Steißbeinschmerzen – Ursachen, Behandlung und Übungen

Kommt es im unteren Bereich der Wirbelsäule, dem Steißbein, zu  schmerzhaften Qualen, sprechen Experten von Steißbeinschmerzen. So reagieren in diesem Fall das Steißbein und/oder die Weichteile dieser Körperregion auf Druck. Es kommt zu ziehenden oder auch stechenden Schmerzen, die ebenso in angrenzende Bereiche ausstrahlen können. Mediziner bezeichnen dieses Krankheitsbild auch als Kokzygodynie.

Welche möglichen Ursachen gibt es für Steißbeinschmerzen?

Verschiedene Ursachen finden sich für Steißbeinschmerzen. Warum es in diesem Bereich des Körpers zu schmerzhaften Problemen kommt, lässt sich nicht immer zu 100% feststellen. Chronische Mikrotraumata können hier unter Umständen die möglichen Auslöser sein. Hierbei handelt es sich um winzig kleine Verletzungen im Gewebe, die über eine längere Zeit hinweg entstehen können. Beispielsweise, kommt es zu solchen Mikrotraumata bei mechanischer Belastung, wie langem Sitzen auf hartem Untergrund.

Durchaus kann aber ebenfalls langes Sitzen auch weichen Flächen dazu führen, dass es zu Steißbeinschmerzen kommt. Aus diesem Grund besitzt die Kokzygodynie auch den Beinamen „television buttom“. Übersetzt, bedeutet dies so viel, wie „Fernsehhintern“.

Folgende Ursachen können ebenfalls Steißbeinschmerzen auslösen:

  • Steißbeinbruch
  • Steißbeinstauchung
  • Steißbeinprellung
  • Steißbeinverrenkung
  • Wurzelreizsyndrom
  • Bandscheibenvorfall
  • Steißbein-Fehlstellung
  • Lumbalgien
  • Beckenbereichsverletzungen
  • Krankheiten gynäkologischer Art
  • Nervenschmerzen
  • Entbindungen
  • Tumore im Steißbeinbereich
  • Operationen

Manchmal können ebenso psychosomatische Ursachen für Steißbeinschmerzen verantwortlich sein. Das bedeutet, dass sich psychische Erkrankungen, sowie Probleme in Form von Steißbeinschmerzen zeigen.

Welche typischen Symptome lösen Steißbeinschmerzen aus?

Stechende, ziehende, sowie brennende Schmerzen sind typisch bei Steißbeinschmerzen. Außerdem müssen die schmerzhaften Qualen nicht auf die Region des Steißbeins begrenzt sein, denn diese können ebenfalls bis in die Anal-, wie Lendenregion oder gar bis in die Hüfte ausstrahlen. Oftmals treten diese Schmerzen im Sitzen auf oder machen sich bemerkbar, wenn Betroffene sich aus der sitzenden Position aufrichten wollen.

Steißbeinschmerzen können so stark ausfallen, dass es den Betroffenen nicht mehr möglich ist sich hinzusetzen. In manchen Fällen kann dies sogar so weit gehen, dass es sogar beim Stuhlgang zu Schmerzen kommt. Gleiches gilt für den Geschlechtsverkehr. In der Regel dauern Steißbeinschmerzen einige Tage bis Wochen an. Unter Umständen können diese Qualen aber auch chronisch werden.

Wie läuft hier die Diagnostik ab?

Ein Anamnesegespräch im Vorfeld soll bei der Suche nach einer eindeutigen Diagnose helfen. Demnach schildert der Patient dem Mediziner den Schmerz-, wie Krankheitsverlauf so detailgetreu, wie nur möglich. Im Anschluss daran kommt es dann meist zu einer körperlichen Untersuchung. Ist der Druck den der Mediziner auf das Steißbein ausübt mit Schmerzen verbunden, handelt es sich hierbei ziemlich sicher um eine Kokzygodynie. Um andere Krankheiten ausschließen zu können oder um die Ursache genauer zu klären, wird anschließend meist noch ein MRT oder CT durchgeführt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten bei Steißbeinschmerzen gibt es?

In der Regel werden bei Steißbeinschmerzen erst einmal nur die Symptome gelindert.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten helfen hier meist:

  • Entzündungshemmende Arzneien, sowie Schmerzmittel
  • Nutzung eines ergonomischen Sitzkissens
  • Physiotherapie, Osteopathie, sowie Chirotherapie
  • Wärme und Entspannung durch Sitzbäder, Fangopackungen und Ähnliches
  • Örtliche Betäubung
  • Chirurgische Entfernung eines überbeweglichen Steißbeins

Was können Betroffene selbst bei Steißbeinschmerzen tun?

Werden die schmerzhaften Probleme lediglich durch falsches Sitzen erzeugt, gilt es in Zukunft weniger bzw. richtig zu sitzen. Wer demnach Tag täglich im Büro am Schreibtisch seiner Arbeit nachgeht, sollte darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre auf einen Steh-Sitz-Schreibtisch umzuschwenken. Einen solchen Schreibtisch kann man elektrisch verstellen. Auf diese Weise ist es möglich nach der sogenannten 40-15-5-Methode zu arbeiten. Das heißt, 40 Minuten gilt es die Arbeit im Sitzen zu erledigen, 15 Minuten im Stehen und anschließend gilt es fünf Minuten für Bewegung zu sorgen.

Außerdem ist es hilfreich, anstatt statisch, dynamisch auf harten Unterlagen zu sitzen. Das heißt, es gilt sich auch in der sitzenden Position zu bewegen und die Muskulatur zu stärken. Auf diese Weise wird das Steißbein im gleichen Zuge abwechselnd, wie unterschiedlich belastet. Auch ergonomische Bürostühle können hier ebenfalls Linderung verschaffen, denn diese gelten nicht nur als rückenschonend, sondern entlasten ebenso das Steißbein.

Fazit: Mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, macht bei Steißbeinschmerzen immer Sinn. Es gilt ebenso darauf zu achten dynamisch, wie steißbeinschonend eine sitzende Position einzunehmen. Manchmal sind die Schmerzen am Steißbein aber auch auf eine Prellung, einen Bruch oder gar auf einen Abszess im inneren des menschlichen Körpers zurückzuführen. In eher seltenen Fällen können die Steißbeinschmerzen ebenfalls durch psychosomatische Ursachen oder durch Verrenkungen ausgelöst worden sein. Um sich Gewissheit zu verschaffen, warum Steißbeinschmerzen einem das Leben schwer machen und natürlich um die Qualen zu lindern, ist es immer ratsam einen Facharzt aufzusuchen.

Mit Hilfe verschiedener Arzneimittel, sowie spezifischen Behandlungsmethoden ist es meist möglich die Steißbeinschmerzen auf lange Sicht abzuschwächen und die eigentliche Ursache zu beseitigen. Vor allem Prellungen, sowie Entzündungen im Bereich des Steißbeins, die starke Schmerzen verursachen, lassen sich mit weichen Sitz-, wie Ringkissen schnell lindern. Solche Krankheitsbilder sind in der Regel ohnehin in absehbarer Zeit überwunden, so dass die qualvollen Beschwerden nicht zum Dauerzustand werden. In den meisten Fällen stecken hinter Steißbeinschmerzen keine ernstzunehmenden Erkrankungen. Dennoch ist es immer ratsam bei Beschwerden in diesem Bereich einen Facharzt aufzusuchen.

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