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Akne

Akne ( akne vulgaris) ist eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut. Zunächst nicht entzündliche Knoten (Komedonen, „Mitesser“) entwickeln sich dabei zu endzündlichen Papeln und Pusteln („Pickeln“) weiter. Akne betrifft v.a. Gesicht, Dekolleté und Rücken.

Entstehung

  • die Talgdrüsen produzieren zuviel Talg: Akne entsteht, wenn die Talgdrüsen in der Lederhaut mehr Talg produzieren, als für die normale Geschmeidigkeit und Elastizität der Haut notwendig ist. Diese Drüsen sitzen überall dort, wo es Haare gibt – nicht allein auf dem Kopf, sondern auch überall dort, wo ein zarter Flaum aus feinsten Härchen auf der Haut liegt. Der Talg wandert am Haar entlang zur Hautoberfläche. Dort breitet er sich aus und überzieht die Haut mit einem Schutzfilm. Besonders ausgeprägt sind die Talgdrüsen dort, wo die Körperhaare so dünn und klein sind, daß sie kaum oder gar nicht über die Hautoberfläche hinausragen. Dort sind es nicht nur besonders viele, sondern sie sind auch aktiver als an anderen Stellen des Körpers; so zum Beispiel im Gesicht, dort an Stirn, Nase und Wangen, am Decolleté und auf dem Rücken.
  • die Poren (Ausgänge der Talgdrüsen) verstopfen: Produzieren die Drüsen nun mehr Talg, als durch ihre Ausgänge an der Hautoberfläche abfließen kann, verstopfen diese Poren: Es wächst ein Mitesser. In diesem Hohlraum, wohltemperiert in der Haut und gefüllt mit Talg, fühlen sich die allgegenwärtigen Bakterien überaus wohl und vermehren sich gern. Gegen solch eine kleine Infektion muß der Körper sich wehren und schickt pflichtgemäß über die Blutbahn Abwehrzellen. Mitesser + Entzündung = Pickel Um möglichst viele dieser körpereigenen Bakterienbekämpfer an den Ort des Geschehens zu transportieren, intensiviert der Körper die Durchblutung der Stelle – erkennbar durch die Rötung. Im Ergebnis ist ein Pickel entstanden. Warum diese Talgdrüsen nicht so funktionieren wie sie sollen und warum der Talg nicht abfließt, kann viele verschiedene Ursachen haben. Oft gibt es nicht nur einen Grund, sondern es kommt eins zum anderen.
  • der Talg sammelt sich unter dem verstopften Ausgang – ein Mitesser entsteht:Kann der Talg, der in den Talgdrüsen entsteht, nicht schnell genug abfließen, entsteht im Ausführungskanal ein Stau. Dieser Talgstau nennt sich Mitesser (Komedo). Bleibt noch eine kleine Öffnung, so dass ein bisschen Körperfett austreten kann, färbt sich diese Öffnung dunkel. Denn der Talg ganz oben an dieser Öffnung verbindet sich mit dem Sauerstoff in der Luft, und es bleiben feinste Schmutzreste darauf haften. Diese kleinen schwarzen Punkte zeigen sich mit Vorliebe an Nase und Kinn. Ist der Gang der Talgdrüse nach draußen ganz verschlossen, etwa durch die normale Schuppung der Hornschicht, sammelt sich der Talg in der Talgdrüse an und lässt sie zu einem hautfarbenen Knötchen wachsen.
  • Bakterien vermehren sich im talggefüllten Mitesser: In den Talgdrüsen leben bei jedem Menschen bestimmte Bakterien. Sie ernähren sich dort von dem Körperfett. Normalerweise werden viele von ihnen mit dem abfließenden Talg nach draußen befördert. Ist der Ausgang aber versperrt, können sich die Bakterien in der jeweiligen Talgdrüse übermäßig vermehren. Wenn das passiert, dann schreitet pflichtgemäß das Immunsystem ein und bekämpft diese kleine Infektion. Dieser Abwehrkampf des Körpers gegen die Bakterien zeigt sich als eine Entzündung: Die Haut rötet sich an der entzündeten Stelle und schmerzt.
  • der Körper bekämpft diese Bakterien-Infektion:Bei dieser Abwehrschlacht gegen die Bakterien bleiben immer Opfer auf der Strecke: Abgetötete Bakterien und weiße Blutkörperchen. Viele dieser Opfer auf einem Haufen zeigen sich als Eiter; bei einem Pickel als gelblicher Punkt in der Mitte. Greift dieser Abwehrkampf, die Entzündung, auf die Hautpartie rund um die verstopfte Pore über, entsteht ein Abszess. Damit in solchen Fällen nicht mehr Unheil entsteht, sollte ein Arzt solch einen Abszess behandeln.
  • die Stelle entzündet sich – der Pickel ist da

Akne Ursachen

Überaktivität der Talgdrüsen aufgrund

  • Hormonschwankungen : Ein unausgeglichenes Hormonsystem gilt als einer der Hauptauslöser für die Akne. In der Pubertät pendeln sich die Sexualhormone im Körper neu ein. In jedem Körper sind nämlich das männliche Sexualhormon Testosteron und das weibliche Sexualhormon Östrogen vorhanden. Deren Balance ändert sich in der Zeit der Pubertät erheblich. Sind das Testosteron und das Östrogen nicht ausgeglichen, wirkt sich das auf die Produktivität der Talgdrüsen aus. Das Testosteron ist dabei die treibende Kraft, denn es bewirkt eine stärkere Talgproduktion. Die Folge davon sind unreine Haut und Akne.
  • Pubertät: Die ganz normalen Hormonkapriolen während der Pubertät sind einer der wichtigsten Pickelursachen. Jungs und Mädchen unterscheiden sich dann auch in Sachen Akne: Die jungen Männer entwickeln eher stärkere Akne. Doch die jungen Frauen leiden erfahrungsgemäß stärker unter ihren Gesichtspunkten, wohl weil dem Aussehen von Frauen mehr Beachtung geschenkt wird als der Optik von Männern.
  • Menstrustion: Bei Frauen macht sich der Zusammenhang zwischen Haut und Hormonen zusätzlich während der Menstruation bemerkbar: Vor der Monatsblutung sinkt der Östrogenspiegel. Der Gegenspieler Testosteron bleibt dagegen einigermaßen stabil und gewinnt in diesen Phasen mehr Einfluss, fördert also auch den Talgfluss. Das Ergebnis kann frau dann allzu oft im Spiegel betrachten. Die Haut wird unreiner und Pickel wachsen. Ist die Menstruation vorbei und die Östrogenproduktion wieder auf dem hohen Niveau, verschwinden die Pickel wieder.

Umweltgifte

  • Zigaretten und Alkohol: Dass Zigaretten und Alkohol die Gesundheit nicht fördern, ist allgemein bekannt. Bei Akne sind sie doppelt schädlich. Sie können den Hormonhaushalt beeinflussen. In einer Zeit, in der der Körper reichlich damit beschäftigt ist, seine männlichen und weiblichen Sexualhormone in Einklang zu bringen, belasten ihn Nikotin und Alkohol dann zusätzlich. Wer bereits unter Akne leidet, wird sie mit Glimmstengeln und jeder Menge Bier sicher nicht los. Und wer noch keine hat, kann mit Zigaretten und Alkohol dazu beitragen, sich Pickel zuzulegen.
  • Gifte im Haushalt: Leute mit Allergien können ein Lied davon singen: In unserer Umwelt gibt es eine Menge Stoffe, die der Körper nur schlecht oder gar nicht verkraften kann. Manche davon können auch die Akne beeinflussen, vor allem wenn man häufig mit ihnen in Berührung kommt. Zu solchen Stoffen gehören zum Beispiel Teer und Chlor. Wer in Beruf oder Freizeit viel mit Teer, Mineralölen, Lacken und Lösungsmitteln zu tun hat, sollte besonders acht geben. Wenn die Arbeitskleidung bereits ölgetränkt ist, kann sich Akne auch an ungewöhnlichen Stellen zeigen, auf den Oberschenkeln zum Beispiel. Aber auch im Gesicht kann Akne entstehen, etwa wenn man sich mit ölverschmierten Händen an Stirn, Kinn oder Wangen fasst oder wenn Öldämpfe aufsteigen. Das Basteln an Auto und Moped kann also Akne fördern und sogar verursachen. Das Chlor im Schwimmbad, im Swimming-Pool oder im Duschwasser (zum Beispiel auf Campingplätzen) ist für die meisten Leute nicht gefährlich. Vielen nützt es sogar, weil es zu fettige Haut entfettet. Wirklich sehr selten ruft das Chlor eine Akne hervor.
  • Insekten- und Pflanzengifte: Gefährlicher sind dagegen chemische Chlorverbindungen, die in Insekten- und Pflanzengiften, aber auch in Lacken, Ölen und Polituren vorkommen können. Nimmt der Körper diese Chlorverbindungen über die Haut, die Atemluft oder über Lebensmittel auf, kann es zu Vergiftungen kommen. Eine der Reaktionen auf eine solche Vergiftung kann eine schwere Akne sein.
  • Chemie-Unfälle mit Folgen: Einige Gifte verursachen besondere, heftige Akne-Formen: Die Bezeichnungen „Chlor-Akne“ und „Seveso-Akne“ weisen auf die Ursachen: Verantwortlich sind dafür chemische Chlorverbindungen und, wie bei der Seveso-Akne, hochgiftige Dioxine.

Medikamente

  • Antibaby-Pillen: Auch manche Antibaby-Pillen, die Testosteron-Abkömmlinge vom Typ Nortestosteron enthalten, können bisweilen die Pickel fördern. Meist verläuft die Wirkung zum Glück aber andersherum: Es gibt Präparate, die sehr gut gegen Akne helfen und sogar eigens gegen Akne verschrieben werden.
  • Anabolika: Wer übrigens derart unvernünftig ist, muskelaufbauende Anabolika zu schlucken, darf sich über Akne nicht wundern. Viele dieser muskelaufbauenden Stoffe sind mit Testosteron verwandt und haben auf die Haut auch eine ähnliche Wirkung. Sie helfen nicht allein, Fleisch anzusetzen (in der Kälbermast wird’s auch eingesetzt), sondern fördern auch Pickel, beeinträchtigen die Potenz und bringen weitere Nebenwirkungen.

ungeeignete Kosmetika

Was teuer ist, muss noch lange nicht gut sein. Längst nicht alles, was im Kosmetikregal für teures Geld reine Haut und rosigen Teint verspricht, kann sein Versprechen halten. Schlimmer noch: Es gibt sogar Kosmetika, die Akne verschlimmern und sogar auslösen können. Das gilt für:

  • Fettcremes: Akne-geplagte Haut ist sowieso schon fettig. Noch mehr Fett hilft ihr gar nicht, im Gegenteil. Die zusätzliche Fettration einer Fettcreme führt dazu, dass noch mehr Talgdrüsen verstopfen und die Pickel sprießen. Dieser Effekt kann sich sogar bei Leuten einstellen, die bislang von Pickeln verschont blieben – man muss nur oft genug fetten. Eine Akne aufgrund von zuviel Fett-Zufuhr nennen die Fachleute “Pomaden-Akne” – nach der Pomade, dem Haarfett, das der Mann von Welt sich vor ein paar Jahren noch so gern ins Haar schmierte, um die Strähnen glänzend in Form zu kleben.
  • Seife: Seife eignet sich dafür, die Haut von überschüssigem Fett zu befreien. Wird sie aber nicht sorgfältig wieder abgespült, drohen Nebenwirkungen: Die Öffnungen der Talgdrüsen können verstopfen. Dann setzt der bekannte Mechanismus ein: Der Talg kann nicht abfließen, sammelt sich unter der Hautoberfläche und läßt Mitesser entstehen. Die Seifenreste können die Entzündung der Mitesser zusätzlich fördern – schon ist der Pickel da. Falsch wäre es aber, die Seife aus dem Pflegeprogramm zu streichen. Ohne Pflege samt Wasser und Seife ist der Akne nicht beizukommen. Deshalb: Seife sorgsam abspülen.
  • Inhaltsstoffe von Kosmetika: Einige Zutaten von Make-Ups, Grundierungen, Rouge und anderen Verschönerungsprodukten sind dafür bekannt, daß sie die Entstehung von Mitessern fördern. Mitesser werden wissenschaftlich “Komedonen” genannt. Ein Stoff, der die Entstehung dieser unangenehmen Zeitgenossen fördert, heißt entsprechend „komedogen“. Manche Kosmetika tragen den Hinweis “nicht komedogen”. Bei Problemen mit Akne sind solche Mittel natürlich vorzuziehen. Bevor man für so ein Produkt teures Geld ausgibt, lohnt sich allerdings noch ein Blick auf die Liste der weiteren Inhaltsstoffe. Bekannt für eine negative Wirkung auf Haut, die zu Akne neigt, sind:
  1. entzündungshemmende Mittel: Teerprodukte (Holzteer, Steinkohlenteer Pechdestillate)
  2. Reinigungsmittel in Seifen und Gesichtswassern: Isopropylmyristat, Natriumlaurylsulfat
  3. desinfizierende Mittel: Schwefel (wenn länger als sechs Wochen angewendet)
  4. Farbstoffe in Make-Ups: Xanthin, Azoaniline
  5. Feuchtigkeitsmittel: Propylenglykol, Harnstoff (über 5% Konzentration)
  6. verschiedene Kosmetik-Zutaten: Erdnuß-, Kokos-, Maiskeim-, Oliven-, Paraffin-, Sulfor- und Sesam-Öl, Kakaobutter, Lanolin, Vaseline, Butylstearat, Cetylalkohol, Octanol, Ölsäure, Pomade, Polyaetylenglykol 300, Stearinsäure

UV-Strahlung (Sonne oder Solarium)

Sonnenschein ist eine herrliche Sache, ganz klar. Doch nach jahrelanger Lichtbelastung der Haut entstehen Komedonen, Mitesser. Bei Berufskraftfahrern zum Beispiel sieht man häufig große Komedonen auf der linken Gesichtshälfte. Denn die linke Seite bekommt beim Fahren deutlich mehr Sonne als die rechte – bei offenem Fenster, aber auch durch die Glasscheibe. Mit UV-Strahlen sorgsam umzugehen, das empfiehlt sich nicht allein wegen der Gefahr von Lichtschäden in der Haut. Insgesamt wird es die Haut auf Dauer danken, indem sie viele Jahre länger glatt, straff und jugendlich frisch bleibt. Zusammen mit einigen anderen Faktoren kann die Sonne auch an der sogenannten “Mallorca-Akne“ schuld sein.

Stress

Stress löst eine ganze Reihe körperlicher Reaktionen aus. Doch wo keine Akne ist, kann der Stress auch keine hervorrufen; doch wo schon Pickel da sind, verschlimmert sich bei Stress oft die Lage. Das hat so mancher schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. Vor Klassenarbeiten, Klausuren, Prüfungen oder auch bei Liebeskummer blühte das Gesicht. Streßreaktionen sind eigentlich lebensnotwendig.

All die Notmaßnahmen, die der Körper bei Stress ergreift, waren ursprünglich sehr sinnvoll: So soll zum Beispiel Angst auch Beine machen. Wenn nämlich vor -zig Generationen einer unser Vorfahren einen Löwen sah, bekam er Angst und konnte plötzlich laufen wie der Wind. Die Nebenwirkungen der Streßreaktion interessierten ihn dann vermutlich nicht so sehr: Dass nämlich auch die Aktivität der Talgdrüsen angeheizt wird und die Pickel besser gedeihen.

Überdosis Vitamine

Auch wer versucht, seinen Vitaminbedarf durch Vitaminpillen statt über gesunde Ernährung zu decken, muss mit Pickeln rechnen. Zu hohe Mengen der Vitamine B1, B2, B6, B12 und D2 können Akne hervorrufen. In normalem Umfang genossen, sind die wasserlöslichen B-Vitamine aber unproblematisch. Was dem Körper zuviel ist, spülen die Nieren mit dem Urin wieder raus.

Akne Vererbung

Ob Akne tatsächlich erblich ist oder nicht, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Es gibt noch keine aussagefähigen Studien darüber. Man kann also nicht mit Sicherheit voraussagen, ob ein Kind unter Akne leiden wird, wenn auch seine Eltern damit Probleme hatten. Allerdings spricht doch einiges für diese These: Viele junge Akne-Patienten berichten, dass ihre Eltern als Jugendliche ebenfalls unter Akne litten. Dass eine Veranlagung für Akne erblich ist, lässt sich also leider nicht ausschließen. Im Alltag ist es allerdings egal, denn die Vererbung lässt sich nicht zurückdrehen

Die drei Stadien der Akne

Leichte Akne

Offene oder geschlossene Mitesser ohne Entzündungen

Mittelstarke Akne

Hier zeigen sich ausser den Mitessern bereits kleine Knötchen und Eiterpickel (kleiner als fünf Millimeter Durchmesser), aber nur wenige größere Pusteln.

Schwere Akne

Sie zeigt sich durch größere Entzündungen, bei der mehrere Talgdrüsen betroffen sein können. Die umliegende Haut wird in Mitleidenschaft gezogen. Abszesse entstehen, die beim Abheilen pockenartige Narben hinterlassen. Auf jeden Fall sollte sich hier ein Arzt die Sache anschauen, damit nicht auf Dauer hässliche Narben zurückbleiben.

Mallorca-Akne

Man unterscheidet vier Formen der Mallorca-Akne:

“Roter Hund”

Das Salz des Meerwassers gelangt auf die Haut, kristallisiert in den Ausgängen der Talgdrüsen und verstopft sie. Das Salzkristall reizt die Haut, die Sonne tut ein übriges, bis daraus eine Entzündung wird. Diese Erkrankung wurde unter Seeleuten früher “Roter Hund” genannt. Sie lässt sich vermeiden, indem man das salzige Meerwasser nach dem Baden mit Süßwasser gründlich abspült.

Photoallergie gegen Emulgatoren

Emulgatoren sind Stoffe, die dafür sorgen, daß die Wasser- und Fettanteile in Lotionen und Cremes fein vermengt bleiben. In einer Lotion-Flasche ohne Emulgator würde sich oben das Fett und unten das Wasser sammeln. Gebräuchliche Emulgatoren können sich allerdings bei intensivem Sonnenlicht chemisch verändern. Empfindliche Haut reagiert darauf allergisch. Die Auswirkungen ähneln einer Akne.

Allergie gegen Filtersubstanzen

Sonnenschutzmittel haben insbesondere die Aufgabe, möglichst viel UV-Licht auszufiltern. Nicht jeder verträgt allerdings die Filtersubstanzen in Sonnenschutzmittel. Wer darauf allergisch reagiert, wird das leider meistens erst merken, wenn es zu spät ist. Das Ergebnis ist eine akne-ähnliche Hautreaktion.

Lichtempfindlichkeit durch Filtersubstanzen

Die Schutzfunktion von Sonnenschutzmitteln kann bisweilen nach hinten losgehen: Wenn die Filtersubstanzen unter Lichteinwirkung ihren chemischen Aufbau verändern, können diese Chemikalien bei einigen Menschen spezielle Allergien auslösen. Die Haut reagiert dann verärgert mit Pusteln und Pickeln. Für den Arzt und sein Behandlungskonzept ist wichtig zu wissen, ob die Allergie bereits mit dem Auftragen der Creme oder erst beim Sonnenbad auftritt, oder gar erst nach Stunden oder Tagen.

Kratz-Akne

Seelische Belastungen, auch durch gehässige, unsensible Zeitgenossen, können zudem zu einer speziellen Akneform führen, die Ärzte „Kratz-Akne“ nennen: Werden Mitesser mit den Fingernägeln oder anderen Gerätschaften abgekratzt oder ausgedrückt, entzünden sie sich und die Kratz-Akne ist da. Frauen neigen eher als Männer zu solchen Kratz-Attacken. Der gutgemeinte Ratschlag, mit dem Kratzen aufzuhören, taugt leider wenig.

Die Ursachen liegen einfach tiefer, nämlich in der Seele. Kratz-Akne muss deshalb zum einen so intensiv behandelt werden wie jede andere Akne auch. Darüber hinaus ist aber seelische Aufbauarbeit nötig. Hier sind gute Freunde und die Eltern gefragt. Eventuell ist sogar eine Psychotherapie sinnvoll. Das dauert zwar seine Zeit, doch mit einem guten Therapeuten kann der Erfolg sich oft sehen lassen.

Akne-Spätschäden: Narben

Narbengefahr durch Abszesse

Wenn kleine Pusteln zu großen, eitrigen Entzündungen, zu Abszessen, angewachsen sind, wird der Arzt diese Hohlräume durch einen kleinen Einschnitt oder Einstich öffnen. Der Eiter kann dann abfließen und die Entzündung ausheilen. Lediglich eine kleine Narbe bleibt dann allenfalls zurück. Wird dagegen solch ein Abszess nicht rechtzeitig behandelt, zerstört er ein größeres Stück Haut und hinterlässt eine entsprechend große, auffällige Narbe.

Narbenkorrektur

Akne, vor allem die schwere Form, hinterlässt im Gesicht ihre Spuren. Doch Akne-Narben stehen allenfalls einsamen Westernhelden gut zu Gesicht. Die Narben von ausgeheilten Akneknoten und Abszessen lassen sich korrigieren, so dass sie später kaum oder gar nicht mehr auffallen. So eine Behandlung macht aber erst Sinn, sobald die Akne richtig abgeheilt ist und keine neue Narben mehr zu erwarten sind.

Eine eingesunkene Narbe kann der Arzt ausstanzen und dann mit feinen Stichen wieder vernähen. Er kann sie aber auch einschlitzen und anheben, damit sie wieder auf normaler Höhe liegt.

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Narben mit flüssigem Rinder-Kollagen zu unterspritzen. Die Lösung ist allerdings nicht von Dauer, da der Körper den fremden Stoff wieder abbaut. Der Effekt kann deshalb bereits nach einem Jahr wieder nachlassen. Bei vielen Akne-Narben im Gesicht kann man die Haut auch schleifen. Dabei wird die oberste Hautschicht mit einer feinen Diamantfräse abgetragen.

Diese Prozedur wird unter Narkose durchgeführt und birgt auch einige Risiken: Reichen die Narben unterschiedlich tief, wird die Haut möglicherweise nicht richtig eben. Auch der Schleifprozess selbst kann Narben hinterlassen. Auf jeden Fall bleibt die Haut über mindestens zwei Wochen stark gerötet und einige Monate sehr lichtempfindlich. Durch zuviel Sonne während dieser sensiblen Phase können sich die behandelten Hautstellen zudem dauerhaft unterschiedlich dunkel färben (pigmentieren). Schleifbehandlungen nimmt man aus diesem Grund am besten im Herbst oder Winter in Angriff.

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