Stress abbauen – Wege aus der Sackgasse

Stress abbauen
Stress abbauen | Bild: Fotolia © olly

Stress kommt aus dem Englischen und bedeutet Druck oder Spannung. Der Entdecker des Stresses war der Arzt Hans Seyle. Er bezeichnet Stress als eine unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Anforderung. Stress ist ein Überlebensmechanismus der Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Der Vorteil ist , das der Körper in einer kurzen Zeit auf eine Bedrohung reagiert und alle Kräfte mobilisiert um die Bedrohung abzuwenden. Der Nachteil ist , wenn der Körper überfordert ist, kann es zu gesundheitlichen Schäden kommen durch z.B. Magengeschwüre oder Koronargefäße.

Stress tritt immer dann auf, wenn der Körper sich bedroht, bedrängt oder belastet fühlt. Stress auslösende Reize nennt man Stressor oder Stressoren. Bekannte Stressoren auf den heutigen Alltag bezogen sind z.B. Lärm, Straßenverkehr, Termindruck, Konflikte oder Hektik. Stress hilft uns alltägliche Herausforderungen zu bewältigen. Gesunder Stress sorgt dafür das unsere Leistungen verbessert werden aber nur für eine begrenzte Zeit. Aber wenn man überfordert wird kann es Ursache für unterschiedliche Krankheiten sein.

Meilensteine der Stressforschung

  • 1859 Stress als Überlebenskampf.
    Charles Darwin hat in seiner veröffentlichen Evolutionstheorie dargestellt das Stress wichtig für unser Überleben ist denn nur die anpassungsfähigsten Individuen einer Art überleben.
  • 1914 Stress als Notfallreaktion.
    Physiologe Walter B. Cannon erkannte dass der menschliche Körper eigene Botenstoffe herstellt die zum Kampf oder zur Flucht befähigen.
  • 1936 Stress = Erschöpfung.
    Der Arzt Hans Seyle er teilt die in 3 Reaktionen die Arlarmreaktion, die Widerstandsphase und Erschöpfungsstadium, das gesundheitliche Probleme verursacht.
  • 1974 Stress ist reine Kopfsache.
    Physiologe Richard Lazarus, dass nicht die Belastungssituation den Stress hervorruft, sondern die persönliche Einschätzung der Situation.
  • 2012 Stress wird als Volkskrankheit erkannt.
    Es wurde laut einer Studie herausgestellt, dass 4,2 Prozent der Deutschen in einem chronischen Erschöpfungszustand stecken die durch Überlastung ausgelöst wurde.

Die Hormondrüsen des Menschen

  • Es gibt insgesamt 7 Hormondrüsen im Körper des Menschen. Alle mobilisieren Abwehrkräfte gegen Stressoren. 3 der 7 Hormondrüsen befinden sich im Gehirn des Menschen.
  • Die Epiphysedrüse die im Zwischenhirn liegt und das Hormon Melatin bildet.
  • Die Hypothalamusdrüse liegt im Zwischenhirn und bildet Effekthormone.
  • Die Hypophyse hängt am Gehirn und bildet Hormone die Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechsel regulieren.
  • In der Brust-und Bauchregion befinden sich die anderen Hormondrüsen.
  • Die Schilddrüse, auch genannt Thyroidea und die Nebenschilddrüse befinden sich im Hals des Menschen und bilden Jodhaltige Schilddrüsenhormone, die für den Stoffwechsel sehr wichtig sind.
  • Die Nebenniere, auch genannt Thymus, besteht aus zwei Organen. Die Nebennierenrinde produziert Sterioidstoffe und das Nebennierenmark produziert Adrenalin und Noradrenalin.
  • Die Bauchspeicheldrüse, auch genannt Pankreas, ist verantwortlich für die Regulierung des Blutzuckerspiegels und der Verdauungsprozesse.
  • Es gibt noch eine weitere Hormondrüse, die je nach Geschlecht vorhanden ist. Der Hoden für den Mann und die Eierstöcke für die Frau.

Vorgänge im Körper in einer Stresssituation

Unser Körper reagiert auf Stressoren mit einer sogenannten Stressreaktion. Dieser festgelegte Ablauf der Stressreaktion ist an sich sehr nützlich und effizient: Der gesamte Organismus konzentriert sich auf die Bewältigung eines zentralen Problems. Unsere Vorfahren hätten ohne ihn nicht überleben können. Ist man längere Zeit Stressoren ausgesetzt kann es zu körperlichen Schäden bis hin zum Tod führen kann.

Man unterscheidet drei Stadien:

  1. Alarmreaktion
  2. Widerstandsstadium
  3. Erschöpfungsstadium
Alarmreaktion

Die körperliche Anpassungsreaktion wird vor allem durch Stresshormone ausgelöst, die der Bereitstellung von Energiereserven dienen. Die Energiereserven in Bruchteilen von Sekunden bereitstellen.

Widerstandsstadium

In dieser Phase ist der Körper bestrebt das Stressniveau zu reduzieren. Der Körper versucht die Stresshormone wieder abzubauen und den Normalzustand wieder herzustellen. Die Widerstandphase kann nur temporär aufrecht gehalten werden.

Erschöpfungsstadium

Ist ein Mensch ständig Phasen erhöhter Aktiviertheit ausgesetzt, kann es zu ernsthaften Langzeitschädigungen kommen. Es können Magengeschwüre entstehen. Mittelfristig kann es zu Störungen auf muskulären Ebene kommen. Weitere Folgen können verminderte Leistungsfähigkeit, ineffiziente Handlungsweisen sowie allgemeine Überforderung und Erschöpfung sein. Langfristige Auswirkungen von Stress können die langfristige Beeinträchtigung des Wohlbefindens, psychosomatische und psychische Störungen sowie diverse Krankheiten sein. Außerdem ist das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöht.

Viele Stresssituationen im Alltag

Stress in der Schule

Ungewohnter Lehrstoff unter Zeitdruck (Leistungsdruck), verminderte Auffassungsgabe durch z.B. familiäre Probleme und ein belastetes Verhältnis zu Mitschülern sind häufige Ursachen für den Schulstress. Meistens kommt durch eine Erwartungshaltung der Eltern zusätzlicher Druck von außen stressverstärkend dazu.

Stress im Verkehr

Fahranfänger, Berufsverkehr, Baustellen sind Begriffe die bei Autofahrern bereits ein Unbehagen hervorrufen. Erfordern diese Situationen doch ungewohnt hohe Aufmerksamkeit. Die Unvorhersehbarkeit vieler Verkehrsituationen und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer sorgt hier für eine hohe Wahrscheinlichkeit für Stress.

Stress im Beruf

Kann entstehen durch Überforderung mit ungewohnten Aufgaben, Versetzung in eine neue Abteilung. Auch das immer wieder vorkommende Mobbing durch Kollegen kann starken Stress hervorrufen.


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Stress ist Lebenserhaltend

Ungesunder Stress

Heute sind unsere Probleme jedoch langwieriger und völlig anders als in der Steinzeit. Eine langfristige oder sehr häufige Stressbelastung wirkt sich negativ auf den Organismus aus. Die Wahrnehmung konzentriert sich auf die wichtigsten Reize, die den Stress auslösen. Die Situation wird bewertet. Gedanken wie „Ob das mal gut geht“ oder „Das hat mir noch gefehlt“ schießen durch den Kopf. Konzentrationsmangel, Leere im Kopf sind mögliche Folgen. Sie fühlen sich überfordert, Ihnen ist unwohl, Sie spüren innere Unruhe und Unsicherheit bis hin zu Ärger, Angst oder Panik.

Nerven und Kreislauf: Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron und Kortisol werden ausgeschüttet. Hierdurch erhöht sich die Atemfrequenz, Herz und Kreislauf werden belastet. Die Blutgefäße verengen sich, somit steigt der Blutdruck. Zucker- und Fettreserven werden gelöst, die Verbrennung gesteigert, es kommt zu vermehrter Schweißbildung. Typische Reaktionen sind zudem Herzrasen, Kurzatmigkeit, Erröten und ein trockener Mund.

Die gesamte Skelettmuskulatur ist angespannt. Dies zeigt sich durch Verspannungen, zum Beispiel im Schulter- und Nackenbereich sowie der Gesichts- und Sprechmuskulatur. Weitere muskuläre Reaktionen können Fingertrommeln, Fußwippen, Zuckungen, Zittern, Stottern und Zähneknirschen sein. Heute sind unsere Probleme jedoch langwieriger und völlig anders geartet als in der Steinzeit. Eine langfristige oder sehr häufige Stressbelastung wirkt sich negativ auf den Organismus aus.

Gesunder Stress

Stress hat primär die evolutionsbiologische Funktion, durch die Ausschüttung von Stresshormonen im Organismus die Aufmerksamkeit und Anspannung zu erhöhen, um in Gefahrensituationen blitzschnell reagieren zu können. Stress ist also ursprüngliche eine natürliche positive Reaktion des Körpers. Diese durchaus gesunde Reaktion des Körpers führt zu erhöhter Leistungsfähigkeit und sowohl in mentaler als auch körperlicher Hinsicht.

Ein ganz wichtiges Kriterium des gesunden und positiven Stresses (Eustress) ist es, dass das Hormonsystem nach kurzer Zeit wieder zügig herunter gefahren wird und zur Ruhe kommt. Die aktivierte Energie wird positiv genutzt, es findet eine Energieentladung statt. Eustress hat etwas mit Herausforderung zu tun, nicht mit Überforderung und verhilft zu gutem Schlaf.

Stress abbauen, aber wie?

Es gibt 5 Strategien um den Stress in den Griff zu kriegen.

Strategie 1 Hilfe suchen.

Viele Menschen verweigern sich Hilfe anzunehmen und es durch Hilfe Aufgaben abzunehmen lassen .,, Wer keine Hilfe annehmen kann, hat kein Vertrauen“, behauptet Neurobiologe Hüther. ,,Sobald ich anderen Menschen vertraue, muss ich nicht alles mehr alleine machen.“ Wer gute soziale Kontakte hat, verringert die Chancen von schlechten Stress befallen zu werden.

Strategie 2 Den Tag strukturieren.

Terminpläne und Zeitpläne können den Arbeitsalltag leichter gestalten. Wir können nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen so beschränkt, dass die Qualität der Arbeit, was Stress erzeugt. Wichtig ist, dass man regelmäßig Pausen macht und feste Schlafenszeiten einrichtet. Berufs-und Privatleben sollten getrennt werden.

Strategie 3 Gelassenheit üben.

In Stresssituationen sollte man seine Wut oder Angst durch Techniken reduzieren, welche wieder zur Gelassenheit führen. Gedanken und Gefühle zu lenken kann durch die Präventionskurse erlernt werden.

Strategie 4 Heilpflanzen nutzen.

Manche Heilpflanzen wie Hopfen, Melisse, Passionsblume oder Lavendel wirken auf den Körper beruhigend, ohne dass sie uns tagsüber uns müde machen. Abends wird durch diese Heilpflanzen die Schlafbereitschaft erhöht. Auch Bäder oder Nerventee sind beruhigend.

Strategie 5 Für Ausgleich sorgen.

Auf den Alltag zu achten und für einen sinnvollen Ausgleich zu sorgen wie z.B. Bewegung für Bergarbeiter oder Stille für Vielredner. Kreativität bei eintönigen Tätigkeiten sind wichtig um Stress zu vermeiden. Bei Freizeitaktivitäten sollte man auf seine Bedürfnisse ernst nehmen. Auch Urlaub sollte man An- und Entspannung achten, um einen Ausgleich zu schaffen.

* Text Copyright R.Sperling *


Quellen:

  • Biologie der Angst/ Gerald Hüther, 11. Auflage, ISBN 978-3-525-01439-4
  • Mensch und Gesundheit/ Schroedel Schulbuchverlag GmbH, ISBN 3-507-76164-5
  • Apotheken Umschau, 15. Dezember 2013
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1 thought on “Stress abbauen – Wege aus der Sackgasse”

  1. Der Internist hatte mir das so erklärt, das ich das auch verstanden habe. Ich sollte mir vorstellen, es gibt ein Stresshormon und ein Antistresshormon und beide müssen im menschlichen Körper in Waage gehalten werden. Bei mir war das so, das über die Jahre hinweg das Stresshormon klar die Oberhand gewonnen hatte und sich das in den Kopfschmerzen wiedergespiegelt hatte, was letzten endes nichts weiter war als zu hoher Blutdruck. Das ging dann soweit, das mein Körper repelliert hatte und der Notarzt anrücken musste. Das Ergebnis kennst Du ja bereits: Bluthochdruck. Aus erhöhten Blutdruck wurde also Stressfaktor- Bluthochdruck auch Hypertonie genannt, nur weil ich die körperlichen Signale ignoriert hatte. Dazu habe ich mich dann auch selber mehrfach beglückwünscht. Es ist schon ärgerlich, was da passsiert ist, nur leider kann ich die Uhr nicht mehr zurück drehen. Denn aufgrund dieser Tatsache, darf ich jetzt bis an mein Lebensende jeden Tag eine Tablette (Name:Ramilich, Mittel:Ramipril) gegen Bluthochdruck einnehmen. Den Stressfaktor Arbeit hatte ich nicht erkannt, das hätte wahrlich nicht sein müssen. Das verrückte an der ganzen Sache war, das ich nach zahllosen Untersuchungen kerngesund war, nur hatte das Stresshormon leider die Oberhand gewonnen.

    Neben dem Autogenen Training habe ich mir im sportlichen Bereich noch einen Hometrainer für ca. 100,-€ zugelegt, den ich 2-3 mal in der Woche eine halbe Stunde lang quäle (oder er mich). Nach drei Monaten war ich schon wieder gut in der Spur und nach einem halben Jahr war alles wieder in Butter, nur mit einem kleinen bitteren Beigeschmack, was Ramilich heisst. Ich glaubte den Stressfaktor Arbeit fest im Griff gehabt zu haben und setzte die Tablette eine Woche lang ab, da ich dachte, ohne dieses Präparat auszukommen. Aber leider hatte sich mein Zustand wieder verschlechtert. Also musste ich wohl oder übel die Tablette wieder einnehmen. Das ist das einzige Manko, was mich heute noch ein wenig stört. Was aber nicht nur mir besonders aufgefallen ist, ich bin körperlich fit und innerlich viel ruhiger geworden. Die Kopfschmerzen sind auch weg und mein Blutdruck ist jetzt für mein Alter spitzenmäßig, auch wenn ein kleines Präparat mir dabei hilft.

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