Schmerzen in der Leiste

Ursachen, Symptome und Behandlung

Schmerzen in der Leiste müssen nicht immer gleich zwingend mit einem Leistenbruch in Zusammenhang stehen. Zwischen dem 45. und dem 65. Lebensjahr kommt dieser aber dennoch recht häufig vor und meist muss dann ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Woher können Schmerzen in der Leiste noch kommen?

Eine Vielzahl von Auslöser können Schmerzen in der Leiste verursachen. Kommt es zu einem stechenden, wie scharfen Schmerz, der bis in den Oberschenkel ausstrahlt, muss dies nicht unbedingt mit der Leiste zu tun haben, sondern kann ebenso mit Hüftproblemen in Zusammenhang stehen.

Zeigen sich in der Leistengegend hingegen dumpfe Schmerzen, die sich oftmals beim Treppensteigen bemerkbar machen, könnte dies mit einem Knorpelschaden im Hüftgelenk in Verbindung gebracht werden. Ebenso verursachen aber auch Gelenkerkrankungen vor allem bei Belastungen oftmals schmerzhafte Qualen. Gerade ältere Menschen haben häufig mit einer Arthrose im Hüftgelenk zu kämpfen.

Diese Form des Gelenkverschleißes führt ebenfalls zu Schmerzen in der Leiste. Werden die schmerzhaften Qualen außerdem jeden Tag schlimmer, kann dies auch auf eine Hüftgelenksentzündung hindeuten.

Weitere mögliche Auslöser für Leistenschmerzen können sein:

  • Schäden der Nerven
  • Probleme mit den Muskeln
  • Harnorganerkrankungen, wie Harnsteinleiden
  • Lymphknotenschwellungen ausgelöst durch Infektionen oder in seltenen Fällen durch Tumore
  • Geschlechtsorganerkrankungen, wie Entzündungen der Nebenhoden oder eine Eileiterschwangerschaft
  • Beckenringlockerung bei Schwangeren

Zwischen Unterleib, Hüfte, sowie Oberschenkel befindet sich die Leiste. Hier treffen sich gleich mehrere anatomische Strukturen. Kommt es demnach in diesem Bereich zu Schmerzen, stellt sich meist die Frage, ob die Beschwerden nun vom Unterbauch, den Oberschenkeln, der Hüfte oder doch von der Leiste kommen. Sorgen Schmerzen in der Leiste für Beschwerden, ist es daher immer ratsam einen Mediziner aufzusuchen. Mit einem geschulten Blick und/oder bildgebenden Verfahren, wie Röntgen oder Ultraschall lässt sich die Ursache meist recht zügig herausfinden.

Was ist eine weiche Leiste bzw. eine Sportlerleiste?

Kommt es bei starken Belastungen zu Schmerzen in der Leiste kann dies auch an einer Leistenschwäche bzw. an einer „weichen“ instabilen Leiste liegen. Experten bezeichnen dies auch gerne als Sportlerleiste, denn vor allem Rugby- und Fußballspieler leiden nicht selten darunter. Zügige abrupte Richtungswechsel und Ballschüsse mit nach außen gedrehtem Bein können hier die Muskeln im Leistenbereich stark belasten und es kann sogar zu kleineren Rissen kommen.

Durch ein gezieltes Training lassen sich die Muskeln in Leiste und Becken, in Form einer Physiotherapie, aber stärken. Leiden Betroffene hier an extrem starken, schmerzhaften Qualen kann aber ebenso eine Operation helfen. So kann hier die Bauchdecke mit Netzen aus Kunststoff stabilisiert werden. Kommt es hingegen zu keinerlei Gegenmaßnahmen kann dies am Ende zu einem Leistenbruch führen.

Wie sehen die Symptome eines Leistenbruchs aus und wie wird dieser behandelt?

Eine Schwachstelle des menschlichen Körpers ist die Leiste. Steigt der Innendruck im Bauchraum durch Heben schwerer Gegenstände, Sport, Pressen beim Toilettengang, Husten, Niesen oder während einer Schwangerschaft stark an, kann es zu einem Leistenbruch kommen. Eingeweideteile können sich jetzt unterhalb der Leiste hervorwölben.

Da die Organe aber weiterhin vom Bauchfell ummantelt werden, können diese aber nicht herausfallen. Die Wölbung lässt sich jetzt allerdings von außen erfühlen und wird beim Pressen sogar sichtbar. Da diese Ausstülpung wie ein Sack aussieht, bezeichnen Mediziner dies auch als Bruchsack. In der Regel tritt ein Leistenbruch außerdem stets nur auf einer Seite auf. Nur in seltenen Fällen ist dieser beidseitig.

In vielen Fällen führt ein Leistenbruch nicht zu Schmerzen in der Leiste. Erkennen, lässt sich dieser durch eine Vorwölbung in der Leiste. Dennoch können aber ebenso ziehende Schmerzen auftreten, die sich oftmals beim Husten oder Niesen bemerkbar machen.

Liegt hingegen ein Leistenbruch vor, der mit starken Schmerzen in Zusammenhang steht, ist dies immer ein Warnsignal. So kann hier die Gefahr bestehen, dass die Nerven oder die Blutgefäße im Bruch eingeklemmt sind, so dass die Organe im Bruchsack nicht mehr ausreichend mit Nährstoffe, sowie Blut versorgt werden können. In diesem Fall ist ein operativer Eingriff nötig.

Wie wird ein Leistenbruch behandelt?

Da sich der Bruch in diesem Fall nicht von alleine zurückbildet, ist hier eine Operation nötig. In der Regel ist dieser Eingriff auch ohne Vollnarkose möglich. Für junge Patienten, sowie kleinen Rissen in der Leiste kommt meist die Operationsmethode nach Shouldice zum Einsatz.

Hier tätigt der Chirurg einen kleinen Schnitt in der Leiste, verschiebt anschließend die Organe wieder an die richtige Stelle und verschließt die Leiste am Ende mit körpereigenem Bindegewebe. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sich die Patienten im Anschluss meist mindestens acht Wochen erholen müssen. Nach der Operation verschwinden aber die Schmerzen in der Leiste meist sofort.

Eine andere Methode ist die Operation nach Lichtenstein. Hier geht der Chirurg ähnlich, wie bei der oben genannten Methode vor. Allerdings kommt hier anstatt des körpereigenen Bindegewebes ein Kunststoffnetz zum Einsatz. Die Betroffenen erholen sich nach dem Eingriff schneller, so dass vor allem ältere Menschen mit einem Leistenbruch auf diese Weise behandelt werden.

Ganz egal, welche Methode hier bei einem Leistenbruch gewählt wird, in beiden Fällen sind die Schmerzen in der Leiste nach der OP meist überstanden.

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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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