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Überweisung Arzt: Wann ist sie nötig und wie lange gültig?

Eine Überweisung zum Arzt ist in Deutschland nicht für jeden Facharztbesuch erforderlich. Gesetzlich Versicherte können viele Facharztpraxen direkt aufsuchen – zum Beispiel Orthopädie, Dermatologie, HNO, Urologie, Augenheilkunde oder Gynäkologie. Zwingend ist eine ärztliche Überweisung dagegen insbesondere für Fachgebiete, die überwiegend diagnostisch im Auftrag anderer Ärzte arbeiten, etwa Radiologie, Nuklearmedizin, Labormedizin oder Pathologie.

Überweisung Arzt: Wann ist sie nötig und wie lange gültig?
Überweisung Arzt: Wann ist sie nötig und wie lange gültig?

Auch wenn sie formal nicht vorgeschrieben ist, kann eine Überweisung sinnvoll sein: Sie übermittelt die medizinische Fragestellung und vorhandene Befunde, koordiniert die Behandlung und kann mit einem Vermittlungscode den Zugang zur Terminservicestelle ermöglichen. Sonderregeln gelten unter anderem in der hausarztzentrierten Versorgung, bei bestimmten Behandlungsprogrammen und für ambulante Leistungen im Krankenhaus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Meist freie Arztwahl: Ohne Hausarzttarif dürfen gesetzlich Versicherte viele Fachärzte direkt aufsuchen.
  • Immer überweisungsgebunden: Dazu zählen unter anderem Radiologie, Nuklearmedizin, Labormedizin, Strahlentherapie, Pathologie, Transfusionsmedizin sowie Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie.
  • Kein Quartalsverfall: Eine Überweisung bleibt grundsätzlich auch über einen Quartalswechsel hinweg gültig, wenn die Behandlung vom Auftrag gedeckt ist und ein gültiger Versicherungsnachweis vorliegt.
  • Nicht automatisch schneller: Erst ein Vermittlungscode oder eine direkte Terminvermittlung durch die Hausarztpraxis kann den Zugang zu einem dringenden Termin erleichtern.
  • Vorher nachfragen: Praxis, Krankenkasse oder besondere Versorgungsverträge können zusätzliche Vorgaben haben.

Brauche ich eine Überweisung? Die schnelle Entscheidung

Situation Überweisung erforderlich? Was Sie tun sollten
Orthopädie, Dermatologie, HNO, Urologie, Neurologie oder viele andere Fachrichtungen Meist nein Termin direkt vereinbaren; nach den Vorgaben der Praxis fragen
Augenarzt oder Frauenarzt In der Regel nein Direkter Zugang ist auch in der hausarztzentrierten Versorgung grundsätzlich vorgesehen
Radiologie, Nuklearmedizin, Labor, Pathologie, Strahlentherapie, Transfusionsmedizin oder Mikrobiologie Ja Überweisung von der behandelnden Praxis mit konkreter Fragestellung mitbringen
Ambulante Untersuchung oder Behandlung in einer Krankenhausambulanz Meist ja Vorab mit der Ambulanz klären, welches Dokument und welche Fachrichtung verlangt werden
Teilnahme an einem Hausarztprogramm Für viele Facharztbesuche ja Zuerst die gewählte Hausarztpraxis kontaktieren; Vertragsausnahmen beachten
Dringender Facharzttermin über 116117 Meist Überweisung plus Vermittlungscode Code bei der Terminbuchung bereithalten; für einige Fachgruppen gelten Ausnahmen
Lebensbedrohlicher Notfall Nein Sofort 112 wählen oder eine Notaufnahme aufsuchen

Diese Übersicht gilt für die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung. Selektivverträge, ambulante Spezialangebote und individuelle Versicherungsbedingungen können abweichen.

Was ist eine ärztliche Überweisung?

Mit einer Überweisung bittet eine behandelnde Ärztin oder ein behandelnder Arzt eine andere Praxis um eine genau bestimmte Leistung, Beurteilung oder Mitbehandlung. In der gesetzlichen Krankenversicherung wird dafür üblicherweise das Formular „Muster 6“ verwendet. Das Dokument ist mehr als eine formale Eintrittskarte: Es stellt den medizinischen Zusammenhang zwischen zwei Praxen her.

Die überweisende Praxis kann zum Beispiel eine Verdachtsdiagnose, bisherige Befunde, relevante Medikamente und eine konkrete Frage angeben. Die weiterbehandelnde Praxis weiß dadurch, ob sie nur eine einzelne Untersuchung ausführen, eine fachliche Einschätzung abgeben oder die Behandlung übernehmen soll. Das kann Doppeluntersuchungen vermeiden und erleichtert die Rückmeldung an die überweisende Praxis.

Eine Überweisung ist keine Garantie dafür, dass die gewünschte Untersuchung medizinisch sinnvoll oder sofort verfügbar ist. Die empfangende Ärztin oder der empfangende Arzt bleibt für die eigene Diagnostik und Behandlung verantwortlich.

Bei welchen Ärzten ist eine Überweisung Pflicht?

Bestimmte Fachgruppen dürfen gesetzlich Versicherte grundsätzlich nur auf Überweisung behandeln, weil sie vor allem diagnostische oder unterstützende Leistungen für andere Ärzte erbringen. Dazu zählen:

  • Laboratoriumsmedizin
  • Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
  • Nuklearmedizin
  • Pathologie
  • Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Transfusionsmedizin

Ein typisches Beispiel ist die Magnetresonanztomographie: Hält eine orthopädische oder neurologische Praxis ein MRT für notwendig, überweist sie zur Radiologie und beschreibt Körperregion und Fragestellung. Auch eine Laboruntersuchung wird normalerweise von einer behandelnden Praxis veranlasst, statt dass Patientinnen und Patienten das Labor eigenständig aufsuchen.

Ambulante Behandlung im Krankenhaus

Für eine ambulante Vorstellung bei einem ermächtigten Krankenhausarzt oder in vielen Spezialambulanzen ist in der Regel ebenfalls eine Überweisung nötig. Welche Fachrichtung überweisen darf, hängt vom jeweiligen Angebot und dessen Zulassung ab. Eine Hochschulambulanz kann beispielsweise eine hausärztliche Überweisung akzeptieren, während ein hoch spezialisiertes Zentrum eine Überweisung aus einem bestimmten Fachgebiet verlangt. Fragen Sie deshalb schon bei der Terminvereinbarung nach.

Wichtig: Eine ambulante Überweisung ist nicht dasselbe wie eine Einweisung zur stationären Krankenhausbehandlung. Bei einer geplanten Aufnahme wird üblicherweise eine Krankenhauseinweisung ausgestellt.

Zu welchen Fachärzten kann man ohne Überweisung?

Außerhalb besonderer Verträge können gesetzlich Versicherte viele Fachärzte direkt wählen. Dazu gehören meist:

  • Allgemeinmedizin und hausärztliche Internisten
  • Augenheilkunde
  • Frauenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Hautheilkunde
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Neurologie und Psychiatrie
  • Urologie
  • ambulante Psychotherapie

„Ohne Überweisung möglich“ bedeutet allerdings nicht, dass jede Praxis neue Patienten aufnehmen oder jede gewünschte Untersuchung zulasten der Krankenkasse durchführen muss. Behandlungskapazität, Kassenzulassung und medizinische Notwendigkeit bleiben entscheidend. Manche Praxen wünschen außerdem eine Überweisung, weil sie Vorbefunde und eine klare Fragestellung benötigen. Klären Sie das vor dem Termin.

Wenn Sie unsicher sind, welche Fachrichtung zu Ihren Beschwerden passt, hilft der Facharzt-Navigator. Für häufige Beschwerden finden Sie außerdem konkrete Orientierung unter Welcher Arzt bei …?.

Wann gelten trotz freier Arztwahl Sonderregeln?

Hausarztprogramm oder Hausarzttarif

Wer freiwillig an der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) teilnimmt, verpflichtet sich in der Regel, bei gesundheitlichen Beschwerden zuerst die gewählte Hausarztpraxis aufzusuchen. Sie koordiniert weitere Schritte und stellt bei Bedarf eine Überweisung aus. Augenheilkunde, Frauenheilkunde sowie Kinder- und Jugendmedizin dürfen nach den gesetzlichen Grundregeln direkt in Anspruch genommen werden; der konkrete Vertrag kann weitere Ausnahmen enthalten.

Ein direkter Facharztbesuch entgegen den Tarifregeln kann vertragliche Folgen haben. Welche das sind, steht in der Teilnahmeerklärung. Im Zweifel gibt die Krankenkasse verbindlich Auskunft.

Disease-Management-Programme und besondere Verträge

Bei strukturierten Behandlungsprogrammen für chronische Erkrankungen oder anderen Selektivverträgen können feste Behandlungspfade vereinbart sein. Dann übernimmt häufig eine koordinierende Praxis die Überweisung und den Austausch der Befunde. Diese Regeln entstehen nicht allein durch die Diagnose, sondern durch die konkrete Teilnahme am Programm.

Arbeits- und Wegeunfälle

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall gelten die Regeln der gesetzlichen Unfallversicherung. Häufig ist eine Vorstellung bei einem Durchgangsarzt erforderlich. Das ist kein gewöhnlicher Überweisungsfall über die Krankenkasse. Informieren Sie die Praxis ausdrücklich darüber, dass der Unfall bei der Arbeit, in der Schule oder auf dem direkten Weg dorthin beziehungsweise zurück passiert ist.

Geplantes Primärarztsystem

Politisch wird 2026 über ein verbindlicheres Primärversorgungssystem und elektronische Überweisungen beraten. Diese Pläne ändern die aktuell geltenden Regeln nicht automatisch. Maßgeblich ist erst eine verabschiedete und in Kraft getretene Regelung. Derzeit bleibt es außerhalb der genannten Ausnahmen und freiwilligen Hausarztverträge grundsätzlich bei der freien Facharztwahl.

Wie lange ist eine Überweisung gültig?

Eine ärztliche Überweisung verfällt nicht automatisch am Ende des Quartals. Beginnt die fachärztliche Behandlung erst im folgenden Quartal, kann der vorhandene Überweisungsschein grundsätzlich weiterverwendet werden. Voraussetzung ist, dass der Behandlungsauftrag noch passt und die aktuelle Mitgliedschaft in der Krankenkasse durch die elektronische Gesundheitskarte oder einen anderen Versicherungsnachweis belegt wird.

Beginnt die Behandlung im Ausstellungsquartal und dauert über mehrere Quartale an, bleibt die Überweisung für die vom Auftrag gedeckte Behandlungsdauer gültig. Die pauschale Auskunft „Für jedes neue Quartal brauchen Sie einen neuen Schein“ entspricht nach der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nicht der allgemeinen Regel.

Eine neue Überweisung kann dennoch erforderlich sein, wenn:

  • eine neue oder deutlich veränderte medizinische Fragestellung vorliegt,
  • ein anderes Fachgebiet oder eine andere Leistung beauftragt werden soll,
  • der ursprüngliche Auftrag bereits abgeschlossen ist,
  • eine Ambulanz für einen neuen Behandlungsfall besondere formale Vorgaben hat oder
  • die Angaben nicht mehr stimmen, etwa nach einem Krankenkassenwechsel.

Rufen Sie bei einem weit in der Zukunft liegenden Termin kurz in der Zielpraxis an. So lässt sich klären, ob der alte Schein zum konkreten Auftrag passt und welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden.

Wie bekommt man eine Überweisung zum Arzt?

  1. Beschwerden schildern: Wenden Sie sich an die behandelnde Haus- oder Facharztpraxis und beschreiben Sie Anlass, Dauer und wichtige Begleitsymptome.
  2. Medizinische Notwendigkeit prüfen lassen: Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob eine fachärztliche Beurteilung oder eine bestimmte Untersuchung sinnvoll ist.
  3. Fachrichtung und Auftrag klären: Fragen Sie, zu welchem Fachgebiet Sie gehen sollen und ob eine bestimmte Praxis oder Ambulanz vorgesehen ist.
  4. Unterlagen mitnehmen: Überweisung, Gesundheitskarte, Medikamentenplan und relevante Vorbefunde gehören zum Termin.

Eine Überweisung muss nicht immer vom Hausarzt stammen. Auch ein Facharzt kann zu einer anderen Fachrichtung überweisen, wenn dies im Rahmen der Behandlung erforderlich ist – beispielsweise von der Orthopädie zur Radiologie. Ob ein Schein ohne erneuten Praxisbesuch abgeholt werden kann, entscheidet die ausstellende Praxis anhand des bekannten Behandlungsfalls. Einen automatischen Anspruch auf eine Überweisung allein auf Zuruf gibt es nicht.

Was steht auf dem Überweisungsschein?

Neben den Versicherungsdaten enthält Muster 6 vor allem Angaben, die den Behandlungsauftrag präzisieren. Dazu gehören typischerweise:

  • ausstellende Praxis, Datum und Quartal,
  • gewünschte Fachrichtung,
  • kurative oder präventive Behandlung,
  • Verdachtsdiagnose oder gesicherte Diagnose,
  • relevante Befunde und bisherige Behandlung,
  • konkrete Fragestellung oder gewünschte Leistung,
  • Kennzeichnung von Unfallfolgen oder besonderen Behandlungszusammenhängen und
  • gegebenenfalls ein Vermittlungscode.

Prüfen Sie beim Empfang, ob die genannte Fachrichtung zum vereinbarten Termin passt. Medizinische Kürzel oder Diagnoseschlüssel müssen Sie nicht selbst entschlüsseln; die ausstellende Praxis kann sie erklären.

Auftragsleistung, Konsiliaruntersuchung, Mit- und Weiterbehandlung

Art der Überweisung Bedeutung Beispiel
Auftragsleistung Eine klar bezeichnete Untersuchung oder Leistung soll ausgeführt werden. MRT des Knies mit bestimmter Fragestellung
Konsiliaruntersuchung Eine andere Fachrichtung soll Diagnose oder Befund fachlich beurteilen. Kardiologische Einschätzung bei unklaren Beschwerden
Mitbehandlung Die andere Praxis beteiligt sich an Diagnostik oder Therapie; die ursprüngliche Praxis bleibt eingebunden. Diabetologische Mitbetreuung neben der Hausarztpraxis
Weiterbehandlung Die weitere Behandlung wird ganz oder überwiegend an die Zielpraxis übergeben. Weiterbehandlung einer spezialisierten Erkrankung

Die Art des Auftrags beeinflusst, welche Leistungen die Zielpraxis erbringen darf und welche Befundrückmeldung erwartet wird. Deshalb sollte der Schein nicht nachträglich eigenmächtig verändert werden.

Bekommt man mit Überweisung schneller einen Termin?

Eine normale Überweisung allein führt nicht automatisch zu einem früheren Termin. Entscheidend ist, ob medizinische Dringlichkeit dokumentiert und ein passender Vermittlungsweg genutzt wird.

Vermittlungscode und Terminservicestelle 116117

Bei dringendem Behandlungsbedarf kann die ausstellende Praxis einen zwölfstelligen Vermittlungscode vergeben. Mit diesem Code können gesetzlich Versicherte den Terminservice unter 116117-termine.de, über die App oder telefonisch unter 116117 nutzen. Die Terminservicestelle soll innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin anbieten, der grundsätzlich innerhalb von vier Wochen liegt. Ein Anspruch auf eine bestimmte Praxis besteht dabei nicht; auch die zumutbare Entfernung richtet sich nach der Fachrichtung.

Für Termine bei Hausärzten, Kinder- und Jugendärzten, Augenärzten und Frauenärzten sowie für eine psychotherapeutische Sprechstunde ist beim Terminservice grundsätzlich kein Überweisungscode nötig. Für viele andere Fachrichtungen ist er Voraussetzung.

Direkte Vermittlung durch die Hausarztpraxis

Die Hausarztpraxis kann einen dringenden Facharzttermin auch direkt mit einer Facharztpraxis vereinbaren. Dieser sogenannte Hausarztvermittlungsfall ist ein eigener Versorgungsweg. Er ist für Fälle gedacht, in denen eine zeitnahe fachärztliche Behandlung medizinisch erforderlich ist – nicht lediglich für einen Wunschtermin.

Überweisung, Einweisung und Verordnung: der Unterschied

  • Überweisung: ambulante Untersuchung oder Behandlung bei einer anderen Vertragsarztpraxis oder einer dazu berechtigten Krankenhausambulanz.
  • Einweisung: geplante stationäre Behandlung im Krankenhaus. Das Krankenhaus prüft bei der Aufnahme die stationäre Behandlungsnotwendigkeit.
  • Verordnung: ärztlich angeordnete Leistung oder Mittel, etwa Physiotherapie, häusliche Krankenpflege oder ein Arzneimittel.
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Nachweis, dass jemand krankheitsbedingt nicht arbeiten kann; sie ersetzt keine Überweisung.

Im Alltag wird gelegentlich von einer „Überweisung ins Krankenhaus“ gesprochen. Fragen Sie bei der Ausstellung, ob eine ambulante Vorstellung oder eine stationäre Aufnahme gemeint ist. Das vermeidet unnötige Wege.

Was tun bei verlorenem, vergessenem oder falschem Schein?

Überweisung verloren

Kontaktieren Sie die ausstellende Praxis. Sie kann prüfen, ob und wie ein Ersatz ausgestellt wird. Beantragen Sie nicht parallel mehrere Scheine für denselben Auftrag, ohne die Praxen darüber zu informieren.

Überweisung beim Termin vergessen

Rufen Sie die Zielpraxis möglichst vor dem Termin an. Bei einem überweisungsgebundenen Fachgebiet kann die Leistung ohne den erforderlichen Auftrag häufig nicht regulär erbracht oder abgerechnet werden. Ob ein Nachreichen möglich ist, entscheidet die Praxis im konkreten Fall.

Falsche Fachrichtung oder unklare Fragestellung

Ändern Sie den Schein nicht selbst. Die ausstellende Praxis sollte die Fachrichtung oder den Auftrag korrigieren. Gerade bei Krankenhausambulanzen ist vorab zu klären, welche überweisende Fachgruppe akzeptiert wird.

Die Praxis verlangt grundlos einen neuen Quartalsschein

Weisen Sie freundlich darauf hin, dass Überweisungen nach der aktuellen Information der Kassenärztlichen Bundesvereinigung quartalsübergreifend gültig sein können. Bleibt die Praxis bei ihrer Forderung, fragen Sie nach dem konkreten medizinischen oder abrechnungsbezogenen Grund. Bei Unklarheiten helfen Krankenkasse oder zuständige Kassenärztliche Vereinigung weiter.

Was gilt für Privatversicherte?

Privatversicherte können Fachärzte normalerweise direkt aufsuchen. Ob eine Überweisung verlangt wird oder die Kostenübernahme davon abhängt, richtet sich jedoch nach Tarif, Beihilfevorschriften und der gewünschten Leistung. Diagnostische Praxen und Klinikambulanzen können aus medizinischen Gründen dennoch einen schriftlichen Auftrag benötigen. Vor kostenintensiven Untersuchungen oder geplanten Krankenhausleistungen sollte die Kostenübernahme mit der Versicherung geklärt werden.

Checkliste für den Facharzttermin

  • Ist eine Überweisung für diese Praxis oder Ambulanz nötig?
  • Stimmen Fachrichtung, Körperregion und Fragestellung?
  • Ist ein Vermittlungscode vorhanden und noch nutzbar?
  • Haben Sie Gesundheitskarte und Überweisung im Original dabei?
  • Sind relevante Arztbriefe, Laborwerte und Bildaufnahmen vorhanden?
  • Ist der aktuelle Medikamentenplan vollständig?
  • Wissen Sie, welche Beschwerden seit wann bestehen und was sie verändert?

Häufige Fragen zur Überweisung beim Arzt

Kann ich ohne Überweisung zum Facharzt gehen?

Ja, gesetzlich Versicherte können die meisten Fachrichtungen direkt aufsuchen, sofern sie nicht an einen Hausarzttarif oder einen anderen Vertrag mit abweichenden Regeln gebunden sind. Für Radiologie, Nuklearmedizin, Labormedizin und einige weitere diagnostische Fachgebiete ist eine Überweisung erforderlich.

Welche Ärzte brauchen immer eine Überweisung?

Ausschließlich auf Überweisung tätig werden insbesondere Labormedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. Für ambulante Krankenhausbehandlungen ist meist ebenfalls eine Überweisung nötig.

Ist eine Überweisung nur ein Quartal gültig?

Nein. Eine Überweisung kann auch nach einem Quartalswechsel verwendet werden. Der Auftrag muss weiterhin passen und im neuen Quartal ist ein gültiger Versicherungsnachweis erforderlich. Auch eine länger dauernde Behandlung kann vom ursprünglichen Auftrag gedeckt sein.

Brauche ich jedes Quartal eine neue Überweisung?

Nicht grundsätzlich. Eine neue Überweisung wird erst nötig, wenn ein neuer Behandlungsauftrag entsteht, sich die Fragestellung oder Fachrichtung ändert oder besondere Vorgaben der Versorgungseinrichtung greifen.

Kann ein Facharzt eine Überweisung ausstellen?

Ja. Eine Überweisung muss nicht immer vom Hausarzt kommen. Auch eine Facharztpraxis kann im Rahmen einer laufenden Behandlung zu einer anderen Fachrichtung überweisen, beispielsweise zur Radiologie.

Kann ich eine Überweisung telefonisch bestellen?

Ob eine Ausstellung ohne erneuten persönlichen Termin möglich ist, entscheidet die Praxis. Bei bekannten, bereits besprochenen Behandlungsfällen kann eine Abholung organisatorisch möglich sein. Die medizinische Entscheidung über die Überweisung bleibt ärztliche Aufgabe.

Reicht eine Überweisung für einen schnelleren Termin?

Eine gewöhnliche Überweisung beschleunigt die Terminvergabe nicht automatisch. Für den Terminservice 116117 ist bei vielen Fachrichtungen ein Vermittlungscode nötig. Alternativ kann die Hausarztpraxis bei medizinischer Dringlichkeit direkt einen Termin vermitteln.

Brauche ich für ein MRT eine Überweisung?

Ja, für eine MRT-Untersuchung in einer radiologischen Praxis benötigen gesetzlich Versicherte normalerweise eine Überweisung mit Untersuchungsregion und medizinischer Fragestellung.

Brauche ich für Augenarzt, Frauenarzt oder Hautarzt eine Überweisung?

In der Regel nicht. Augenärzte, Frauenärzte und Hautärzte können außerhalb besonderer Vertragsregeln direkt aufgesucht werden. Auch im Hausarztprogramm sind Augen- und Frauenheilkunde grundsätzlich vom Überweisungsgebot ausgenommen; der jeweilige Vertrag ist maßgeblich.

Was ist der Unterschied zwischen Überweisung und Einweisung?

Eine Überweisung betrifft eine ambulante Behandlung bei einer anderen Praxis oder einer berechtigten Ambulanz. Eine Einweisung ist für eine geplante stationäre Krankenhausbehandlung bestimmt.

Was passiert, wenn ich die Überweisung vergessen habe?

Informieren Sie die Zielpraxis vor dem Termin. Bei überweisungsgebundenen Leistungen kann die Behandlung ohne den Schein möglicherweise nicht regulär stattfinden. Ob ein Nachreichen akzeptiert wird, klärt die Praxis.

Seriöse Quellen und Stand der Informationen

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