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Schilddrüsenunterfunktion Symptome, Ursachen und Behandlung

Schilddrüsenunterfunktion Symptome, Ursachen und Behandlung

Bei der Schilddrüsenunterfunktion ist die Bildung der lebenswichtigen Hormone T4 und T3 zunehmend eingeschränkt. Nachfolgend verlangsamt der Stoffwechsel krankhaft . Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab. Kennzeichen sind Antriebsschwäche und ein phlegmatisches Auftreten. Die betroffenen Patienten klagen außerdem über Gewichtszunahme, trockene Haut, langsamen Puls und extreme Kälteempfindlichkeit.

Bei einer Unterfunktion im Kindesalter können körperliche oder geistige Behinderungen die Folge sein. Meist wird die Schilddrüsenunterfunktion zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr entdeckt. Frauen sind mehrfach häufiger betroffen wie Männer. Viele Menschen erwarben aufgrund des heute weit verbreiteten Jod-Mangels im Körper eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse. Sichtbar wird die Erkrankung durch den sogenannten Kropf als Vergrößerung der Schilddrüse.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen

Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beginnen oft langsam und schleichend. Das trifft vor allem bei einer Hypothyreose zu, die idiopathisch (quasi spontan, ohne erkennbaren Grund) auftritt oder die Folge einer Entzündung ist. So kommt es vor, dass ein Patient zu Beginn der Unterfunktion kaum Symptome wahrnimmt. Erst bei stärkerer Unterfunktion sind typische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion auch subjektiv bemerkbar.

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Folgende Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind charakteristisch:

  • allgemeine Müdigkeit
  • Antriebsminderung
  • Konzentrationsunfähigkeit
  • gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Kälteempfindlichkeit
  • fehlendes Schwitzen
  • Obstipation
  • Störungen der Geruchs- und Geschmackswahrnehmung
  • zunehmende Schwerhörigkeit

Das private Umfeld und der Arzt können folgende Symptome und Befunde beobachten:

  • Verlangsamung der Reaktionen
  • trockene und blasse Haut
  • blasse Hautfarbe
  • kühle Hauttemperatur
  • aufgeraute und schuppige Haut
  • herabgesetzte Talgdrüsensekretion
  • fehlendes Schwitzen
  • Schwellungen der Hände und Augenlider.

Durch einen geänderten Stoffwechsel werden in der Subkutis dieser Regionen vermehrt Mukopolysaccharide und dadurch auch Wasser eingelagert. Tritt das verstärkt auf, kommt es zu dem sog. Myxödem. Drückt man auf eine solche Schwellung, verschwindet die Delle sofort. Dieses Verhalten ist charakteristisch für ein Myxödem und ein wichtiger Unterschied zum kardial bedingten Ödem. Tritt ein solches Ödem an den Stimmbändern auf, folgt dadurch eine heisere und raue Stimme.

Systemische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind:

  • Bradykardie
  • träge Patellar- und Achillessehnenreflexe.

Bei einem Jodmangel kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Ein charakteristisches Symptom für diese Form ist das kompensatorische Wachstum des Schilddrüsengewebes, was zum typischen Struma führt.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern und Säuglingen

Bei Neugeborenen sind Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion nicht oder nur schwer zu erkennen.

Unspezifische Anzeichen bei Neugeborenen sind:

  • eine fühlbare (> 5mm) offene kleine Fontanelle
  • eine kühle und marmorierte Haut
  • respiratorische Störungen
  • ein durch eine verzögerte Leberreifung entstehender Ikterus prolongatus.
  • Neugeborene schlafen den ganzen Tag.

Die vollen Symptome der Hypothyreose bei Neugeborenen zeigen sich erst später:

  • faltiges Gesicht
  • teigig trockene Haut
  • Nabelbruch
  • großer Bauch
  • tiefe und krähende Stimme
  • Kinder schreien nur wenig
  • niedrige Pulsfrequenz
  • Kinder trinken schlecht
  • gedeihen nur mäßig
  • Kinder machen trotzdem einen zufriedenen Eindruck

Schwerste Folgen treten dann auf, wenn die Hypothyreose zu einer irreversiblen Störung der Ausdifferenzierung der Nervenzellen führt.

Schilddrüsenunterfunktion Anzeichen bei Kindern

  • schwere statomotorische Entwicklungsstörung
  • gestörte Sprachentwicklung
  • verlangsamte Reflexzeit
  • eingeschränktes Längswachstum
  • Kinder zeigen einen typischen Gang mit vorgeneigtem Oberkörper und gebeugten Hüften.

Hinweis: Hier beschriebene Symptome dienen der allgemeinen Information und ersetzen in keinster Weise einen ärztlichen Rat!

In der Praxis bleibt eine Schilddrüsenunterfunktion häufig unerkannt.

Die auftretenden Beschwerden werden dann meist als psychisches Problem diagnostiziert. In der Folge werden Patienten entsprechend falsch behandelt. Erkannt wird die Unterfunktion überwiegend durch medizinische Blutuntersuchungen im Labor. Die Behandlung besteht in der Einnahme von Medikamenten zum Ausgleich des Hormon-Mangels. Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion ist vererbt oder wird während der Schwangerschaft im Mutterleib ausgebildet.

Schilddrüsenunterfunktion Behandlung

Das bestehende Defizit der Schilddrüsenhormone wird in der Standardtherapie der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) durch Substitution gedeckt. Diese Substitution kann prinzipiell mit L-Thyroxin oder L-Trijodthyronin durchgeführt werden. Diese Hormone sind synthetisch herstellbar. Die Hormone können alleine gegeben werden, aber alternativ kann man als Mischform auch beide Hormone zusammen einnehmen.

Schilddrüsenunterfunktion behandeln Mediziner üblicherweise mit einer L-Thyroxin Monotherapie. Die Tagesdosis wird morgens nüchtern eingenommen. Ideal ist die Einnahme eine halbe Stunde vor dem Frühstück. Die Einnahme erfolgt mit einem Glas Wasser. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen ist 100 – 200 µg L-Thyroxin. Die Substitution des Schilddrüsenhormons sollte einschleichend beginnen.

Der Grund dafür ist der, dass bei einer Schilddrüsenunterfunktion als Folge eine Bradykardie auftreten kann. Substituiert man das Schilddrüsenhormon zu schnell, wird das kardiovaskuläre System derart stimuliert, dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Daher beginnt die Behandlung bei einer länger bestehenden Hypothyreose mit 25 µg L-Thyroxin. Diese Dosis steigert man alle vier Wochen um weitere 25 µg. Dadurch werden die genannten Nebenwirkungen verhindert.

Monotherapie bei Schilddrüsenunterfunktion
Monotherapie bei Schilddrüsenunterfunktion

Schilddrüsenunterfunktion behandeln die entsprechenden Ärzte natürlich unter der ständigen Kontrolle der Laborwerte. Ein weiterer Parameter, der natürlich beachtet wird, ist das Abklingen der Symptomatik. Sind die Laborwerte der Schilddrüsenhormone im Normbereich und ist das Wohlbefinden der Patienten wieder hergestellt, ist das L-Thyroxin ideal dosiert.

Bei dieser Therapie werden die Schilddrüsenhormone lebenslang substituiert. Der Patient hat dabei die gleiche Lebenserwartung und Leistungsfähigkeit wie ein euthyreoter Patient mit gesunder Schilddrüse. Die Schilddrüsenparameter sollten regelmäßig im Labor untersucht werden. Vor allem sollte der Patient dahingehend sensibilisiert werden, dass er größere Änderungen in seiner Lebensführung nur unter ärztlicher Kontrolle vornimmt.

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Möchte ein Patient z.B. abnehmen, ist es sinnvoll, das unter ärztlicher Kontrolle durchzuführen. Abnehmen kann zu Schwankungen der Schilddrüsenhormone führen, die dann unter ärztlicher Aufsicht nachjustiert werden könnten.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, die durch Jodmangel induziert wurde, besteht auch die Möglichkeit, die entgleiste Funktion der Schilddrüse durch die Einnahme von Jodtabletten oder alternativ durch jodhaltige Nahrung zu regulieren.

Schilddrüsenunterfunktion Behandlung eines hypothyreoten Koma

Das Prinzip, die Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion einschleichend zu beginnen, gilt nicht für das hypothyreote Koma. Es handelt sich dabei um eine lebensbedrohliche Situation. Therapie der Wahl ist die intravenöse Injektion von 500 µg L-Thyroxin. Diese i.v. Gabe muss an den folgenden Tagen mit 100 µg L-Thyroxin fortgesetzt werden. Nach 8-10 Tagen kann eine solche Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion bei symptomatischer Besserung auf Tabletten umgestellt werden.

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Wer sich ein Kind wünscht, hofft im Regelfall, sehr schnell schwanger zu werden. Die Chancen dafür stehen auch bei einer gesunden Frau nicht schlecht: Durchschnittlich vier Zyklen werden benötigt, bis eine Schwangerschaft eintritt, mit zunehmendem Alter dauert es meist naturgemäß etwas länger. Wenn das ersehnte Wunschkind ausbleibt, sollte man spätestens nach einem Jahr auf Ursachenforschung gehen.

Die gynäkologische Endokrinologie ist hier ein guter Ansprechpartner. Anhand einiger Blutuntersuchungen kann schnell und für die Frau völlig schmerzfrei festgestellt werden, ob womöglich der Kinderwunsch bisher wegen einer Schilddrüsenunterfunktion unerfüllt geblieben ist. Eine optimal funktionierende Schilddrüse bietet die Grundlage für einen regelmäßigen Zyklus und ist damit auch wichtig für eine möglichst rasche Erfüllung in Sachen Kinderwunsch.

Wird hier eine Unterfunktion festgestellt und behandelt, normalisiert sich der Zyklus auch oft schnell wieder und die Chancen auf eine Schwangerschaft sind dann deutlich erhöht. Wie konkret behandelt wird, müssen die Ärzte anhand der konkreten Werte entscheiden.

Folgen einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft muss unbedingt rechtzeitig erkannt und sofort behandelt werden, da ansonsten der Embryo körperliche und geistige Schäden davontragen kann. Der Embryo selbst kann erst ab der 12. Schwangerschaftswoche eigene Schilddrüsenhormone bilden. In der Schwangerschaft kann der Bedarf an Schilddrüsenhormonen stark ansteigen, deswegen sollte der Wert im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrolliert werden.

Gegebenenfalls muss die Medikation an die Werte angepasst werden. Die Medikamente sollten niemals auf eigene Faust abgesetzt oder verändert werden! Die Folgen einer Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft können gravierend sein: Im schlimmsten Fall kann eine Fehlgeburt aus einer unbehandelten Unterfunktion entstehen. Da eine Fehlgeburt ein äußerst traumatisches Ereignis ist, sollte die Schilddrüse immer kontrolliert werden – gegebenenfalls sollte man auch den Arzt darauf gezielt ansprechen!

Allgemeines zur Schilddrüsenunterfunktion

Der Schilddrüse wird im Alltag oft wenig Bedeutung beigemessen. Viele Menschen wissen gar nicht, wozu wir eine gut funktionierende Schilddrüse benötigen und was geschehen kann, wenn diese nicht mehr richtig arbeitet. Gerade die Schilddrüsenunterfunktion kommt im Bereich der Schilddrüsenerkrankungen recht häufig vor.

Viele Betroffene wissen aber gar nicht, dass sie an einer solchen Unterfunktion leiden, da die Symptome nicht immer eindeutig sind. Gerade in der Schwangerschaft kommt der Schilddrüse aber eine enorm wichtige Bedeutung zu. Deswegen sollte jede Schwangere und jede Frau, die sich ein Kind wünscht, einmal mit diesem Thema auseinandersetzen.

Generelle Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Unterfunktion der Schilddrüse ist deswegen nicht immer leicht zu erkennen und wird oft jahrelang übersehen, die da Symptome nicht eindeutig sind und in unserem hektischen Alltag oft übergangen werden. Da es nicht das eine, ganz typische Symptom gibt, an welchem man eine Schilddrüsenunterfunktion festmachen kann, ist es geboten, generell gut auf seinen Körper und mögliche Anzeichen zu achten. Schilddrüsenunterfunktionen gehen oft einher mit einer gesteigerten Müdigkeit, auch Gefühle von Antriebslosigkeit werden beschrieben.

In Extremfällen werden auch depressive Verstimmungen als Symptome genannt. Ein Hinweis kann auch eine plötzliche oder auch eine chronisch schleichende Gewichtszunahme sein, die man sich nicht wirklich erklären kann, da man die Ernährungsgewohnheiten nicht verändert hat. Unterfunktionen haben oft eine erbliche Komponente. Wenn also Mutter und Großmutter schon Probleme mit der Schilddrüse hatten, so ist eine entsprechende Untersuchung der Werte auch ohne gezielte Hinweise auf eine mögliche Problematik anzuraten.

Menschen mit dieser Schilddrüsenunterfunktion leiden in der Regel ein Leben lang.

Eine während der Schwangerschaft entwickelte Unterfunktion kann sich dagegen vollständig normalisieren. Hier spielt lediglich Jodmangel oder erhöhte Jod-Aufnahme während der Schwangerschaft die entscheidende Rolle. Auch im Verlauf des normalen Lebens kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion herausbilden.

Auslöser sind oft Entzündungen und Operationen an der erkrankten Schilddrüse oder eine verordnete Strahlentherapie. Die Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion aufgrund überhöhter Zufuhr von Jod sind bisher unbekannt. Im Rahmen chronisch-entzündlicher Formen dieser Erkrankung richten sich die Antikörper gegen die Schilddrüse.

Video: Schilddrüsenunterfunktion – wie Sie sich wieder wohlfühlen

Schilddrüsenunterfunktion Symptome, Ursachen und Behandlung
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