Knie knirscht- Knorpelschaden im Kniegelenk

Sobald das Knie knirscht beim Treppensteigen oder Hinknien hört, sollte man diese Art des Geräusches nicht ignorieren. Etwa 2,5 Millionen Deutsche leiden an einem Knorpelschaden im Kniegelenk. Doch viele fragen sich, ob man direkt zum Arzt gehen sollte, sobald man ein Knirschen wahrnimmt, oder mag es etwas Harmloses sein? Dies wird nun erläutert.

Mögliche Ursachen für das Knirschen

Ober- und Unterschenkelknochen treffen im Knie aufeinander. Damit die Knochen aber nicht aneinander reiben, ist das Kniegelenk mit Knorpelgewebe überzogen. Dieses ist biegungselastisch, sodass die Gelenkflächen reibungslos aneinander gleiten.

Das Knie ist das am stärksten belastete und komplexeste Gelenk am Körper, denn es trägt unser komplettes Körpergewicht und ist dabei stets in Bewegung. Aufgrund der täglichen Nutzung beim Gehen, Stehen, Treppensteigen oder Hocken sind die Abnutzungen des Knorpels und der Knochen vorprogrammiert. Somit sind nicht nur Sportler, sondern alle Menschen, egal ob Jung oder Alt, hierfür anfällig sind.

Im Prinzip ist unsere Oberschenkelmuskulatur stark genug, um für eine gute Stabilität der Kniescheibe zu sorgen. So kann man davon ausgehen, dass bei einigen eine kurzfristige Störung der Bewegungsabläufe vorliegt. Diese wiederum kann ein Knacken respektive Knirschen auslösen. Werden also diese Geräusche zum ersten Mal wahrgenommen, so braucht man sich zunächst nicht zu sorgen.

Somit ist ein einmaliges Knirschen im Knie kein Anzeichen dafür, dass die Gleitlager der Kniescheibe komplett abgenutzt sind.

Die Kniescheibe soll bei der Bewegung in ihrer entsprechenden Gleitrinne bleiben, dafür ist der Kniestreckautomat verantwortlich. Kommt es aber zu einem Knirschen des Knies, so ist unsere Oberschenkelmuskulatur in jenem Moment zu schwach, um für die Stabilität der Kniescheibe zu sorgen. Besonders Frauen sind von einer schwächeren Oberschenkelmuskulatur betroffen. Bei Übergewichtigen ist das höhere Gewicht das Entscheidende für Knieprobleme, außerdem kommt es hier eher zum Verschleiß des Gelenkes.

Auch wenn jemand unter den Fehlstellung der X- oder O-Beinen leidet, bekommt öfters das Knie zu hören, denn die Kniescheibe kann sich nicht richtig zentrieren.

Das Knacken des Knies kann ebenfalls nach Kniegelenkoperationen auftreten, da sich die Muskulatur durch die mangelnde Bewegung zurückbildet und so schwächer wird.

Unter anderem kann auch zu intensiver Sport eine Überbelastung des Kniegelenkes hervorrufen. Das gleiche gilt auch die Fehlhaltung des gesunden Beines, während das andere erkrankt ist.

Weiterhin kann ein Knirschen im Knie durch sogenannte Lufteinschlüsse ausgelöst werden. Luftbläschen bilden sich in der Knorpelmasse des Knies und sobald dieses in Bewegung gesetzt wird, platzen die Bläschen. Aber auch das ist nicht weiter bedenklich.

Außerdem kann das Knie durch alte verheilte Verletzungen zum Knacken gebracht werden, wenn beispielsweise der Meniskus irgendwann mal in die Mitleidenschaft gezogen worden ist oder die Bänder einstmals verletzt waren. Dies kann durch eine kurzfristige Überlastung verursacht werden.

Gefährlichkeit des Knirschens

Wie eben aufgezeigt, gibt es einige Ursachen für das Knirschen im Knie, die aber im ersten Moment nicht weiter bedenklich sind. Sollte das Knie aber öfter knirschen oder gar mit Schmerzen einhergehen, so ist das meist ein Anzeichen für eine Erkrankung. Das sollte auf keinen Fall ignoriert, sondern untersucht werden. Das Beginnt bereits mit den Fehlstellungen der Beine, sie zu stark ausgeprägt sind.

Hinzukommt, dass es nicht gut ist, wenn die Kniescheibe über einen längeren Zeitraum an die Gleitrinne gedrückt wird. Auch eine dauerhafte Verletzung des Knorpels sollte nicht unterschätzt werden, denn hier entsteht das Knirschen durch das Abreiben der Knochen und Knorpel im Kniegelenk. Wird dies von Schmerzen begleitet, so könnte gar Arthrose vorliegen.

Mag sein, dass beim einmaligen Knirschen dieses noch harmlos ist, jedoch bei Regelmäßigkeit sollte dies von einem Facharzt untersucht werden.

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Selbstdiagnose

Man sollte sich dessen bewusst sein, dass Knacken und Knirschen zwei unterschiedliche Terminologien sind, denn Knacken ist im Vergleich zu Knirschen noch recht harmlos. Außerdem kann sich aus dem Knacken heraus kein Knirschen entwickeln. Die Regel ist also, dass das Knirschen immer krankhaft ist und deshalb sollten seine Ursachen von einem Facharzt geklärt werden. Allerdings gibt es einen Praxistipp von den Fachärzten, um in der Selbstdiagnostik feststellen zu können, ob es sich ums Knirschen handelt:

  • Platzieren Sie einen Stuhl und setzen Sie sich darauf
  • Legen Sie eine Hand auf das betreffende Knie
  • Strecken und beugen Sie nun aktiv Ihr Gelenk, die Hand bleibt während der Prozedur liegen
  • Horchen und fühlen Sie genau hin, ob ein reibendes Gefühl in der Kniescheibe einhergeht oder das Knirschen deutlich zu hören ist
  • Trifft das zu, ist ein Arztbesuch unabdingbar

Grad des Knorpelschadens abklären

Der Arzt überprüft durch das Verschieben und Bewegen des Knies die Schmerzempfindlichkeit. Hinzukommt, dass er über eine Kniespiegelung (Arthroskopie), Röntgenbilder, Ultraschalluntersuchung oder eine Magnet-Resonanz-Tomographie-Aufnahme (MRT) den Grad der Abnutzung feststellen kann oder herausfinden kann, ob eine Arthrose vorliegt.

Dabei werden vier Verschleiß-Stufen unterteilt:

Stufe 1: Verfärbung und Erweichung des Knorpels

Stufe 2: Einrisse im Knorpel

Stufe 3: durchgehende Knorpelschäden bis auf die Knochenhaut

Stufe 4: fehlender Knorpel und freiliegenden Knochenstellen

Als Chondropathie werden die Veränderungen des Knorpelgewebes bezeichnet.

Transplantation und Therapiemöglichkeiten

Bei heftigen und starken Schmerzen hilft zunächst das Kühlen des Knies. Sobald die Stufe des Knorpelschadens durch einen Orthopäden geklärt worden ist, erfolgt die Behandlung, die meist eine Operation einschließt. Eine Glättung des beschädigten Knorpels ist durch einen kleinen Eingriff gegeben, gleichzeitig können auch störende Stücke direkt entfernt werden.

Große Eingriffe sehen dagegen Knorpeltransplantationen vor. Hierfür wird im Labor ein körpereigener Knorpel vermehrt. Wird so ein Eingriff durchgeführt, folgen danach noch einige Nachbehandlungen wie Physiotherapie, um Muskulatur und Bänder zur Unterstützung des Knies zu stärken. Doch bevor man sich einer Therapie aussetzt, muss das Knie an die sechs Wochen entlastet werden.

Bevor man sich gleich verrückt macht und sich fragt, ob man sich wegen des Knirschens unters Messer legen muss, sei gesagt, dass in vielen Fällen bereits eine therapeutische Behandlung zum Muskelaufbau ausreicht, aber auch das muss in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden. Denn wer seit mehreren Jahrzehnten das Problem mit Knie vor sich herschiebt, wird wahrscheinlich nicht um eine Operation kommen.

Mit Arthrose kommt meist auf eine Stoffwechselerkrankung dazu, die mit einer gezielten Ernährungsumstellung als Unterstützung gemindert werden kann. Ein weiterer Auslöser kann auch das Übergewicht sein, wodurch man sich über eine Gewichtsabnahme Gedanken machen sollte. Schwimmen kann dabei unter anderem helfen und ist noch eine gelenkschonende Möglichkeit die Muskulatur zu stärken. Das wird im Fall einer Arthrose entgegenwirken.

Im Falle der Fehleinstellung der X- oder O-Beine sollte ein Arzt hinzugezogen werden, denn unter Umständen wird hier nur eine Operation helfen, in der man eine Korrekturosteotomie durchführt.

Sollte der Meniskus eingeklemmt sein, so wird dies mit der Gelenkspiegelung gelöst. Dabei handelt es sich um eine Operation, in der der Meniskus entweder fixiert oder das eingeklemmte Stück entfernt wird. Wenn der Meniskus allerdings gerissen ist, so ist dies eine schwerwiegende Erkrankung und man kommt um einen komplexeren Eingriff nicht herum.

Video: Knie knirscht – Was hilft gegen die Schmerzen

Fazit

Man braucht sich nicht gleich zu sorgen, dass nach einem Knirschen unweigerlich eine Operation kommt. Allerdings sollte man bereits vorab auf seine Knie achtgeben. Unsere Beine tragen uns zwar durch das Leben, doch die Knie sorgen dafür, dass unsere Oder- und Unterschenkelknochen nicht einander gleiten, somit tragen sie ebenfalls unser Gewicht.

Apropos Gewicht, um unseren Knien wiederum die Arbeit nicht zu erschweren, sollten wir auf unser Gewicht achten, uns zwar sportlich zu betätigen, doch stets darauf achten, dass die Knie nicht überlastet werden. Ein gesunder Lebensstil hilft von Beginn an, seltsames Knacken und Knirschen im Knie vorzubeugen. Sollte wider Erwarten eine Erkrankung im Knie vorliegen, so sollte man sich nicht genieren und zum Arzt gehen. Besonders in den Anfangsstadien kann durch gezielten Muskelaufbau oder orthopädische Schuheinlagen dem Knirschen entgegengewirkt werden.

Der beste Schutz vor Knieverletzungen und -verschleiß ist tatsächlich eine starke Oberschenkelmuskulatur und das kann man gut durch das Radfahren und Schwimmen, wegen des be- und entlastenden Bewegungsablaufs, erreichen. Vorbeugung ist also wichtig, wenn man bedenkt, dass die Knie uns noch viele Jahre an unterschiedlichste Orte bringen sollen.

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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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