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Schwarzer Stuhlgang – Ursachen und Behandlung

Es kann mal vorkommen, dass der Stuhlgang sich verfärbt. Dass der Stuhlgang schwarz ist, hat meist eher harmloser Ursachen, die keiner dringenden Behandlung bedürfen. Essen oder Medikamente können diese Verfärbung bedingen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn unter Umständen kann tatsächlich eine schwerwiegende Erkrankung hinter dem schwarzen Stuhlgang stecken.

Definition

Wie der Name bereits verrät, so sind unter schwarzer Stuhl jeglichen schwarzen Verfärbungen des Kots zu verstehen.

Teerstuhl wird durch Blutungen im oberen Verdauungstrakt hervorgerufen. Man erkennt diesen an der tiefschwarzen Verfärbung, zudem riecht dieser übel und ist leicht glänzend. Den schwarzen Stuhlgang dagegen kann man ganz klar von dem Teerstuhl abgrenzen, denn diesen könnte eine Einnahme von Medikamenten oder ein bestimmtes Lebensmittel Anlass der Farbveränderung sein. Gleiches gilt für den bräunlichen Stuhl.

Bei Neugeborenen ist zu beachten, dass hier von einem sogenannten Kindspech beziehungsweise Mekonium gesprochen wird. Auch wenn bei ihnen eine tiefschwarze Ausscheidung, besonders in der ersten Zeit, so handelt es sich hierbei nicht um ein Verdauungsprodukt und daher nicht mit dem hier besprochenen schwarzen Stuhlgang gleichzusetzen.

Schwarzer Stuhlgang als Symptom

Teerstuhl, welcher als ein tiefschwarzer Stuhl wahrgenommen wird, hat seine Ursache im Hämatin im Stuhl. Das Hämatin ist ein schwarzes Pigment, welches aufgrund des Kontaktes mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin und der Magensäure entsteht. Somit ist diese schwarze Verfärbung die Folge von inneren Blutungen im oberen Verdauungstrakt.

Unter Umständen kann das Hämatin bei einem sehr langsamen Verdauungsvorgang durch Blutungen sowohl im Dünn- wie auch Dickdarm gebildet werden. Sollte das freigesetzte Hämoglobin mehrere Stunden im Darm verweilen, so beginnt die bakterielle Zersetzung zu Hämatin. Allerdings geht der Teerstuhl nicht ohne Begleitsymptomen einher. Diese könnten sein:

  • Stechende Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen von Blut – Hämatemesis

Hinzukommt, dass durch den Blutverlust weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten können:

  • Anämie – Blutarmut
  • Sauerstoff Unterversorgung des gesamten Organismus
  • Kopfschmerzen
  • Ohrensausen
  • Ermüdungserscheinungen
  • Leistungseinbuße

Auch beim Magenkrebs im Spätstadium kann ein Teerstuhl, welcher gleichzeitig mit einem Völlegefühl begleitet wird, auftreten.

Zu merken ist, dass es bei einem schwarzen respektive schwarzbraunen Stuhlgang, welcher seine Ursache in Medikamenten und Ernährung hat, im Vergleich zum Teerstuhl keine weiteren Symptome gibt.

Die Ursachen für den Teerstuhl können beinahe durch jede Erkrankung bedingt werden, die vor allem Blutungen im Verdauungstrakt verursachen. Die Blutungen treten häufig als Folge von schwerwiegenden Krankheiten auf und bedürfen dringend und ohne Wenn und Aber einer ärztlichen Versorgungen. Hier eine Auflistung von einigen Krankheitsursachen:

  • Magengeschwüre
  • Magenschleimentzündungen
  • Krampfadern im Bereich der Speiseröhre und des Magens
  • Speiseröhrenentzündungen
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Bakterielle Darminfektion
  • Krebserkrankungen im Magen-Darm-Bereich

Ursachen für den plötzlichen schwarzen Stuhl

Da der tiefschwarze Stuhlgang eingehend behandelt worden ist, gehen wir jetzt davon aus, dass Sie bei sich selbst einen braunschwarzen bis schwarzen Stuhl erkennen. Bevor Sie komplett in Panik ausbrechen, lassen Sie zunächst im Geiste über Ihre letzten Mahlzeiten Revue passieren.

Wie bereits erwähnt, ist in den meisten Fällten tatsächlich die Ernährung und eventuelle Medikamenteneinnahme die Ursachen für den schwarzen Stuhl. Daher wäre es klug, zunächst einmal zu überlegen, ob in den letzten Tagen vermehrt Lebensmittel mit bläulichen Farbstoffen, den Anthocyanen, verzehrt worden ist. Hierbei kommen folgende Lebensmittel in Betracht:

  • Kirschen
  • Blaubeeren
  • Rote Beete
  • Rotkohl

Aber auch

  • Rotwein
  • Häufiger Genuss vom roten Fleisch

sind Ursachen für die unangenehme, aber weniger gefährliche Verfärbung. Unter anderem können künstliche Farbstoffe der Lebensmittelindustrie die Stuhlfärbung hervorrufen.

Aufgrund dieser Verursacher besteht keinerlei Grund zur Sorge. Wenn die Verfärbung des Stuhls auf die Ernährung zurückzuführen ist, so muss auch die Ernährung nicht umgestellt noch irgendwelche weiteren Schritte zur Vorsorge eingeleitet werden. Eine Beobachtung des Stuhls in den nächsten Tag, in denen die genannten Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden, wird die Frage beantwortet, ob sich die Färbung ohne diese wieder normalisiert. Sollte die Frage mit einem Ja beantwortet werden, so ist alles gut.

Medikamente wie Kohletabletten, Eisenpräparate und einige andere können den schwarzen Stuhlgang ebenfalls fördern. Dies kann man allerdings dem Beipackzettel entnehmen und im Prinzip ist selbst das harmlos.

Sollten aber diese Ursachen den ungewöhnlichen Stuhl nicht erklären, so sollten Sie sich untersuchen lassen.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Zunächst empfiehlt es sich den Stuhlgang genau zu beobachten. Sollten die Begleiterscheinung, die mit dem Teerstuhl einhergehen, nicht aufkommen, so analysieren Sie Ihre Essgewohnheiten und die verzehrten Lebensmittel. Haben Sie verdächtige Lebensmittel gefunden, so lassen Sie diese einige Tage weg und schauen Sie, ob und wie sich Ihr Stuhl verändert. Damit hätten Sie die Bestätigung für die zuvor verdächtigen Lebensmittel oder Sie müssten noch etwas weiter forschen.

Bei einer möglichen Medikamenteneinnahme lesen Sie den Beipackzettel, ob hier unter den aufgeführten Nebenwirkungen schwarzer Stuhlgang aufgelistet ist. Bei einer regelmäßigen Einnahme eines Eisenpräparats ist dies durchaus möglich. Gefährlich könnte es bei der Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika werden, denn diese haben die Nebenwirkung Magenblutungen zu verursachen. Sollte dies der Fall sein, konsultieren Sie einen Arzt.

Sofern Sie weder die Medikamente noch Nahrungsmittel als Ursache für den schwarzen Stuhlgang lokalisieren konnten und es treten zusätzlich Symptome von Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit auf, so ist ein Besuch beim Arzt unverzüglich zu tätigen. Er ist in der Lage notwendige Untersuchungen und Therapien einzuleiten. Beim Erbrachen von Blut ist sofort ein Notarzt zu rufen!

Gegenmaßnahmen bei schwarzem Stuhlgang im Überblick:

  • Verzehrte Nahrungsmittel und ein eventueller Genuss von Rotwein rekapitulieren
  • Auslöser weglassen und die Stuhlfarbe erneut prüfen
  • Beipackzettel von Medikamenten auf die Nebenwirkung des schwarzen Stuhlganges überprüfen
  • Den Arzt auf mögliche Nebenwirkungen von Arzneien ansprechen
  • Einen Arzt sofort aufsuchen, sofern kein offensichtlicher Grund für den schwarzen Stuhlgang erkennbar ist
  • Beim Erbrechen von Blut sofort den Notarzt rufen

Therapie beim schwarzen Stuhlgang

Sollte der Arzt tatsächlich Blutungen im Verdauungstrakt festgestellt haben, werden sofort therapeutische Maßnahmen eingeleitet.

Blutungen im Magen, der Speiseröhre und dem Zwölffingerdarm können bereits während der Magenspiegelung mithilfe der endoskopischen Blutstillung behoben werden. Ein operativer Eingriff erfolgt, sofern man auf diesem Wege die Blutstillung nicht erreicht.

Hat man die Blutung gestoppt, erfolgt als Nächstes die Behandlung von der zugrunde liegenden Erkrankung. Je nach Krankheit gibt es hier unterschiedliche Behandlungsmethoden, so kann zum Beispiel bei der Infektion mit Helicobacter pylori eine Magenschleimhautentzündung entwickeln, die sich mit Antibiotika behandeln lässt.

Behandlung der Ursachen

Magenschleimhaut- und Speiseröhrenentzündungen werden beispielsweise in der Naturheilkunde oft mit Heilerde oder Basenpulver sowie mit schleimhaltigen, entzündungshemmenden und gerbstoffreichen Heilpflanzen zum Schutz der Schleimhaut behandelt. Bei Magengeschwüren kommen in der naturheilkundlichen Behandlungen auch Akupunktur, Aroma- und Ernährungstherapien vor. Dabei spielt besonders der Säure-Base-Haushalt des Organismus eine wichtige Rolle und bekommt eine besondere Aufmerksamkeit während der Therapie. Auch Schüssler-Salz-Therapien sowie Homöopathie sind naturheilkundliche Behandlungsansätze.

Die Naturheilkunde mag heutzutage einiges an Behandlungsmethoden vorweisen, doch besonders bei Erkrankungen, die mit Blutungen im Verdauungstrakt mit einem entsprechend schwarzen Stuhlgang einhergehen, kann diese unter Umständen nur über eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Damit wäre eine konventionelle therapeutische Maßnahme nicht vermeidbar.

Fazit

Im Allgemeinen kann man also vorschlagen, dass jeder seinen Stuhlgang regelmäßig im Auge behält und seine Lebensweise hin und wieder mal überprüft. Durch die häufige Überprüfung lässt sich die Verschleppung einer ernsthaften Erkrankung verbeugen. Man braucht zunächst einmal sich nicht zu sorgen, denn eine Verfärbung des Stuhls ist besonders wegen der Nahrungsaufnahme ganz normal. Ebenfalls liegt die Abweichung die Konsistenz des Stuhls in der Ernährung. Wer also sich aufmerksam in seinen Nahrungsgewohnheiten mit zusätzlichem Hinblick auf den Stress und Medikamentenaufnahme  beobachtet, wird schnell gelernt haben, zwischen normal und unnormal unterscheiden können.

Sollte tatsächlich ein Teerstuhl auftreten, so gilt nicht lange warten, sondern direkt einen Arzt aufsuchen. Hier kann einfach eine gefährliche Blutung im Verdauungstrakt vorliegen, so kann ein verantwortungsloses Verhalten gegenüber der eigenen Gesundheit schlimm enden. Indikatoren hierfür liegen in den Bauchschmerzen und dem Erbrachen. Seien Sie sich darüber, dass vor allem das Erbrechen von Blut lebensbedrohlich ist und ein Notarzt umgehend gerufen werden muss.

Ein schwarzer Stuhl muss nicht, kann aber gefährlich sein. Daher sollte man im Zweifelsfall stets einen Arzt aufsuchen.

Schwarzer Stuhlgang – Ursachen und Behandlung
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