Rheumatoide Arthritis

Das Wort Rheuma leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet ziehen oder fließen. Im Laufe der Zeit wurde es auf verschiedene schmerzhafte Zustände übertragen und kennzeichnet heute Schmerzen im Bewegungsapparat. Rheuma ist keine einheitliche Erkrankung, sondern es verbirgt sich eine Mehrzahl verschiedener Krankheitsbilder hinter diesem Begriff: Rheumatoide Arthritis (RA).

Die Rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, ist die wohl tückischste und schwerwiegendste Erkrankung aus diesem Formenkreis. Jeder hundertste Österreicher wird von ihr befallen, was meist mit entscheidenden Veränderungen in der Lebensqualität dieser Menschen einhergeht.

Die moderne Medizin hat vor allem in den letzten Jahren entscheidende Verbesserungen in der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis erreicht, sodass diese nicht mehr als unwiderrufliches Schicksal aufzufassen ist.

Diese Informationen sollen Ihnen helfen, möglichst früh entsprechende Warnsymptome richtig zu deuten und dadurch kompetente ärztliche Hilfe zu erhalten.

Was kennzeichnet die Rheumatoide Arthritis?

Die Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung unbekannter Ursache. Ihr Verlauf ist typischerweise chronisch und befällt mehrere Gelenkbereiche.

Patienten mit Rheumatoider Arthritis leiden unter folgenden Symptomen:

Gelenkschmerzen:
Meist schon in Ruhe, häufig morgens, kann alle Gelenke betreffen, meist aber Hand-, Finger-, Zehen- und Fußgelenke

Gelenkschwellung:
häufig sind Hand- Finger- und Fußgelenke betroffen, aber auch andere Gelenke können beteiligt sein; die Beschaffenheit der Schwellung ist prall-elastisch, manchmal teigig, meist aber sehr schmerzhaft.

Ein typisches Frühmerkmal der rheumatoiden Arthritis sind Gelenksschwellungen an einzelnen Fingergelenken symmetrisch an beiden Händen.

Gelenksteifigkeit:
typischerweise morgens, manchmal mehrere Stunden lang, meist kleine Gelenke, wie Finger- und Handgelenke betroffen

Gelenkzerstörung:
umgebendes Knorpel- und Knochengewebe wird durch die chronische Gelenksentzündung zerstört, daraus entsteht ein

Funktionsverlust:
durch die Zerstörung der normalen Architektur des Gelenks verschlechtert sich dessen Funktion und erschwert zunehmend auch die Verrichtungen des täglichen Lebens. Hierdurch entsteht eine zunehmende Einschränkung der Lebensqualität Einfache Tätigkeiten des täglichen Lebens, wie das Halten eines Glases, das Öffnen von Verpackungen oder die Körperpflege können nur erschwert oder gar nicht verrichtet werden.

Die Veränderungen der Gelenke beieinträchtigen die Funktion der ganzen Hand – alltägliche Tätigkeiten werden erschwert oder gar unmöglich.

Wie erkenne ich eine Rheumatoide Arthritis möglichst früh?

Gelenkschwellung im Bereich der Hände oder Füße
Gelenkschmerzen im Bereich der Hände oder Füße
Plötzliche Schmerzen am ganzen Körper: „Am Vortag bin ich völlig gesund zu Bett gegangen und morgens mit Schmerzen am ganzen Körper erwacht!“
Gelenke fühlen sich ohne äußeren Anlass „wie verstaucht“ oder „wie geprellt“ an, sind steif („Morgensteifigkeit“) oder gefühllos
Allgemeines Krankheitsgefühl wie Mattigkeit, rasche Erschöpfung und leichtes Fieber unklarer Ursache

Diese Beschwerden sind Warnsignale für eine Rheumatoide Arthritis. Sollte eines dieser Symptome auf Sie zutreffen, empfehlen wir Ihnen, dies Ihrem Arzt umgehend mitzuteilen.

Welche Symptome sind für eine beginnende Rheumatoide Arthritis untypisch?

Kreuz- und Rückenschmerzen
Belastungsschmerzen
Kopfschmerzen
Gelenkfehlstellung
Rötung der Gelenke
Hohes Fieber

Wie kann ihnen ihr Arzt bei Rheumatoider Arthritis helfen?

Heute ist die Behandlung der Rheumatoiden Arthritis sehr effektiv.

Ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil ist die medikamentöse Therapie. Dabei stehen heute dem Arzt eine Reihe von sehr wirksamen Medikamenten zur Verfügung, deren Einsatz den verschiedenen Therapiezielen der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis gerecht wird.

Unterstützend bilden natürlich auch physikalisch-therapeutische, ergotherapeutische und orthopädische Heilverfahren eine unverzichtbare Ergänzung in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis. Voraussetzung für eine optimale Behandlung ist allerdings ihr frühzeitiger Einsatz sowie eine konsequente Durchführung.

Ziele der Behandlung

Verhinderung von Gelenkschmerz
Verhinderung von Gelenkschwellung
Hintanhaltung der Gelenkzerstörung
Beibehaltung der normalen Gelenkfunktion
Verbesserung der Lebensqualität

Warum nicht „nur“ Schmerztherapie?

Unzweifelhaft ist die Linderung von Schmerzen ein für Patient und Arzt wichtiges und möglichst rasch zu erreichendes Therapieziel. Leider ist dies aber für das Fortschreiten der Erkrankung nicht ausreichend.

Jede Gelenkschwellung bei Rheumatoider Arthritis führt zu einer Zerstörung von Knorpel und Knochen und damit innerhalb einiger Jahre zu einer Verkrüppelung und Funktionsverlust der betroffenen Gelenke. Somit ist die Gelenksschwellung der eigentliche „Feind“ von Patient und Arzt. Diese zu verhindern ist oberstes Ziel der Therapie und nur damit kann eine Gelenkszerstörung verhindert werden.

Leider ist auch heute noch eine einmal eingetretene Gelenkszerstörung nicht mehr rückgängig zu machen. Heute stehen Medikamente gegen Gelenkschwellung und Gelenkzerstörung zur Verfügung, daher sollten diese unbedingt verwendet werden!

Im Röntgenbild sieht man die ausgeprägte Zerstörung der Gelenke und Knochen.

Medikamente zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis

Klassische nicht-kortisonhältige Antirheumatika (NSAR)
Diese dienen in erster Linie der Behandlung des Gelenkschmerzes, in geringerem Ausmaß auch der Behandlung von Gelenksschwellungen. Diese Substanzen wirken sehr gut gegen Gelenksschmerzen, können aber das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten. Moderne Antirheumatika sind heute bereits magenschonend.

Steroide („Cortison“)
Das oftmals „verteufelte“ Cortison ist heute, vorausgesetzt richtig angewandt, noch immer ein wichtiger Bestandteil der Therapie der Rheumatoiden Arthritis. Kurzzeitig im Rheumaschub angewendet, bringt es rasch eine Linderung von Gelenkschmerz und Schwellung. Steroide sind somit kurzzeitig anzuwendende Medikamente und keine Dauertherapie.

Rheumatoide Arthritis
Rheumatoide Arthritis

Basistherapie
Die Basistherapie ist eine langfristige Medikamententherapie, die das Fortschreiten der Rheumatoiden Arthritis verhindern soll.

Basistherapien sind meist gut verträglich und sind dadurch für eine längerfristige Anwendung attraktiv. Medikamente der Basistherapie bremsen das Auftreten von Gelenkschwellungen und Gelenkzerstörung. Wichtigste Beispiele hierfür sind, Leflunomid, Chloroquin, Methotrexat, Salazopyrin, und die TNF-Blocker.

Ein Patient mit gut behandelter Rheumatoider Arthritis nimmt lediglich eine Basistherapie ein, braucht nur gelegentlich (bei Schmerzen) ein nicht-kortisonhältiges Antirheumatikum und ist frei von Steroiden.

Dabei sollten keine Gelenksschmerzen und Schwellungen bestehen. Hingegen ist bei Behandlungbeginn und im Falle von Rheumaschüben oft ein Kombination aus allen 3 Therapien erforderlich um rasch ausreichende Hilfe zu erreichen.

An wen kann ich mich wenden?

Sollten sie den Verdacht habe an einer Rheumatoiden Arthritis erkrankt zu sein, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. Hilfreich ist eine genaue Schilderung der Beschwerden und Zustände. Dies hilft Ihrem Arzt zu entscheiden, ob bei Ihnen das Risiko besteht, an einer Rheumatoiden Arthritis erkrankt zu sein oder nicht. Ihr Hausarzt kann auch weitere Untersuchungen (klinische Untersuchung, Labor, Röntgen, etc.) durchzuführen, um den Verdachtsmoment zu erhärten oder zu entkräften.

Natürlich stehen Ihnen auch niedergelassene Fachärzte für Rheumatologie wie auch die Rheumaambulanzen in Krankenhäusern zu Verfügung. Diese Stellen sollten insbesondere bei hochgradigem Verdacht auf Rheumatoide Arthritis sowie zur Therapie einer gesicherten Rheumatoiden Arthritis konsultiert werden.

Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung bieten auch Selbsthilfegruppen. Sie informieren über die Erkrankung und fördern den Austausch Betroffener und deren Angehöriger.

Lesetipp: Weihrauch Kapseln – Erfahrungen und Wirkung

Video: Rheumatoide Arthritis Leben

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  1. Rheumatoide Arthrose – eine Autoimmunerkrankung, die chronische Entzündung der Gelenke verursacht, wirkt sich auch auf die periartikulären und einige andere Gewebe, Organe und Systeme des Körpers zugeschrieben so rheumatoider Arthrose systemischen Erkrankungen.

    Rheumatoide Arthrose – eine chronische Krankheit, hat es allmählich fortschreitenden Verlauf, manchmal durch Remissionen (Zeiten vorübergehender Besserung) unterbrochen. Die Entzündung wird durch seine Gelenkschwellungen, Schmerzen und manchmal das Auftreten von Rötungen gekennzeichnet. Wie bereits erwähnt, können bei der rheumatoiden Arthrose entzündet und periartikulären Gewebe werden – Bänder und Muskeln. Chronische Gelenkentzündungen führt zur Zerstörung des Gelenkknorpels und der Entstehung von Stämmen des Gelenks, was wiederum, verletzt seine Funktion – es gibt Schmerzen und Steifheit in der Bewegung.

    Reaktive Arthrose – eitrigen entzündlichen Erkrankungen der Gelenke, die Entwicklung nach der akuten Darm-oder urogenitale Infektion. Die Krankheit ist häufiger bei jungen Männern.

    Mit reaktiver Arthrose wird durch einen Ausfall eines der Gelenke der unteren Extremitäten (Knie, Knöchel) charakterisiert. Es kann in der Iliosakralgelenke führen. In reaktiven artriteneredko eine Entzündung der Sehnen und Bänder (zB Verlust der Achillessehne). Schleimhäute erscheinen Konjunktivitis, die Entwicklung von Erosionen in den Mund, Urethritis. Auf der Haut des plantaren Seite des Fußes, erscheinen manchmal schmerzhaft Palmen lückenhaft oder vergleichen Teilen Seals – keratoderma. In einigen Fällen kann es vorkommen, Nagelinfektionen (degenerative Veränderungen).

    Psoriasis-Arthrose – eine chronische, fortschreitende Erkrankung der Gelenke mit Psoriasis assoziierte.

    Die Prävalenz der Psoriasis in der Bevölkerung liegt bei 2-3%, und die Prävalenz von Arthrose unter Psoriasis-Patienten reichten von 13,5 bis 47%. Psoriasis-Arthrose meist beginnt im Alter zwischen 20 bis 50 Jahren, bei Männern und Frauen gleich häufig betroffen sind. Es gibt Fälle von besonders schweren Psoriasis-Arthrose bei jungen Männern. Ursache der Psoriasis und Psoriasis-Arthrose ist derzeit unbekannt. Prävention Psoriasis-Arthrose wurde nicht wegen des Mangels an Wissen über die Ursache entwickelt. Das sogenannte durchgeführt sekundären Prävention (dh Verhinderung der Verschlechterung der Patienten nach dem Einsetzen) mit dem Ziel der Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Gelenke und Verlangsamung des Fortschreitens der Psoriasis-Arthrose.

    Infektiöse Arthrose, auch als septische Arthrose oder pyogenen Arthrose bekannt, ist eine schwere ansteckende Erkrankung der Gelenke mit Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Rötung und Schwellung eines oder mehrerer Gelenke gekennzeichnet, und der Verlust der Beweglichkeit der betroffenen Gelenke. Dieser Zustand ist ein medizinischer Notfall.

  2. Eine Behandlung von Arthritis ist natürlich dann ein relevantes Thema, wenn man an einer solchen Erkrankung leidet. Zum Verständnis der Behandlung bei Arthritis sollte daher kurz etwas zur Problematik gesagt werden. Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung. Es gibt bakterielle, pilzbedingte und nicht-infektionsbedingte Arthritiserkrankungen. Bakterielle Probleme entstehen meistens über Verletzungen, seltener über Infektionen auf dem Weg des Bluttransfers im Körper. Bei den nicht-infektionsbedingten Arten handelt es sich um Autoimmunbeschwerden. Psoriasis-Arthritis tritt im Rahmen der Schuppenflechte auf. Gicht-Arthritis rührt von einer Harnstoffwechselstörung her. Abschließend gibt es noch die rheumatoide Arthritis. Die Symptome sind meistens ähnlich. Es kommt zu Rötungen und Schwellungen, die mit Schmerzen einhergehen. Letztlich kann Arthritis auch als Folge des Gelenkabriebs im Rahmen einer Arthrose auftreten.

    Eine Behandlung bei Arthritis sollte vor allem schnell erfolgen. Eine bakterielle Infektion, zum Beispiel, kann schon in kurzer Zeit zu Knorpelschädigungen kommen. Schmerzmittel, um eine Beweglichkeit schmerzfreier zu gestalten sind ebenso die erste Wahl, wie Kühlung gegen die Schwellung und entzündungssenkende Wirkstoffe. Oft wird auch eine Eröffnung des Gelenks durchgeführt, vor allem bei der bakteriellen Ursache, um das Gelenk zu spülen und die Bakterien abzutöten. Eine Behandlung bei Arthritis kann auch schon durch die Prophylaxe beginnen. Verletzungen und Überbelastungen (und damit eventuelle innere Verletzungen) zu vermeiden erweist sich als hilfreich. Eine Behandlung bei Arthritis kann auch mit passenden Nährstoffen unterstützt werden. Frische Kräuter und Gewürze haben ebenso wie Zwiebeln oder Omega-3-Fettsäuren ein entzündungssenkendes Potential. Wenn während und nach einer Behandlung dann auch noch Knorpelaufbau- und –nährstoffe, wie Kieselsäure, Chondroitin und Glucosamin verwendet werden, hat eine Behandlung von Arthritis gute Erfolgsaussichten.

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