4G Health Welcher Arzt passt?
☰ Menü

Was macht ein Gastroenterologe? Aufgaben und Untersuchungen

Ein Gastroenterologe ist ein Facharzt für Innere Medizin, der Erkrankungen der Verdauungsorgane erkennt, behandelt und nachbetreut. Dazu zählen nicht nur Magen und Darm, sondern auch Speiseröhre, Leber, Gallenblase, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse. Gastroenterologen führen unter anderem Ultraschall-, Magen- und Darmspiegelungen durch, werten Blut- und Stuhltests aus und können bei einer Endoskopie gleichzeitig Gewebeproben entnehmen, Blutungen stillen oder Polypen entfernen.

Was macht ein Gastroenterologe? Aufgaben und Untersuchungen
Was macht ein Gastroenterologe? Aufgaben und Untersuchungen

Die Facharztpraxis ist die richtige Adresse, wenn Verdauungsbeschwerden anhalten, wiederkehren oder Warnzeichen auftreten. Auch die Darmkrebsvorsorge, die Betreuung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen und die Behandlung vieler Lebererkrankungen gehören zum Fachgebiet.

Was macht ein Gastroenterologe? Das Wichtigste in Kürze

  • Fachgebiet: Gastroenterologie ist ein Schwerpunkt der Inneren Medizin.
  • Organe: Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm, Enddarm, Leber, Gallenblase, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse.
  • Diagnostik: Gespräch, Untersuchung, Labor, Stuhltests, Ultraschall, Atem- und Funktionstests sowie Endoskopien.
  • Behandlung: Medikamente, Ernährungstherapie, Langzeitbetreuung und minimalinvasive Eingriffe über ein Endoskop.
  • Termin: Sinnvoll bei anhaltenden Beschwerden, auffälligen Befunden, familiärem Risiko oder zur Darmkrebsvorsorge.
  • Notfall: Starke Bauchschmerzen, Bluterbrechen, schwarzer Stuhl, Kreislaufprobleme oder ein harter Bauch müssen sofort medizinisch beurteilt werden.

Was ist ein Gastroenterologe?

Die offizielle Facharztbezeichnung lautet „Facharzt beziehungsweise Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie“. Nach dem Medizinstudium folgt eine mehrjährige Weiterbildung in der Inneren Medizin und der spezialisierten Diagnostik und Behandlung von Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer sieht dafür insgesamt 72 Monate vor; verbindlich ist jeweils die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Gastroenterologen arbeiten in Facharztpraxen, medizinischen Versorgungszentren, Kliniken und spezialisierten Ambulanzen. Manche Praxen konzentrieren sich auf Endoskopien, andere betreuen zusätzlich Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Leberkrankheiten oder komplexen Funktionsstörungen. Für seltene Erkrankungen und aufwendige Eingriffe kann eine Klinikambulanz oder ein spezialisiertes Zentrum erforderlich sein.

Wer verschiedene internistische Fachrichtungen vergleichen möchte, findet im Beitrag Fachbereiche der Inneren Medizin eine Übersicht. Der Facharzt-Navigator hilft anschließend dabei, die passende Spezialisierung einzuordnen.

Welche Organe behandelt ein Gastroenterologe?

Der Verdauungstrakt beginnt nicht erst im Magen. Gastroenterologische Erkrankungen können mehrere Organe gleichzeitig betreffen oder Beschwerden an einer ganz anderen Stelle verursachen. Zum Fachgebiet gehören:

  • Speiseröhre: Transport der Nahrung vom Rachen in den Magen
  • Magen und Zwölffingerdarm: Speicherung, Durchmischung und erste Verdauungsschritte
  • Dünndarm: Aufnahme der meisten Nährstoffe
  • Dick- und Enddarm: Wasserentzug, Stuhlbildung und Ausscheidung
  • Leber: Stoffwechsel, Entgiftung, Eiweißbildung und Produktion von Galle
  • Gallenblase und Gallenwege: Speicherung und Transport der Gallenflüssigkeit
  • Bauchspeicheldrüse: Verdauungsenzyme und Hormone wie Insulin

Der After und Enddarm überschneiden sich mit der Proktologie. Proktologen können je nach Weiterbildung aus der Gastroenterologie, Chirurgie oder anderen Fachgebieten kommen. Bei Erkrankungen, die operiert werden müssen, arbeitet die Gastroenterologie eng mit Viszeralchirurgie, Radiologie, Pathologie und Onkologie zusammen.

Welche Krankheiten behandelt ein Gastroenterologe?

Bereich Typische Erkrankungen und Fragestellungen
Speiseröhre Refluxkrankheit, Speiseröhrenentzündung, Schluckstörungen, Engstellen, Barrett-Schleimhaut und Tumoren
Magen und Zwölffingerdarm Gastritis, Helicobacter-pylori-Infektion, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, Blutungen, funktionelle Dyspepsie und Tumoren
Dünn- und Dickdarm Reizdarmsyndrom, Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Divertikelkrankheit, Polypen, Darmkrebs und chronischer Durchfall
Leber Fettlebererkrankung, Virushepatitis, autoimmune Leberkrankheiten, Leberzirrhose, auffällige Leberwerte und Lebertumoren
Galle Gallensteine, Entzündungen, Verengungen oder Verschlüsse der Gallenwege und Tumoren
Bauchspeicheldrüse Akute und chronische Pankreatitis, Zysten, Funktionsstörungen und Bauchspeicheldrüsenkrebs
Enddarm und After Hämorrhoiden, Analfissuren, Blutungen, Entleerungsstörungen und Inkontinenz – häufig gemeinsam mit der Proktologie

Auch Übergewicht, Mangelernährung und Unverträglichkeiten können gastroenterologisch relevant sein. Nicht jede vermutete „Unverträglichkeit“ lässt sich jedoch mit einem Atemtest erklären. Beschwerden nach Lebensmitteln können unterschiedliche Ursachen haben; vor langfristigen Ausschlussdiäten sollte deshalb eine gezielte Diagnose stehen.

Bei welchen Beschwerden sollte man zum Gastroenterologen?

Viele kurzfristige Verdauungsbeschwerden lassen sich zunächst hausärztlich behandeln. Eine fachärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen, regelmäßig wiederkehren, auf eine erste Behandlung nicht ansprechen oder Labor- und Bildbefunde auffällig sind.

Typische Gründe für einen Termin sind:

  • wiederkehrende oder anhaltende Bauchschmerzen,
  • häufiges Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Schmerzen hinter dem Brustbein,
  • Schluckbeschwerden oder das Gefühl, Nahrung bleibe stecken,
  • anhaltender Durchfall, Verstopfung oder ein deutlicher Wechsel der Stuhlgewohnheiten,
  • sichtbares Blut im Stuhl oder ein positiver Stuhlbluttest,
  • ungeklärte Übelkeit, wiederholtes Erbrechen oder frühes Völlegefühl,
  • ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut oder ein ungeklärter Nährstoffmangel,
  • Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunkler Urin oder auffällige Leberwerte,
  • anhaltender Druck oder Schmerz im rechten Oberbauch,
  • familiäre Häufung von Darmkrebs, Darmpolypen oder bestimmten erblichen Erkrankungen.

Vertiefende Informationen bieten die Beiträge zu Sodbrennen und Reflux, anhaltendem Durchfall, hellem Blut im Stuhl und Druck unter dem rechten Rippenbogen.

Wann sind Magen-Darm-Beschwerden ein Notfall?

Diese Warnzeichen nicht auf einen regulären Facharzttermin warten lassen

  • plötzlich sehr starke oder rasch zunehmende Bauchschmerzen, harter Bauch oder Kreislaufprobleme,
  • Bluterbrechen, kaffeesatzartiges Erbrechen oder schwarzer, teerartiger Stuhl,
  • starke Blutung aus dem Darm, Ohnmacht, kalter Schweiß oder ausgeprägte Schwäche,
  • anhaltendes Erbrechen mit Zeichen der Austrocknung,
  • Gelbsucht zusammen mit Fieber und starken Oberbauchschmerzen,
  • Bauchschmerzen mit fehlendem Stuhlgang und Erbrechen bei Verdacht auf Darmverschluss.

Bei Lebensgefahr gilt 112. Dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten gehören zum ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Ein geplanter Gastroenterologie-Termin ersetzt keine Akutversorgung.

Was passiert beim ersten Termin beim Gastroenterologen?

1. Anamnese: Beschwerden genau einordnen

Der Termin beginnt mit einem strukturierten Gespräch. Relevant sind Beginn, Dauer und Verlauf der Beschwerden, Zusammenhang mit Mahlzeiten, Stuhlhäufigkeit und -beschaffenheit, Gewichtsverlauf, frühere Erkrankungen und Operationen. Auch Medikamente gehören dazu: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, Blutverdünner, Antibiotika, Säureblocker, Diabetesmedikamente und Nahrungsergänzungen können Diagnostik oder Behandlung beeinflussen.

Die Ärztin oder der Arzt fragt außerdem nach Darmkrebs, Darmpolypen, Zöliakie oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in der Familie. Diese Informationen können darüber entscheiden, ob eine Untersuchung früher oder anders geplant wird.

2. Körperliche Untersuchung

Je nach Beschwerden werden Bauch, Haut und Schleimhäute untersucht. Der Bauch wird betrachtet, abgehört, abgeklopft und vorsichtig abgetastet. Bei bestimmten Fragestellungen kann eine Untersuchung des Enddarms mit dem Finger sinnvoll sein. Sie erfolgt nur nach Erklärung und Einwilligung.

3. Diagnostik planen

Eine Spiegelung findet nicht automatisch beim ersten Gespräch statt. Oft werden zunächst vorhandene Befunde geprüft, Blut oder Stuhl untersucht und ein Ultraschall durchgeführt. Für eine Magen- oder Darmspiegelung sind Aufklärung, Vorbereitung und gegebenenfalls Anpassungen bei Medikamenten erforderlich. Der individuelle Plan richtet sich nach Beschwerden, Alter, Risiken und bereits erfolgter Diagnostik.

Welche Untersuchungen macht ein Gastroenterologe?

Blutuntersuchungen

Blutwerte können Hinweise auf Entzündung, Blutarmut, Infektionen, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Nährstoffmängel geben. Einzelne erhöhte Leberwerte nennen noch keine Ursache. Sie werden im Verlauf, zusammen mit Medikamenten, Alkoholkonsum, Stoffwechselrisiken und Ultraschallbefund eingeordnet.

Stuhluntersuchungen

Je nach Fragestellung sucht das Labor nach verborgenem Blut, Entzündungsmarkern, Krankheitserregern oder Hinweisen auf eine gestörte Verdauungsleistung. Ein positiver Stuhlbluttest bedeutet nicht automatisch Krebs, muss aber mit einer Darmspiegelung abgeklärt werden. Entzündungsmarker im Stuhl können die Auswahl weiterer Untersuchungen unterstützen, ersetzen eine Diagnose jedoch nicht.

Ultraschall des Bauches

Mit der Sonographie beurteilt der Gastroenterologe insbesondere Leber, Gallenblase, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse, Milz, Gefäße und – soweit darstellbar – Darmabschnitte. Die Untersuchung ist schmerzarm und kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Spezialisierte Verfahren wie Kontrastmittelultraschall, Elastographie oder endoskopischer Ultraschall beantworten zusätzliche Fragen.

Magenspiegelung: Gastroskopie

Bei der Gastroskopie führt der Arzt ein dünnes, flexibles Endoskop über den Mund in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Die Kamera zeigt die Schleimhaut; über Arbeitskanäle können schmerzfrei kleine Gewebeproben entnommen oder Blutungen behandelt werden. Je nach Situation erfolgt die Untersuchung mit Rachenbetäubung, Sedierung oder beidem.

Für eine sichere Untersuchung muss der obere Verdauungstrakt leer sein. Die Praxis gibt genaue Vorgaben zum Essen, Trinken und zu Medikamenten. Eigenmächtiges Absetzen von Blutverdünnern ist gefährlich und sollte niemals ohne ärztliche Anweisung erfolgen.

Darmspiegelung: Koloskopie

Die Koloskopie untersucht den Dickdarm und häufig den letzten Abschnitt des Dünndarms. Voraussetzung ist eine gründliche Darmreinigung. Während der Untersuchung kann der Gastroenterologe Gewebeproben entnehmen und viele Polypen sofort mit Zange oder Schlinge entfernen. Entferntes Gewebe wird anschließend pathologisch untersucht.

Wer eine Sedierung erhält, braucht in der Regel eine Begleitperson und darf nach Praxisvorgabe für einen bestimmten Zeitraum nicht selbst fahren, Maschinen bedienen oder wichtige Entscheidungen treffen. Die konkreten Regeln werden im Aufklärungsgespräch festgelegt.

Weitere spezialisierte Verfahren

  • Endosonographie: Ultraschallsonde am Endoskop für Schichten der Darmwand, Bauchspeicheldrüse und Gallenwege
  • ERCP: endoskopischer Eingriff an Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen, vor allem zur Behandlung von Steinen oder Engstellen
  • Kapselendoskopie: schluckbare Kamerakapsel, insbesondere für ausgewählte Dünndarmfragen
  • pH-Metrie und Impedanzmessung: Erfassung von saurem und nicht saurem Reflux
  • Manometrie: Messung von Druck und Bewegungsabläufen, etwa in Speiseröhre oder Enddarm
  • Atemtests: beispielsweise bei Verdacht auf Laktose- oder Fruktosemalabsorption
  • Leberelastographie: nichtinvasive Abschätzung der Lebersteifigkeit als Hinweis auf Vernarbung
  • Punktionen: gezielte Gewebe- oder Flüssigkeitsentnahme unter Bildkontrolle bei begründeter Indikation

CT und MRT werden meist radiologisch durchgeführt. Der Gastroenterologe stellt die Indikation, formuliert die Fragestellung und führt die Ergebnisse mit Endoskopie, Labor und Klinik zusammen.

Behandelt ein Gastroenterologe nur mit Medikamenten?

Nein. Die Therapie reicht von Beratung und Medikamenten bis zu interventionellen Eingriffen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von Diagnose, Schweregrad, Begleiterkrankungen und persönlichen Zielen ab.

  • Medikamente: etwa Säureblocker, entzündungshemmende oder immunmodulierende Therapien, Antibiotika bei klarer Indikation und Arzneimittel gegen Leber- oder Darmerkrankungen
  • Ernährungsmedizin: gezielte Kostanpassung bei gesicherter Erkrankung, Mangelzuständen oder künstlicher Ernährung
  • Endoskopische Therapie: Polypabtragung, Blutstillung, Erweiterung von Engstellen, Entfernung von Fremdkörpern oder Einlage von Stents
  • Gallenwegsbehandlung: Entfernung von Gallengangssteinen oder Überbrückung einer Engstelle mittels ERCP
  • Langzeitbetreuung: Verlaufskontrollen bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, chronischen Leberkrankheiten und Krebsvorstufen
  • Interdisziplinäre Behandlung: gemeinsame Therapieplanung mit Chirurgie, Onkologie, Radiologie, Ernährungsmedizin und Hausarztpraxis

Eine gute Gastroenterologie versucht nicht nur Beschwerden zu unterdrücken. Sie klärt behandelbare Ursachen, vermeidet unnötige Untersuchungen und legt fest, welche Kontrollen langfristig tatsächlich nötig sind.

Darmkrebsvorsorge beim Gastroenterologen

Seit dem 1. April 2025 gelten im gesetzlichen Früherkennungsprogramm für Frauen und Männer dieselben Wahlmöglichkeiten: Ab 50 Jahren können gesetzlich Versicherte einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl alle zwei Jahre oder insgesamt zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren wählen. Bei einem auffälligen Stuhltest besteht Anspruch auf eine Abklärungskoloskopie.

Die Vorsorgekoloskopie kann Vorstufen entdecken und viele Polypen direkt entfernen. Wer ein erhöhtes familiäres oder erbliches Risiko hat, benötigt möglicherweise eine frühere und individuellere Vorsorgestrategie. Solche Personen sollten nicht bis zum regulären Einladungsalter warten, sondern Familienbefunde frühzeitig ansprechen.

Vorsorge und Untersuchung bei Beschwerden sind unterschiedliche Anlässe. Sichtbares Blut, ungeklärte Blutarmut, deutlicher Gewichtsverlust oder eine anhaltende Veränderung der Stuhlgewohnheiten werden unabhängig vom Alter diagnostisch abgeklärt.

Hausarzt, Internist oder Gastroenterologe: Wer ist zuständig?

Die Hausarztpraxis ist häufig die erste Anlaufstelle. Sie beurteilt akute Beschwerden, veranlasst Basislabor und Ultraschall und koordiniert die weitere Versorgung. Ein hausärztlich tätiger Internist behandelt ein breites Spektrum innerer Erkrankungen, führt aber nicht zwangsläufig spezialisierte gastroenterologische Endoskopien durch.

Der Gastroenterologe übernimmt, wenn eine vertiefte Abklärung, eine Endoskopie, ein spezielles Verfahren oder die dauerhafte Betreuung einer komplexen Verdauungserkrankung nötig ist. Nach der Diagnostik kann die weitere Behandlung je nach Befund wieder vollständig oder teilweise in der Hausarztpraxis stattfinden.

Unsicher, welcher Arzt zu Ihren Beschwerden passt? Die Übersicht Welcher Arzt bei …? bietet eine erste Orientierung.

Braucht man eine Überweisung zum Gastroenterologen?

Gesetzlich Versicherte können viele gastroenterologische Praxen grundsätzlich direkt aufsuchen. Eine Überweisung kann trotzdem erforderlich oder organisatorisch sinnvoll sein – etwa im Hausarztmodell, für eine Krankenhausambulanz, bei bestimmten Selektivverträgen oder wenn die Praxis sie für Fragestellung und Vorbefunde verlangt.

Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach. Eine präzise Überweisung mit relevanten Befunden verhindert Doppeluntersuchungen und erleichtert die Priorisierung. Die geltenden Regeln und die Gültigkeit erklärt der Beitrag Überweisung zum Arzt.

Was sollte man zum Gastroenterologen mitbringen?

  • Gesundheitskarte und gegebenenfalls Überweisung,
  • aktuelle Medikamentenliste mit Dosierungen, einschließlich Blutverdünnern und Nahrungsergänzungen,
  • Laborwerte, Ultraschallberichte, Arztbriefe und frühere Endoskopiebefunde,
  • Pathologieberichte zu entfernten Polypen oder Gewebeproben,
  • Informationen über Allergien, Implantate und frühere Probleme mit Sedierung oder Narkose,
  • eine kurze Chronologie der Beschwerden und beobachtete Auslöser,
  • Angaben zu Darmkrebs, Darmpolypen oder chronischen Darmerkrankungen in der Familie.

Vor einer geplanten Spiegelung gelten zusätzliche Anweisungen. Lesen Sie den Aufklärungsbogen frühzeitig. Klären Sie besonders, welche Medikamente weitergenommen, pausiert oder angepasst werden sollen. Verändern Sie die Einnahme nicht selbst.

Wie findet man eine passende Gastroenterologie-Praxis?

Nicht jede Praxis bietet jedes Verfahren an. Fragen Sie passend zur Fragestellung nach Schwerpunkten wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Hepatologie, Endosonographie, ERCP, Funktionsdiagnostik oder Proktologie. Für eine gewöhnliche Magen- oder Darmspiegelung genügt meist eine ambulante Praxis mit entsprechender Zulassung und Erfahrung.

Weitere Auswahlkriterien sind verständliche Aufklärung, geregelte Befundübermittlung, Erreichbarkeit bei Komplikationen, Hygiene- und Qualitätsstandards, Barrierefreiheit sowie eine klare Sedierungs- und Abholregelung. Bei komplexen oder seltenen Erkrankungen kann ein zertifiziertes Zentrum die bessere Adresse sein.

Häufige Fragen zur Gastroenterologie

Was macht ein Gastroenterologe genau?

Er erkennt und behandelt Erkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse. Dazu nutzt er Labor, Ultraschall, Funktionsdiagnostik und Endoskopien und führt bei Bedarf endoskopische Behandlungen durch.

Bei welchen Symptomen geht man zum Gastroenterologen?

Typische Gründe sind anhaltende Bauchschmerzen, Sodbrennen, Schluckstörungen, chronischer Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, ungeklärte Blutarmut, Gewichtsverlust, Gelbsucht und auffällige Leberwerte.

Untersucht ein Gastroenterologe auch die Leber?

Ja. Leber, Gallenblase, Gallenwege und Bauchspeicheldrüse gehören ausdrücklich zur Gastroenterologie. Häufige Untersuchungen sind Bluttests, Ultraschall und bei spezieller Fragestellung Elastographie, Endosonographie oder ERCP.

Macht der Gastroenterologe immer eine Magen- oder Darmspiegelung?

Nein. Zuerst werden Beschwerden, Vorbefunde und Risiken beurteilt. Oft reichen zunächst körperliche Untersuchung, Labor, Stuhltest oder Ultraschall. Eine Endoskopie wird nur bei passender medizinischer Fragestellung geplant.

Braucht man für den Gastroenterologen eine Überweisung?

Für viele ambulante Praxen nicht grundsätzlich. Im Hausarztmodell, bei Klinikambulanzen oder je nach Vertrag und Praxis kann sie erforderlich sein. Eine Überweisung ist außerdem hilfreich, um Fragestellung und Vorbefunde zu übermitteln.

Was ist der Unterschied zwischen Gastroenterologe und Proktologe?

Die Gastroenterologie behandelt das gesamte Verdauungssystem. Die Proktologie konzentriert sich auf Enddarm, After und Beckenboden. Proktologische Zusatzqualifikationen können Ärzte verschiedener Fachgebiete besitzen.

Kann ein Gastroenterologe Polypen entfernen?

Ja. Viele Darmpolypen können während einer Koloskopie mit Zange oder Schlinge entfernt werden. Das Gewebe wird anschließend pathologisch untersucht; aus dem Ergebnis ergibt sich das weitere Kontrollintervall.

Ab wann kann man zur Vorsorge-Darmspiegelung?

Im gesetzlichen Früherkennungsprogramm können Frauen und Männer seit April 2025 ab 50 Jahren zwischen Stuhltest und Darmspiegelung wählen. Bei Beschwerden oder erhöhtem familiärem Risiko gelten individuelle, möglicherweise frühere Empfehlungen.

Wie lange dauert ein Termin beim Gastroenterologen?

Ein Sprechstundentermin und eine Endoskopie sind unterschiedlich geplant. Die reine Untersuchung kann relativ kurz sein, doch Aufklärung, Vorbereitung, Sedierung, Nachbeobachtung und Befundbesprechung benötigen zusätzliche Zeit. Die Praxis nennt den konkreten Zeitbedarf.

Was sollte man vor einer Magen- oder Darmspiegelung beachten?

Befolgen Sie die Nüchternheits- beziehungsweise Darmreinigungsanweisung genau und klären Sie Medikamente rechtzeitig. Blutverdünner dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Nach Sedierung sind Abholung und Einschränkungen im Straßenverkehr einzuplanen.

Quellen und weiterführende Informationen

Mehr anzeigen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"