Von Blutdruck bis Testosteron: Diese Gesundheitswerte sollten Männer beobachten
Messbare Werte wie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Nierenfunktion und Körpergewicht geben wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand. Bei Männern kommen weitere Faktoren hinzu, etwa Testosteron und sexuelle Funktion.
Wer die folgenden Werte regelmäßig kontrolliert, kann gesundheitliche Veränderungen früh erkennen.
Blutdruck: ein wichtiger Marker für Herz und Gefäße
Ein zu hoher Blutdruck verursacht oft über Jahre keine Beschwerden, belastet aber das Herz, die Gefäße und die Nieren. Laut Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften gilt ein Blutdruck ab 90/140 mmHg als Hypertonie. Werte über 80/130 mmHg gelten als erhöht.
Laufende Messungen zu Hause mit einem passenden Blutdruckmessgerät sind sinnvoll. Vor der Messung empfiehlt sich eine kurze Ruhephase. Notieren Sie die Messwerte regelmäßig.
Neben dem Blutdruck spielen Bewegung, Körpergewicht, Ernährung, Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen eine wichtige Rolle, um das Herz-Kreislauf-System gesund zu erhalten.
Cholesterin: Arteriosklerose rechtzeitig erkennen
Je nach persönlichem Herz-Kreislauf-Risiko gelten für das Cholesterin unterschiedliche Zielwerte.
Deshalb sollte ein Arzt den LDL-Wert immer im Zusammenhang mit weiteren Faktoren beurteilen. Dazu gehören Alter, Blutdruck, Diabetes, familiäre Vorbelastungen und bereits bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
HDL-Cholesterin und Triglyceride liefern zusätzliche Informationen. Ein vollständiges Lipidprofil ist aussagekräftiger als die Betrachtung eines einzelnen Cholesterinwerts.
Blutzucker: Indikator für Diabetes
Mit zunehmendem Alter steigt bei vielen Männern das Risiko für Typ-2-Diabetes. Übergewicht, Bewegungsmangel und eine familiäre Belastung können das Risiko zusätzlich erhöhen.
Eine einfache Blutuntersuchung kann Hinweise auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels liefern. Neben dem Nüchternblutzucker kommt dafür insbesondere der HbA1c-Wert infrage. Er gibt einen Hinweis auf die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der vergangenen Wochen und Monate.
Unbehandelter Diabetes kann Blutgefäße, Nerven, Augen und Nieren schädigen.
Körpergewicht und Bauchumfang
Der Body-Mass-Index (BMI) bietet eine einfache Möglichkeit, das Körpergewicht grob einzuordnen. Für die individuelle Beurteilung reicht er allerdings nicht aus. Muskelmasse und Fettverteilung können den Wert erheblich beeinflussen.
Auch der Bauchumfang kann interessante Hinweise liefern. Besonders Fett im Bauchraum steht mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung.
Wichtiger als einzelne Werte ist die langfristige Entwicklung des Gewichts.
Nierenfunktion: ein unterschätzter Wert
Die Nieren arbeiten weitgehend unbemerkt. Eine Blutuntersuchung kann wichtige Hinweise auf ihre Funktion liefern. Ärzte betrachten dafür unter anderem das Kreatinin und die daraus berechnete geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR).
Auch der Urin liefert wichtige Informationen. Albumin im Urin kann beispielsweise auf eine Schädigung der Nieren hinweisen.
Hoher Blutdruck und Diabetes gehören zu den wichtigen Risikofaktoren für chronische Nierenerkrankungen. Umgekehrt können Nierenprobleme den Blutdruck beeinflussen. Deshalb lohnt sich eine gemeinsame Betrachtung dieser Bereiche.
Testosteron: Wann eine Messung sinnvoll ist
Testosteron ist das wichtigste Hormon für die sexuelle Funktion des Mannes. Der Testosteronspiegel verändert sich im Laufe des Lebens und kann auch innerhalb eines Tages schwanken.
Eine routinemäßige Bestimmung des Testosterons ohne Beschwerden ist deshalb nicht immer sinnvoll. Interessant wird eine Untersuchung, wenn typische Symptome eines Testosteronmangels wie eine deutlich verringerte sexuelle Lust, Erektionsprobleme, Müdigkeit oder eine Abnahme der Muskelkraft auftreten.
Ein niedriger Messwert reicht allerdings nicht für die Diagnose eines Testosteronmangels. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie empfiehlt eine Testosterontherapie nur dann, wenn sowohl Beschwerden als auch Laborbefunde auf einen Mangel hinweisen. Während einer solchen Behandlung sollten Ärzte unter anderem Blutbild, Leberfunktion und Blutfette kontrollieren.
Erektionsfähigkeit als Gesundheitsindikator
Auch die sexuelle Funktion gibt Hinweise auf die allgemeine Gesundheit. Eine Erektion hängt unter anderem von einer ausreichenden Durchblutung und einer funktionierenden Regulierung der Gefäße ab. Deshalb hängen Erektionsprobleme neben psychischen oder hormonellen Ursachen auch oft mit Herz-Kreislauf-Risikofaktoren zusammen.
Bei neu auftretenden oder anhaltenden Erektionsproblemen lohnt sich eine medizinische Abklärung. Dabei können Blutdruck, Blutfette, Blutzucker und Testosteron eine Rolle spielen.
Bei einer diagnostizierten erektilen Dysfunktion kann ein Arzt einen PDE-5-Hemmer wie die bekannten Medikamente Viagra und Cialis verschreiben. Sie unterstützen die Durchblutung des Penis bei sexueller Erregung. Obwohl sie normalerweise gut vertragen werden, gibt es Nebenwirkungen und Kontraindikationen. Häufige Nebenwirkungen von Viagra sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung und Verdauungsbeschwerden.
Der Gesamteindruck ist wichtiger als einzelne Werte
Männer müssen nicht jeden denkbaren Gesundheitswert ständig kontrollieren. Sinnvoller ist ein systematischer Blick auf die wichtigsten Risikofaktoren: Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Körpergewicht, Nierenfunktion, Testosteron und sexuelle Funktion. Wer sich außerdem ausgewogen ernährt und regelmäßig bewegt, schafft gute Voraussetzungen, um langfristig gesund zu bleiben.
