Sodbrennen: Ursachen, Hilfe und Warnzeichen
Etwa jeder fünfte Deutsche leidet unter Sodbrennen. Zu den häufigsten Ursachen zählt eine Refluxerkrankung sowie die falsche Ernährung. Brennende Schmerzen vom Oberbauch bis in den Rachen sind typische Anzeichen für Sodbrennen.
Sodbrennen – was ist das eigentlich?
Sodbrennen ist ein typisches Symptom für die sogenannte Refluxkrankheit. Die Speiseröhre transportiert die verzehrte Nahrung vom Mund bis in den Magen. Dort beginnt die Produktion von Salzsäure. Diese hat den Zweck, die Nahrungsbestandteile zu verdauen und tötet zugleich gefährliche Krankheitserreger ab.
Den Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre verhindert ein ringförmig angeordneter Schließmuskel. Ist dieser in seiner Funktion gestört, entsteht Sodbrennen.
Solche Fehlfunktionen können durch eine Vielzahl von Ereignissen hervorgerufen werden. Darunter zählt beispielsweise die falsche Ernährung, der Gebrauch von Medikamenten sowie Stress.
Stress verursacht Sodbrennen
Jeder Mensch ist zeitweise gestresst. Gefährlich wird es, wenn sich Stress zu einem festen Bestandteil des Alltags entwickelt. Ursächlich ist oft eine belastende Arbeitssituation oder private beziehungsweise soziale Herausforderungen, die die betreffende Person an ihre Belastungsgrenze bringen. Darüber hinaus sind neben Sodbrennen unter Umständen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout die Folge.
Infolge von Stress werden Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um Stresshormone. Der Körper wird auf eine vermeintliche Gefahrensituation vorbereitet und reagiert mit der verstärkten Versorgung des Gehirns und der Muskeln mit Blut und Sauerstoff. Der gesteigerte Energiebedarf führt zu einer Verlangsamung der Verdauung. Die Speisereste verbleiben lange Zeit im Magen, wodurch sich ein Zuviel an Magensäure ansammelt. Wenn diese in die Speiseröhre gelangt, entsteht Sodbrennen.
Sodbrennen durch die richtige Ernährung verhindern
Person, die insbesondere nach dem Essen an Sodbrennen leiden, sollten ihren Essgewohnheiten besondere Aufmerksamkeit schenken. Trotz, dass jeder Mensch einzigartig ist, reagiert der Körper oft gleich auf bestimmte Lebensmittel oder Diäten. Daher ist die richtige Ernährung bei Sodbrennen besonders wichtig. Besonders riskant sind fettige und stark gewürzte Speisen. Diese sollten nicht oft auf dem Speiseplan stehen.
Auch kohlensäurehaltige Getränke und Kaffee sind bei Sodbrennen nicht förderlich. Der Grund hierfür liegt darin, dass die genannten Flüssigkeiten die Muskulatur und somit den ringförmigen Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre entspannen. Dadurch ist dieser nicht mehr imstande, die Magensäure zurückzuhalten.
Darüber hinaus sollten selbst vermeintlich gesunde Getränke wie beispielsweise Säfte und Früchtetees vermieden werden. Selbiges gilt für Süßigkeiten und Fertiggerichte sowie fettige Fleisch- und Wurstwaren.
Nur wenigen Menschen ist die Tatsache bekannt, dass einige Obstsäuren stark säurehaltig sind. Dazu zählen exemplarisch Kiwis, Mandarinen und Sauerkirschen. Demgegenüber existieren Obstsorten, die nur wenig Säure enthalten. Das sind unter anderem Bananen, Birnen, Pflaumen und Pfirsische.
Wer unter Sodbrennen leidet, sollte den Verzehr der als problematisch geltenden Lebensmittel vermeiden oder zumindest stark einschränken.
Medikamente und Sodbrennen
Nicht wenige Medikamente sind dazu geeignet, Sodbrennen hervorzurufen oder zu verstärken. Problematisch ist dies, weil es im Regelfall notwendig ist, diese Medizin einzunehmen.
Blutdrucksenker, Antibiotika, Schmerzmittel und nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR) verursachen erhöhten Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
Da auf die vorgenannten Medikamente nicht verzichtet werden kann, ist es besonders wichtig, der Ernährung bei Sodbrennen höchste Priorität einzuräumen.
Medizinisch eingeordnet: Das sollten Sie wissen
Gelegentliches Sodbrennen nach einer üppigen Mahlzeit ist verbreitet. Treten Brennen und saures Aufstoßen häufig oder stark auf, kann eine gastroösophageale Refluxkrankheit dahinterstehen. Dabei reizen Verdauungssäfte die Speiseröhre.
Die wichtigsten Fakten
- In westlichen Ländern haben bis zu 25 von 100 Menschen wiederholt Sodbrennen oder Aufstoßen.
- Übergewicht, Rauchen, Alkohol, große Mahlzeiten und ein Zwerchfellbruch können Reflux begünstigen.
- Nicht jedes vermeintliche Sodbrennen kommt vom Magen; Brustschmerz kann auch Herz oder Lunge betreffen.
- Bei anhaltendem Reflux können Entzündung, Vernarbung oder Barrett-Schleimhaut entstehen, schwere Komplikationen bleiben aber vergleichsweise selten.
Wie die ärztliche Abklärung abläuft
Typische Beschwerden erlauben oft zunächst einen Behandlungsversuch. Bei Schluckstörung, Blutungszeichen, Gewichtsverlust, Therapieversagen oder unklarem Brustschmerz sind Magenspiegelung oder weitere Diagnostik sinnvoll.
Was Sie selbst tun können
- Kleinere Mahlzeiten testen und nach dem Essen aufrecht bleiben.
- Persönliche Auslöser statt pauschaler Verbotslisten dokumentieren.
- Bei nächtlichem Reflux das Kopfende anheben.
- Medikamente gegen Säure nicht unbegrenzt ohne ärztliche Einordnung einnehmen.
Geprüfte Quelle: gesund.bund.de: Sodbrennen und Refluxkrankheit.
Häufige Fragen
Welche Lebensmittel lösen Sodbrennen aus?
Auslöser sind individuell. Häufig genannt werden große fettreiche Mahlzeiten, Alkohol, Schokolade, Kaffee oder sehr spätes Essen. Ein Tagebuch ist hilfreicher als pauschaler Verzicht.
Was hilft sofort gegen Sodbrennen?
Aufrecht bleiben, enge Kleidung lockern und vorerst keine große Mahlzeit nachlegen. Säurebindende Mittel können kurzzeitig helfen, behandeln aber nicht jede Ursache.
Wann wird Sodbrennen zur Refluxkrankheit?
Wenn Beschwerden häufig oder stark sind, die Lebensqualität beeinträchtigen oder die Speiseröhre entzündet ist, spricht das für eine Refluxkrankheit.
Wann ist eine Magenspiegelung sinnvoll?
Besonders bei Schluckbeschwerden, Blutungszeichen, Gewichtsverlust, Blutarmut, anhaltendem Erbrechen oder fehlender Wirkung einer angemessenen Behandlung.
