EKG, Blutwerte, Herzultraschall und Herz-MRT liefern je nach Situation wichtige Bausteine.
- Körperliche Schonung ist in der akuten Phase zentral; Sport trotz Verdacht kann gefährlich sein.
Wie eine Herzmuskelentzündung festgestellt wird
Die Diagnostik richtet sich nach Beschwerden und Schweregrad. Ein EKG zeigt Rhythmus und elektrische Veränderungen, Troponin kann Herzmuskelzellschaden anzeigen, Ultraschall prüft Pumpfunktion und Herzbeutel. Das Herz-MRT kann Entzündung und Narben sichtbar machen. Eine Gewebeprobe ist besonderen Situationen vorbehalten.
Sportpause ist Therapie, keine Vorsichtsfloskel
Bei bestätigter akuter Myokarditis muss das Herz vor Überlastung geschützt werden. Wie lange Sport pausiert und wann Belastung wieder aufgebaut werden darf, entscheidet die Kardiologie anhand von Beschwerden, EKG, Pumpfunktion, Labor und Rhythmusdiagnostik. Ein fester Zeitraum aus dem Internet ersetzt diese Kontrollen nicht.
Was Sie selbst tun können
- Bei verdächtigen Beschwerden Sport sofort pausieren.
- Infekt, Medikamente, Leistungsabfall und Herzsymptome genau schildern.
- Kontrolltermine und Belastungsfreigabe einhalten.
- Alkohol, Drogen und eigenmächtige Trainingsversuche vermeiden.
Geprüfte Quelle: gesund.bund.de: Akute Herzmuskelentzündung.
Häufige Fragen
Wie merkt man eine Herzmuskelentzündung?
Möglich sind ungewöhnliche Müdigkeit, Leistungsabfall, Brustschmerz, Luftnot, Herzstolpern, schneller Puls oder Ohnmacht – oft während oder nach einem Infekt.
Kann man Myokarditis am Blutbild erkennen?
Blutwerte wie Troponin können Hinweise geben, reichen allein aber nicht. EKG, Ultraschall und häufig Herz-MRT werden je nach Verdacht kombiniert.
Darf man nach einem Infekt wieder Sport machen?
Erst wenn Fieber und deutliche Beschwerden abgeklungen sind. Bei Brustschmerz, Herzstolpern, Luftnot oder ungewöhnlichem Leistungsabfall muss vor dem Wiedereinstieg ärztlich abgeklärt werden.
Heilt eine Herzmuskelentzündung vollständig aus?
Viele milde Verläufe heilen aus. Bei einem Teil bleiben Rhythmusstörungen oder Herzschwäche; deshalb sind Schonung und Nachkontrollen wichtig.
