Bluthochdruck-Werte: Grenzwerte und richtiges Messen
Welche Schwankungen beim Blutdruck sind normal?
Bluthochdruck gehört in unserer heutigen Zeit zu einem der höchsten Risikofaktoren, die lebensbedrohlich bzw. gefährlich sind. Veränderte Lebensgewohnheiten wie Stress oder falsche Ernährung führten dazu, dass bereits zum Teil Jugendliche Bluthochdruck Werte aufweisen, die nicht dem Normalmaß entsprechen. Dies wurde in der “Global Burden of Disease Study” von 2010 eindeutig belegt. Diese Studie ist eine der größten systematisch angelegten Untersuchungen zum Thema Ursachen und Auswirkungen der Hypertonie.
Was versteht man eigentlich unter Bluthochdruck?
Hypertonie oder auch Arterielle Hypertonie bezeichnet die Erhöhung des Blutdruckes auf die Gefäße. Laut World Health Organisation ist dies der Fall, wenn der systolische Druck mehr als 140 mm HG beträgt oder auch der diastolische ab 90 mm HG. Es gibt aber auch vorübergehende Bluthochdruck Werte, die sich zum Beispiel in der Schwangerschaft zeigen oder Folge einer Medikamenteneinnahme sind.
Generelle Ursachen für Bluthochdruck Werte außerhalb des Normalbereiches sind in der Regel ein gestörtes Hormonsystem, aber auch Nierenschäden oder Unregelmäßigkeiten des Herz-Kreislauf-Systems. Im Anfangsstadium wird Hypertonie oft nicht gleich erkannt, da nicht im jeden Haushalt ein Blutdruckmessgerät zu finden ist.
Aber der Druck auf zum Beispiel das Herz steigt dann täglich und kann zu irreparablen Folgeschäden führen. Schlaganfall ist eine der häufigsten Todesursachen als Folge erhöhter Bluthochdruck Werte. Eine weitere Folgeerscheinung ist Arteriosklerose, das Verkalken der Gefäße, da die normale Gefäßalterung durch Verengung beschleunigt wird.
Ursachen erhöhter Bluthochdruck Werte
Der Blutdruck verändert sich bei jedem Menschen je nach Belastung flexibel an die Gegebenheiten an. Dies kann zum Beispiel bei Sport oder Stresssituationen der Fall sein. Außerdem kommen Schwankungen je nach Tageszeit dazu, seelische Verfassungen und großen, körperlichen Anstrengungen. Je älter man wird, umso mehr verkalken die Gefäße und die Durchblutung wird erschwert. Das führt meist zu einem Anstieg des systolischen Druckes, während der diastolische sinkt.
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Sollten beide Bluthochdruck Werte steigen, ist eine medikamentöse Behandlung unabdingbar. In Deutschland sind laut aktuellen Studien 35 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Man unterscheidet bei diesen Untersuchungen zwischen der Altersgruppe bis 44 Jahre, bis 65 Jahre und über 65 Jahre. In der ersten Gruppe sind nur 11 Prozent betroffen, während in der letzten Gruppe über 50 Prozent der Menschen erhöhte Bluthochdruck Werte aufweisen.
Die häufigsten Bluthochdruck Ursachen warum immer mehr junge Menschen unter Bluthochdruck erkranken, lassen sich der modernen Konsumgesellschaft zuschreiben. Mangelnde Bewegung ist einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass das Herz nicht so in Anspruch genommen wird, wie es normalerweise trainiert werden sollte. Wer sich nicht ausreichend bewegt, wird auch zunehmend an Übergewicht leiden.
Die Herzgefäße verfetten und es kommt zu einem erhöhten Druck auf die Gefäße. Andere Ursachen sind ebenfalls in der Ernährung zu suchen, wie erhöhter Kochsalzkonsum. Salzige Knabbereien am Abend oder Fast Food sind Gift für den Körper. Ebenso Zucker, Rauchen oder Alkoholgenuss. Aber nicht jeder, der auf Salz oder Zucker verzichtet oder den Konsum einschränkt, senkt das Risiko für erhöhte Bluthochdruck Werte. Denn es tragen weitere Faktoren dazu bei, zu der Risikogruppe zu gehören. Neben Umweltfaktoren gibt es auch noch genetische Ursachen, die die Bluthochdruck Werte erhöhen können. Insbesondere dann, wenn der Lebensstil noch dazu ungesund ist.
Organische Ursachen kann man in der Funktion der Nieren oder Nebennieren suchen. Sie steuern maßgeblich die Durchblutung der Blutgefäße. Was aber ein extrem hoher Risikofaktor ist, ist der Stresszustand, in dem sich viele Menschen immer häufiger befinden. Ist dies der Fall, wird das Hormon Aldosteron von den Nebennieren erhöht ausgeschüttet. Stimmt der Wasserhaushalt im Körper nicht, kommt es zu einem Ungleichgewicht des Salz-Wasserhaushaltes und zu einer Verengung der Gefäße. Dies sind alles Gründe für eine primäre Hypertonie.
Unter einer sekundären Hypertonie versteht man erhöhte Bluthochdruck Werte, die als Begleiterscheinung von anderen körperlichen Veränderungen oder Medikamenteneinnahme zu sehen sind. Insbesondere in der Schwangerschaft leiden viele Frauen darunter, dass ihre Bluthochdruck Werte erhöht sind. Aber auch Nierenerkrankungen, Diabetes, Herzerkrankungen oder Medikamenteneinnahme wie Kortison oder der Antibabypille können zur Verengung der Gefäße führen. So sollten zum Beispiel auch Menschen, die die Blutkrankheit Faktor V Leyden haben, auf die Einnahme der Antibabypille verzichten.
Folgen erhöhter Bluthochdruck Werte
Sind die Bluthochdruck Werte dauerhaft erhöht, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Zuallererst verengen sich die kleineren Gefäße. Das können zum Beispiel die Gefäße der Augennetzhaut sein. So sieht man Menschen mit Bluthochdruck schnell an, dass sie darunter leiden. Weitere Gefäße, die sich schnell verengen, sind die der Nebennieren. Sollten diese noch durch Diabetes bereits angegriffen sind, haben erhöhte Bluthochdruck Werte fatale Folgen. Schlaganfall ist die Konsequenz daraus, wenn sich auch größere Gefäße verändern, wie die der Arterien der Halsschlagader.
Falls die Herzkranzgefäße sich verengen, wird es unausweichlich zu einem Herzinfarkt kommen. Kann man diesen noch rechtzeitig behandeln, werden die Gefäße wieder künstlich erweitert, so dass das Blut besser fließen kann. Generell gilt, dass der Körper wesentlich größere Anstrengungen unternehmen muss, um das Blut durch die Blutbahn zu pumpen, da der Widerstand durch die Verkalkung erhöht ist. Dadurch kommt es auch auf die Dauer zu einer Schwächung des Herzens.
Was tun, wenn die Bluthochdruck Werte nicht passen?
Natürlich sollte man zuerst die bereits erwähnten Ursachen für Bluthochdruck meiden: ein geringerer Salzkonsum, weniger Fette zu sich nehmen, das Rauchen beenden, den Alkoholkonsum einschränken, Übergewicht verringern, insbesondere das Bauchfett, Stresssituationen vermeiden. So kann man Speisen zum Beispiel anstelle mit Kochsalz mit speziellen Diätsalzen oder einfach nur mit Kräutern würzen.
Auch Fertiggerichte sollten vermieden werden, da sie sehr viel Kochsalze enthalten. Der Speiseplan sollte durch kaliumreiche Kost ergänzt werden, also die fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Entspannungspraktiken wie Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen dabei, Ruhephasen in den stressigen Alltag zu bringen.
Um den Bewegungsmangel auszugleichen, sollte man mit langsamen Training beginnen, dass das Herz bei ungeübten Sportler nicht zu sehr belastet. Besonders gut eignet sich dafür langsames Walken, das man mit der Zeit steigern kann oder auch Schwimmen, da es die Gelenke sehr schont. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutdruck Werte ist ebenso ratsam. Dies kann man auch mit Blutdruck Messgeräten zu Hause machen oder beim Arzt.
Sollten all die Maßnahmen keine Wirkung zeigen, ist die Einnahme von Medikamenten nicht zu vermeiden. Diese blutdrucksenkenden Mittel müssen regelmäßig genommen werden. Der Arzt wird auf Grund der Untersuchung die richtige Dosierung beim Patienten festlegen.
Quellen und weiterführende Informationen
Bluthochdruck-Werte hängen vom Messort ab
Ein Blutdruckwert besteht aus systolischem und diastolischem Wert. Für die Diagnose zählt nicht die höchste Einzelmessung, sondern ein korrekt erhobener Durchschnitt. Nach deutscher Leitlinienorientierung gilt in der Praxis ab 140/90 mmHg ein erhöhter Bereich; bei Heimmessungen liegt die Grenze im Durchschnitt bei 135/85 mmHg.
Die wichtigsten Fakten
- Praxismessung und Heimmessung haben unterschiedliche Grenzwerte.
- Ein einzelner hoher Wert nach Stress, Schmerz, Kaffee oder Bewegung beweist keinen Bluthochdruck.
- Zur Bestätigung wird bevorzugt eine 24-Stunden-Messung oder strukturierte Heimmessung verwendet.
- Individuelle Therapieziele können je nach Alter, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit von allgemeinen Grenzwerten abweichen.
Messfehler vermeiden
Vor der Messung fünf Minuten ruhig sitzen. Rücken anlehnen, Füße flach aufstellen, Beine nicht kreuzen, Arm frei und auf Herzhöhe ablegen. Die Manschette muss zum Oberarm passen. Nicht sprechen. Messen Sie zweimal mit ein bis zwei Minuten Abstand und dokumentieren Sie die Werte, wenn Ihre Praxis nichts anderes empfiehlt.
Orientierungswerte für Erwachsene
In der Praxis gelten unter 120/80 mmHg als optimal, 120–129/80–84 als normal und 130–139/85–89 als hoch-normal. Ab 140 systolisch oder 90 diastolisch beginnt der Hypertoniebereich. Zu Hause liegt die diagnostische Schwelle im mehrtägigen Durchschnitt bei 135/85 mmHg. Diese Kategorien ersetzen keine individuelle Zielvereinbarung.
- Praxis: wiederholt 140/90 mmHg oder höher
- Heimdurchschnitt: 135/85 mmHg oder höher
- 24-Stunden-Mittel: andere Grenzwerte als Einzelmessung
- bei Schwangerschaft gelten eigene Regeln
Sehr hoher Wert: erst Symptome prüfen
Liegt der Blutdruck plötzlich über 180/110 mmHg, setzen Sie sich hin und messen Sie nach etwa 30 Minuten korrekt erneut. Kommen Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Sprach- oder Sehstörung, Verwirrtheit oder Krampf hinzu, ist das ein Notfall. Ohne solche Symptome sollte der sehr hohe Wert zeitnah ärztlich eingeordnet werden.
Was Sie selbst tun können
- Ein validiertes Oberarmgerät mit passender Manschette verwenden.
- Morgens und abends je zwei Werte über mehrere Tage dokumentieren, wenn dies zur Diagnostik vereinbart ist.
- Medikamente auch bei guten Werten nicht eigenmächtig absetzen.
- Messprotokoll zu Arztterminen mitnehmen.
Geprüfte Quelle: Deutsche Hochdruckliga: Patientenleitfaden 2024.
Häufige Fragen
Ab wann spricht man von Bluthochdruck?
In der Arztpraxis ab wiederholt 140/90 mmHg oder höher. Bei der Heimmessung liegt die Grenze im mehrtägigen Durchschnitt bei 135/85 mmHg.
Ist 150 zu 90 gefährlich?
Ein einzelner Wert ist selten ein Notfall, liegt aber im erhöhten Bereich und sollte korrekt wiederholt sowie bei wiederholtem Auftreten ärztlich abgeklärt werden.
Wann ist hoher Blutdruck ein Notfall?
Sehr hohe Werte zusammen mit Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Sprach- oder Sehstörung, Verwirrtheit oder Krampf erfordern sofort den Notruf 112.
Warum ist der Blutdruck zu Hause niedriger?
In der Praxis können Aufregung und ungewohnte Umgebung den Wert erhöhen. Deshalb gelten für strukturierte Heimmessungen niedrigere Grenzwerte.
