Trichomonaden-Infektion: Symptome, Diagnose und Behandlung

Trichomoniasis ist eine häufige Geschlechtskrankheit, die von einem einzelligen Parasiten verursacht wird. Bei Frauen führt die Infektion typischerweise zu einem Ausfluss aus der Vagina, der übel riecht, sowie zu Jucken und Schmerzen beim Urinieren.

Eine Trichomoniasis-Infektion in der Schwangerschaft führt zu einem höheren Risiko einer Frühgeburt. Wenn Männer sich mit Trichomoniasis infizieren, haben sie kaum Symptome.

Die einzige wirksame Behandlung der Infektion besteht in der Einnahme eines Antibiotikums.

Damit es nicht zu einer erneuten Ansteckung kommt, sollten sich Sexualpartner gleichzeitig behandeln lassen. Man kann das Infektionsrisiko deutlich verringern, indem man bei jedem Sexualkontakt Kondome verwendet.

Anzeichen einer Trichomonaden-Infektion

Die meisten Infizierten haben am Beginn der Infektion keine Symptome. Bei fortschreitender Infektion können sich jedoch typische Anzeichen für die Infektion entwickeln. Diese sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Typische Symptome der Trichomoniasis bei Frauen:

  • Beschwerden im Unterbauch
  • Ein dünner und oft übelriechender Ausfluss aus der Vagina. Er kann von klarer Farbe, aber auch grau, weiß, grün oder gelb sein
  • Brennen, Jucken und Rötungen im Bereich der Genitalien
  • Schmerzen beim Sex und beim Urinieren

Eine Infektion mit Trichomoniasis führt bei Männern normalerweise nicht zu Symptomen. Falls Symptome auftreten, ist Folgendes typisch:

  • Brennende Schmerzen beim Urinieren
  • Ausfluss aus dem Penis
  • Ein Jucken am Penis

Im Zweifelsfall zum Arzt gehen

Wenn man feststellt, dass man Symptome einer Trichomonaden-Infektion hat oder solche Symptome bei einem Sexualpartner auftreten, ist es Zeit, zum Arzt zu gehen.

Der Erreger

Der Erreger der Trichomoniasis ist ein Einzeller namens Trichomonas vaginalis. Dieser Parasit wird während eines Sexualkontakts (bei vaginalem, analem oder oralem Sex) weitergegeben. Die Infektion kann zwischen Frauen und Männern, aber auch zwischen zwei Männern oder zwei Frauen übertragen werden.

Der Erreger befällt den unteren Genitaltrakt. Bei Frauen sind das die Vulva, die Scheide, die Gebärmutteröffnung und die Harnröhre. Bei Männern befällt der Parasit ebenfalls die Harnröhre.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem ersten Kontakt mit dem Parasiten und dem Ausbruch der Infektion, ist nicht genau bekannt. Es wird aber angenommen, dass sie zwischen einigen Tagen und einem Monat liegt. Auch Betroffene ohne Symptome können die Infektion weitergeben.

Erhöhtes Risiko einer Infektion und Komplikationen

Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko einer Infektion führen, sind mehrere Sexualpartner, Geschlechtskrankheiten in der Vergangenheit, frühere Infektionen mit Trichomoniasis und ungeschützter Sex.

Mögliche schwere Komplikationen betreffen vor allem schwangere Frauen. Die Infektion kann zu Frühgeburten und einem niedrigen Geburtsgewicht führen. Es ist auch möglich, dass die Mutter das Kind während der Geburt infiziert.

Die Reizungen im Genitalbereich durch Trichomoniasis machen es leichter für andere Geschlechtskrankheiten, den Körper zu infizieren oder die Infektion an andere weiterzugeben. Trichomoniasis führt zum Beispiel dazu, dass man sich leichter mit HIV infiziert.

Eine Trichomoniasis führt weiters zu einem höheren Risiko, Prostatakrebs oder Gebärmutterhalskrebs zu bekommen. Wenn eine Infektion nicht behandelt wird, kann sie bis zu mehrere Jahre lang dauern.

Die Infektion vermeiden

Wer das Risiko deutlich verringern möchte, sollte Kondome benutzen und auf ihre korrekte Verwendung achten. Die einzige hundertprozentig sichere Maßnahme, eine Infektion zu vermeiden, wäre der Verzicht auf Sex.

Diagnose

Ein Arzt kann Trichomoniasis diagnostizieren, indem er eine Untersuchung der Genitalien und Labortests durchführt.

Es ist auch möglich, eine Probe von Vaginalsekreten bei Frauen oder einen Abstrich aus der Harnröhre bei Männern unter einem Mikroskop zu betrachten. Wenn der Parasit unter dem Mikroskop zu sehen ist, sind keine weiteren Tests erforderlich.

Wenn der Test den Parasiten nicht zeigt, aber der Arzt glaubt, dass jemand Trichomoniasis haben könnte, sollten andere Tests durchgeführt werden. Zu diesen Tests gehören Antigen-Schnelltests und Nukleinsäure-Amplifikationstests.

Wenn man an Trichomoniasis leidet, ist es empfehlenswert, Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen durchzuführen, damit diese ebenfalls entdeckt und behandelt werden können.

Behandlung der Infektion

Die Behandlung von Trichomoniasis erfolgt durch ein orales Antibiotikum, normalerweise Metronidazol (z. B. Arilin 500) oder Secnidazol (z. B. Solosec).

So eine Behandlung kann auch während einer Schwangerschaft erfolgen. Zu den Optionen bei der Dosierung gehören entweder eine große Dosis, die auf einmal verabreicht wird, oder (häufiger) mehrere niedrigere Dosen.

Üblich ist die Einnahme einer Pille an sieben Tagen zweimal täglich. Zur vollständigen Beseitigung der Infektion sollte man das Medikament genau nach den Anweisungen des behandelnden Arztes einnehmen, auch wenn man sich nach einigen Tagen besser fühlt. Bei einer vorzeitig abgebrochenen Behandlung kann es sein, dass die Infektion nicht vollständig abklingt.

Sexualpartner müssen immer gleichzeitig behandelt werden, damit man sich nicht erneut gegenseitig ansteckt. Es ist auch notwendig, Sexualkontakte bis nach dem Abschluss der Behandlung zu vermeiden. In der Regel sollte man nach dem Einnehmen der letzten Tablette etwa eine Woche lang warten. Falls die Symptome nach der Behandlung nicht verschwunden sind, sollte man den behandelnden Arzt informieren.

Keinesfalls darf man während der Behandlung Alkohol trinken, weil das zu schwerer Übelkeit führen kann.

Nach der Behandlung

Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, wird man normalerweise erneut auf Trichomoniasis getestet, damit man sicher sein kann, dass die Infektion wirklich verschwunden ist.

Nach einer erfolgreichen Behandlung besteht kein Schutz gegen eine erneute Ansteckung.

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