Sekundäre und primäre Wundheilung beschleunigen

Beschleunigung der Wundheilung

Die Haut kann durch Schnittverletzungen, Schürfwunden, Verbrennungen oder andere Unfälle geschädigt werden, sodass der Schutz der Haut an der betroffenen Stelle nicht mehr gegeben ist. Direkt nach der Verletzung beginnt der natürliche Prozess der Wundheilung.

Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Verletzungen gleich sind, aufgrund der Art ihrer Entstehung. Es sollte beachtet werden, dass bei einer Verletzung, die selbst nach einigen Stunden immer noch blutet, man umgehend einen Arzt aufsucht.

Hier werden kleine Verletzungen, also die oberflächlichen Schnittwunden oder leichten Verbrennungen behandelt. Verletzungen, die aufgrund der chemischen oder elektrischen Einflüsse verursacht worden sind, müssen wegen der enormen Folgen ärztlich begutachtet und behandelt werden.

Unsere Haut

Das Besondere an unserer Haut ist, dass sie unseren Körper schützt. Sie ist eine bemerkenswerte Barriere gegen schädigende Substanzen und dank ihres sauren pH-Wertes an der Oberfläche werden unterschiedlichste Krankheitserreger problemlos abgewehrt. Mithilfe des Sonnenlichts sorgt die Haut dafür, dass Vitamin D gebildet wird. Außerdem reguliert sie den Wärmehaushalt sowie das Empfinden der Temperatur, Tastwahrnehmung und des Schmerzens. Eine verletzungsfreie Haut spielt für die Gesundheit folglich eine große Rolle.

Damit die Haut die zuvor genannten Aufgaben reibungslos erledigen kann, ist eine bedarfsgerechte und gesunde Ernährung unerlässlich. Ein bewusster und reichlicher Flüssigkeitshaushalt ist für den Stofftransport in die Hautzellen verantwortlich. Die körperliche Aktivität ist der Antrieb für die notwendige Durchblutung des Gewebes. Während die Haut sich in jüngeren Jahren kontinuierlich regeneriert, bekommt sie im zunehmendem Alter eher Probleme, denn mit dem Alter wird die Haut dünner, trockener und verliert an Elastizität und Gewebespannung.

Das Alter der Haut wird unter anderem auch durch Faktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und intensive Sonneneinstrahlung (auch die beliebten Sonnenbänke) beeinflusst. Hinzukommt die altersbedingte Veränderung des Hormonspiegels und der Abwehrkräfte. Das Alter führt dazu, dass der Körper die Zellerneuerung, welche für die Wundheilung wichtig ist, immer schlechter durchführt. Das könnte zu Problemen bei dem Heilungsprozess der Wunde führen.

Alltägliche Verletzungen

Die meisten Verletzungen sind recht harmlos, wie Schnittwunden im Bereich der ersten beiden Hautschichten: Oberhaut und der Lederhaut. Bei leichten Verbrennungen und Prellungen sind dieselben Hautschichten betroffen und können recht einfach mit Hausmitteln gelindert werden. Verletzungen wiederum, die bis in die Unterhaut reichen, sollten nicht in Eigeninitiative behandelt werden.

Sobald eine Verletzung auftritt, setzt eine Gerinnung ein, die die Blutung zunächst stoppt. Aus dem Protein Fibrin bildet der Körper ein gitterartiges Netz, sodass dieses als Grundbaustein für das neue Gewebe dient. Um eine Infektionsabwehr zu gewährleisten, gibt es eine Entzündungsreaktion, bevor die Wunde sich schließt.

In dem Wundwasser, welches die Zellreaktion anregt, befinden sich Granulozyten, Monozyten, Enzyme und Gewebshormone. Wenn es schließlich zur Bildung von neuem Gewebe kommt, entstehen nicht nur Bindegewebe, sondern auch proteinhaltige Kollagenfasern, die sich an das zu Beginn vorbereitete Fibrinnetz anlagen.

Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung kann in vier Phasen unterteilt werden. Man kann die Wundheilung beschleunigen, indem man auf die vier verschiedene Phasen eingeht. Nun folgen nun die Phasen der Wundheilung und einige Tipps, um die Genesung zu verkürzen.

  • Latenz- und Exsudationsphase

Die ersten zwei Schritte werden von den Medizinern nicht voneinander getrennt, da diese praktisch ineinander übergehen, sodass man diese als die erste Phase betrachten darf.

Zunächst wird von dem Körper wahrgenommen, dass eine Verletzung entstanden ist, und bereitet sich darauf vor, diese in Ordnung zu bringen. Die dafür anliegenden Drüsen werden in Handlungsbereitschaft versetzt.

Als nächstes nimmt der Blutfluss zu, um eine mögliche Verschmutzung aus dem inneren heraus auszuspülen. Hinzukommt, dass sich der sogenannte Wundschorf bildet, um zu verhindern, dass von außen Keime in die Wunde eindringen.

Um die beiden Phasen zu unterstützen, kann die betreffende Stelle großzügig mit speziellen Wundsalben desinfiziert und anschließend mit einem Verband behandelt werden. Wundsalben  verhindern zudem die Antrocknung des Blutes und anderer Flüssigkeiten am Verband.

  • Granulationsphase

In dieser Phase entsteht an der verletzten Stelle ein Ersatzgewebe bestehend aus einkernigen Zellen, die zum Immunsystem gehören. Deren Entwicklung kommt aus dem Blut heraus. Dieses Ersatzgewebe die erste dünne Hautschicht.

Diese Phase kann mit etwas Teebaumöl unterstützt werden, denn es wirkt entzündungshemmend und wundheilend. Hinzukommt seine Fähigkeit zum Desinfizieren.

Außerdem können Aloe Vera und Honig zur Unterstützung der Wundheilung angewandt werden. Aloe Vera kann sowohl als Gel wie auch Salbe die Wundheilung beschleunigen. Das in Aloe enthaltene Kohlenhydrat Acemannan ist für die Beschleunigung der Heilung verantwortlich und die Salizylsäure hemmt die Entzündung.

Honig wirkt ebenfalls entzündungshemmend und hat unter anderem eine antibakterielle Wirkung. Hierzu eignet sich der medizinische Honig, der bei größeren und auch chronischen Wunden ebenfalls Anwendung findet.

Egal ob Aloe Vera oder Honig, beides hält die Wunde dezent feucht und umfüllt die Verletzung vor äußeren schädigenden Einflüssen.

  • Regenerationsphase

Die Fibroblasten bilden ein sogenanntes Kollagen und helfen dabei, dass die Wunde von innen heraus ausgebaut wird.

Reines Kokosöl bietet sich sehr gut an, um die Wunde ebenfalls etwas feucht zu halten. Es ist außerdem ein wirksames Mittel gegen viele Bakterien, Viren und Pilze, sodass eine erneute Infektion der Wunde verhindert werden kann.

  • Maturation

Die Maturation ist der letzte Schritt und bezeichnet die Phase, in der das endgültige Gewebe entsteht. Dabei könnte eine Narbe entstehen, die aber mit der Zeit verblast, sofern die Wunde nicht zu tief sitzt.

Das Ausmaß der jeweiligen Verletzung und dementsprechend das zerstörte Gewebe unter anderem entscheiden über den Heilungsprozess, wobei das Lebensalter enorm diesen beeinflusst. Wunden, deren Wundränder besonders weit auseinander liegen, sind besonders problematisch, da hier die Infektionsgefahr bedeutend größer liegt.

Proteine benötigt der Körper in ausreichendem Maß, während des Wundheilungsprozesses. Denn diese unterstützen den Körper bei der Regeneration von Gewebe und beim Aufbau neuer Zellsubstanzen. Hinzukommt der hohe Verbrauch an Energie, Vitaminen und Mineralstoffen für die Wundheilung.

Wer also den Körper mit all den Nährstoffen, die er braucht, versorgt, hat eine gute Basis der körpereigenen Reserven aufgebaut, um den Schaden entsprechend schnell reparieren zu können. Zu dem raschen Heilungsprozess gehört selbstverständlich eine vernünftige Behandlung der Wunde.

Sollte die Wunde trotz einer fachgerechten Versorgung nach einigen Wochen immer noch nicht verheilt sein, so spricht man hier von einer chronischen Wunde. Diese tritt besonders bei bereits erkrankten Menschen auf, wie bei Diabetiker mit dem diabetischen Fußsyndrom, bei Venenerkrankungen mit dem offenen Bein oder Dekubitus.

Weitere Faktoren für die Wundheilung

Während der Wundheilung ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die Entsagung des Alkoholkonsums und anderen gesundheitsschädigenden Mitteln sowie dem Rauchen sinnvoll, denn Alkohol führt zu einer unerwünschten Blutverdünnung. Besonders zu Beginn des Heilungsprozesses ist dies lästig, weil der Verschluss der Wunde mit einem stärkeren Blutverlust einhergeht.

Nikotin vermischt mit anderen Stoffen des Tabaks bremst die Durchblutung und den Transport wichtiger Stoffe mit dem Blut, was zu einer verzögerten Wundheilung führt.

Prellungen, wodurch blaue Flecken entstehen, sind eine andere und spezielle Form der Verletzung. Hier kommt es unter der Haut zu einem Gerinnsel. Damit die blauen Flecken schnell vergehen, ist eine gute Durchblutung die Voraussetzung.

Naturbelassene Mittel sind für den Heilungsprozess der Wunde eine sehr gute Ergänzung, um die Verletzung so gut wie möglich zu versorgen. Kamillentee ist ein guter Helfer gegen Entzündungen.

Es sei erwähnt und klargestellt, dass die Zeit im wörtlichen Sinne nicht immer alle Wunden heilt. Bei Bedarf sollte daher stets ein Arzt aufgesucht werden. Wer aber den Gang zum Arzt sparen möchte, kann sich von einem Apotheker vorab beraten lassen. Apotheker verfügen über eine medizinische Grundausbildung.

Gesamtzustand optimieren

Das bisher beschriebene zeigt, dass viele Faktoren den Heilungsprozess einer Wunde beeinflussen oder gar beeinträchtigen können. Es ist trotz allem sehr schwierig zu sagen, welche der einzelnen Ernährungsmaßnahmen am besten den Heilungsprozess unterstützen, doch es müsste bereits bewusst geworden sein, dass ein guter Ernährungszustand des Verletzten eine vorteilhafte Basis für den Prozess der Wundheilung bildet. Damit sollte man bereits vor einer Verletzung beginnen und so die Prävention nicht aus den Augen lassen. Dank dieser beugt man beispielsweise chronische Wunden vor.

Was man mit Sicherheit sagen kann, eine gesunde und ausgewogene Ernährung verbessert den körperlichen Gesamtzustand, stärkt die Abwehrkräfte und minimiert das Infektionsrisiko.

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