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Schleim im Stuhlgang – Symptome, Ursachen und Behandlung

Der Stuhl wird aufgrund von Verdauungsvorgängen im Darm gebildet. Dieser besteht aus einem recht hohen Anteil aus Wasser, den anderen, also den festen Anteil bilden die unverdauten Teile der Nahrung und Ballaststoffe. Hinzukommen noch abgestoßenen und schadhaften Zellen der Darmschleimhaut.

Es gibt vielfältige Ursachen für die Veränderung des Stuhlgangs, allerdings sollten Auflagerungen von Schleim nicht ignoriert werden, denn es könnte unter anderem ein Alarmzeichen des Körpers sein, dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Daher ist es enorm wichtig den kompletten Verdauungstrakt zu beobachten und bei Bedarf medizinisch abzuklären, um Krankheiten wie Darmkrebs schnell feststellen zu können. Der Schleim kann ebenfalls entweder ernsthafte oder harmlose Ursachen haben.

Symptome erkennen

Wenn Schleim im Stuhl erkannt wird, so spricht dies nicht gleich für eine Erkrankung. Es können tatsächlich harmlose Ursachen den Schleim verantworten, die wiederum recht zügig vergehen. Sollten Sie Ihren Stuhlgang regelmäßig beobachten und Ihnen fällt auf, dass der Schleim nur einmal aufgetreten ist, so ist dies entweder auf die Ernährung oder auf eine kurzfristige Infektion zurückzuführen. Auch hier verschwindet der Schleim recht schnell von allein. Trotzdem ist es ratsam den Stuhlgang weiterhin zu beobachten, um ernsthaften Ursachen ohne Zweifel auszuschließen.

Da also der Schleim im Stuhl unterschiedliche Ursachen haben kann, sieht es dementsprechend auch unterschiedlich aus. Dabei treten sowohl Unterschiede in der Konsistenz wie auch der Farbe auf. Auch beim normalen Stuhlgang kann der Schleim auftreten.

Ebenso die Masse des im Stuhl befindlichen Schleims ist ebenfalls in diesem Zusammenhang wichtig. Dabei kann dieser entweder den Stuhl komplett durchdringen beziehungsweise umschließen oder nur mancherorts und verstreut auftreten.

Farblich gesehen kann der Schleim von einem hellem beinahe farblosen oder weißlichen, über einen gelben bis zu einem grünlichen Schimmer beobachtet werden. Der Hinweis der Farbe des Schleims gibt dem Arzt Rückschlüsse über die Ursachen für diesen.

Ursachen für den Schleim im Stuhlgang verstehen

Prinzipiell gibt es mehrere Gründe, warum der Schleim im oder auf dem Stuhl erscheint. Wie bereits geschrieben worden ist, kann der Schleim auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, muss aber nicht. Sollte man daher über einen längeren Zeitraum eine Absonderung des Schleims im Stuhl beobachten, ohne dass man diesen durch eine Ernährungsumstellung behoben kriegt, muss auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Der Arzt kann weitere mögliche Ursachen wie chronisch-entzündliche Erkrankungen, Infektionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten diagnostizieren und so entsprechende Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen.

Schleim als alleiniges Symptom ist nicht gerade aussagekräftig, daher wird der Arzt nach weiteren Anzeichen während der Anamnese fragen. Bleiben Unklarheiten trotzdem bestehen, so sollte man sich auf eine Darm- und Magenspiegelung einstellen, um wirklich ernsthaften Erkrankungen ausschließen zu können. Folgende Punkte erfragt der behandelte Arzt:

  • Unwohlsein, begleitet beziehungsweise verursacht sowohl Fieber wie auch Schmerzen
  • Dichte und Färbung des Schleims
  • Ernährungsumstellung oder kurzfristig andere ungewöhnliche Ernährungsweise in den letzten Wochen
  • Eventuelle geplante oder durchgeführte Reise
  • Genetisch bedingte Erkrankungen aus dem Familienumfeld

Ursachen und ihre Auswirkung im Überblick

Nahrungsmittelunverträglichkeit

  • Laktoseintoleranz, die die Verdauungsstörung des Milchzuckers beschreibt. Um diese erfolgversprechend zu bekämpfen, auf alle Produkte, denen Laktose entweder beigemengt wurde oder auf natürliche Weise enthalten ist, zu verzichten. In der modernen Zeit finden sich relativ viele Nahrungsmittel, die mit laktosefrei gekennzeichnet sind.
  • Glutenunverträglichkeit auch Zöliakie genannt, die neben dem Schleim auch mit Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen. Hier gibt es eine Reaktion des Körpers auf den Klebeeiweiß Gluten, welcher in vielen Getreidesorten vorkommt. Als eine der Behandlungsmethoden kann der Arzt eine Umstellung der Ernährung vorschlagen. Diese basiert verständlicherweise auf dem Verzicht glutenhaltiger Nahrungsmittel.

Entzündliche Darmerkrankungen

  • Morbus Crohn ist eine chronische Darmentzündung, die neben dem Schleim auch mit Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Bauchbereich, Durchfall und Blut begleitet wird. Diese Erkrankung kann sich tatsächlich auf den gesamten Verdauungstrakt, sprich vom Mund bis zum After, erstrecken und heftige Beschwerden verursachen. In folgenden Ursachen könnte diese Erkrankung liegen:
    • Autoimmunerkrankungen,
    • genetisch, also vererbbar sein oder
    • durch bestimmte Lebensweisen verursacht worden sein,
    • selbst psychische Ereignisse kommen in Frage.

Aufgrund der Komplexität der Erkrankung wird die Behandlung erschwert.

  • Colitis ulcerosa kommt bei einer Darmschleimhautentzündung, die wiederum nur im Dickdarm vorkommt, vor und wird neben dem Schleim auch von Durchfall, Bauchschmerzen, Blut und Eiter begleitet. Diese Erkrankung ist nicht heilbar, sondern lediglich therapiebar. Dies bedeutet, dass eine lebenslange Änderung der Lebensgewohnheiten unter Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten den besten Erfolg erzielen können.
  • Reizdarm ist recht anfällig auf bestimmte Bestandteile respektive Beschaffenheiten von Lebensmitteln wie Alkohol, Tee, Koffein, Nikotin. Dieser wird ebenfalls von Bauchschmerzen begleitet, hinzukommen zusätzlich noch Druckgefühl im Bauch, Durchfall oder Verstopfung, Flatulenz und hörbare Darmgeräusche dank der Blähungen. Sollte der Arzt der Auffassung sein, dass der Reizdarm für den Schleim im Stuhlgang verantwortlich ist, rät er meist zu einer Änderung der Lebensweise und dementsprechend der Essgewohnheiten. Um den Säure-Base-Haushalt positiv zu beeinflussen, werden meist Medikamente und Nahrungsmittel eingenommen.
  • Infektionen, die meistens von Bakterien ausgelöst werden. Auch hier herrschen Symptome wie Durchfall und Übelkeit. Außerdem kann hier ein Flüssigkeitsverlust auftreten, dem in jedem Fall entgegengewirkt werden sollte. Daher wird man bei schweren Infektionen auch ins Krankenhaus eingeliefert, denn hier ist eine Gabe von Flüssigkeit und Elektrolyten gegeben und außerdem lebenswichtig. Der Schleim verschwindet, sobald die Behandlung bei der Infektion einschlägt.
  • Magen-Darm-Grippe, die zur Übelkeit und dem Erbrechen führt, außerdem von Appetitlosigkeit und Blut im Stuhl begleitet wird.
  • Salmonellose und Lebensmittelvergiftungen.
  • Hämorrhoiden und Darmpolypen, die von Juckreiz, Brennen, Blutauflagerungen, lokale Schleimabsonderungen, Stuhlschmieren begleitet werden. Hämorrhoiden sind Wülste, die sich vor allem am Darm-Ende bilden. Sollten diese für den Schleim verantwortlich sein, so werden sie ausgetrocknet.
    Polypen sind ebenfalls Wülste. Diese treten vor allem in den Schleimhäuten, aber auch im kompletten Darm auf. Sofern man diese rechtzeitig erkennt, sind sie harmlos. Durch einen relativ einfachen und kleinen Eingriff können diese entfernt werden. Trotz ihrer teilweise Harmlosigkeit können die Polypen zum Schleim im Stuhlgang führen. Sobald die Wülste entfernt worden sind, stellt sich die Verdauung auf ihre ursprüngliche Normalität ein und die Schleimausscheidung verschwindet wieder.
  • Darmkrebs, welcher zum Stuhlgangblut führt und teilweise von starken Schmerzen, einem unregelmäßigen Stuhlgang und unerwünschten Gewichtsabnahme begleitet wird. Schleim im Stuhl kann daher tatsächlich ein Hinweis auf eine lebensbedrohliche Erkrankung hindeuten. Darmkrebs kann zwar operativ, strahlentherapeutisch sowie durch eine Chemotherapie behandelt werden, doch all diese Behandlungsmöglichkeiten garantieren keine Heilung. Daher leiden einige, die bereits am Darmkrebs erkrankt sind, an der Veränderung des Stuhlgangs. Schleim im Stuhlgang ist daher hier keine Ungewöhnlichkeit.

Untersuchungen im Falle des Schleims im Stuhl

Um eine gute Diagnose zu stellen, sind neben der allgemeinen Untersuchungen, also Abhören, Abklopfen, Erfragen weiterer Symptomen und Lebensgewohnheiten, auch andere Untersuchungen wichtig und vonnöten. Dazu gehört zum Beispiel die labortechnische Untersuchung einer Stuhlprobe sowie des Urins und des Blutes, auch das Abtasten des Darms ist unerlässlich.

Ultraschall, Röntgen oder eine Computertomographie kommen gleichermaßen zum Einsatz. Die altbekannte und unbeliebte Untersuchung ist allerdings die klassische Darmspiegelung, in der Darm mithilfe einer Sonde untersucht wird. Außerdem lassen sich hierbei am besten Gewebeproben entnehmen, sodass man diese im Anschluss vernünftig analysieren kann.

Fazit

Der Darm ist ein empfindliches Organ, welches durch Krankheiten oder äußere Reize wie Stress gestört werden kann. Somit kann eine Schleimauflagerung zwar harmlos, aber gleichzeitig auch ein erstes Anzeichen für eine schwere Erkrankung sein. Es empfiehlt sich daher, nachdem Schleim im Stuhl festgestellt worden ist, diesen einige Tage zu beobachten. Sollte sich allerdings danach keine Besserung einstellen, bitte sofort einen Arzt aufsuchen, um Ursachen für den Schleim im Stuhlgang abzuklären und schlimme Krankheiten auszuschließen. Sollte der Schleim im oder um den Stuhl herum mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Blutungen einhergehen, gilt ebenfalls keine Zeit verlieren und sofort einen Arzt aufsuchen.

Da es unterschiedliche Ursachen für den Schleim im Stuhl gibt, kann es vorkommen, dass bereits eine Ernährungsumstellung hilfreich ist, zumindest hilf dies, bei einer diagnostizierten Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Außerdem sollten die psychischen Ursachen nicht unterschätzt werden. Der Darm kann schon deshalb aus der Bahn geworfen werden, weil man gestresst seinen Toilettengang erledigen möchte oder gar den Drang aufgrund von Peinlichkeiten (da man vielleicht auf eine öffentliche Toilette gehen muss) oder anderen Umständen zu lange unterdrückt. Daher sollte man sich für den eigentlich Gang zur Toilette genügend Zeit und Ruhe nehmen.

Im Allgemeinen ist zu merken, dass es klug ist, sich selbst, seine eigene Ernährung und Lebensweisen zu beobachten, um dementsprechend zu erkennen, auf was wie der eigene Körper reagiert, um besser unterscheiden zu können, ob die Reaktion harmlos oder gefährlich ist.

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