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Rauchen und dessen Folgen – nicht nur das Krebsrisiko ist erhöht

Was vor Jahrzehnten als männlich galt, ist inzwischen verpönt – gerade wegen der gesundheitlichen Risiken. Die Rede ist vom Tabakrauchen. In Deutschland sind aktuelle Zahlen unter anderem über das Statistische Bundesamt verfügbar. Für 2013 verzeichneten die Statistiker rund ein Viertel der Bevölkerung, die sich als regelmäßige oder Gelegenheitsraucher outeten. Etwa drei Viertel der Bevölkerung rauchten 2013 nicht. Oder besser: Rauchen nicht mehr. Denn knapp 20 Prozent der im Mikrozensus befragten Deutschen haben früher geraucht.

Dem blauen Dunst abzuschwören empfiehlt sich aus mehreren Gründen. Einmal schont es natürlich den Geldbeutel. Aktuell kostet eine Zigarette schnell zwischen 25 Cent bis 30 Cent (und mehr). Raucher mit einem Konsum von einer Schachtel Zigaretten täglich sparen jeden Monat mehr als hundert Euro.

Aber auch gesundheitlich ist die Rauchentwöhnung zu empfehlen. Seit Jahren warnen Mediziner vor den Folgen, die das Rauchen hat. Wie schwer dessen Konsequenzen wiegen, zeigen Kampagnen der Deutsche Krebsgesellschaft e. V. Im Jahr 2013 – so deren Informationen – war das Rauchen für mehr als 13 Prozent der insgesamt verzeichneten Sterbefälle verantwortlich.

Der Rauch einer Zigarette hat zahlreiche nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit – doch wie gefährlich ist das Rauchen wirklich und mit welchen Folgen müssen Betroffene rechnen?

Höheres Krebsrisiko durch Rauchen

Tabakrauch enthält mehrere tausend chemische Verbindungen – und mehrere Dutzend werden als krebserregend angesehen. Mit jedem Zug an einer Zigarette nehmen Raucher unter anderem:

  • Benzol
  • Benzpyren
  • Polonium
  • Schwermetalle wie Cadmium
  • Neurotoxine

auf. Anhand dieser wenigen Beispiele wird klar, dass Tabakrauch ein giftiger Cocktail ist, der in Bronchialsystem und Lunge gelangt. Und genau hier entfaltet sich die zerstörerische Wirkung. Rauchen gilt – nach heutiger Ansicht der Schulmedizin – als der Risikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs.

Die Deutsche Krebsgesellschaft bezeichnet gerade bei Männern Lungenkrebs als die inzwischen dominierende Tumorerkrankung. Frauen – die später mit dem Rauchen angefangen haben – holen allerdings langsam auf.

Allerdings wird dem Rauchen nicht nur in Bezug auf Lungenkrebs eine Triggerfunktion zugeschrieben. Gefährdet sind Areale, die in direktem Kontakt mit dem Rauch stehen – wie:

  • Rachen
  • Kehlkopf
  • Speiseröhre.

Zudem gilt das Rauchen weiterhin als Risikofaktor für die Entstehung von Tumoren in Niere, Magen oder Bauchspeicheldrüse. Tabakrauch wirkt sich aber nicht nur auf die Gefahr aus, im weiteren Verlauf an Krebs zu erkranken. Auch andere schwerwiegende Krankheitsbilder werden von Zigarette und Co. beeinflusst.

Durchblutungsstörungen

Im Hinblick auf den Blutkreislauf bzw. das Entstehen von Durchblutungsstörungen greifen beim Rauchen mehrere Prozesse ineinander. So aktiviert das Rauchen/dessen Inhaltsstoffe Teile des Nervensystems, die auf Stress reagieren. Eine Folge ist die Bildung von Stresshormonen, welche letztlich die Verengung der Blutgefäße steuern.

Zusätzlich nehmen Raucher mit dem Tabakrauch auch Stoffe wie CO (Kohlenstoffmonoxid) auf, welches den Sauerstofftransport hemmt. Dem Körper wird signalisiert, dass neue rote Blutkörperchen gebraucht werden. Letztere entstehen im Knochenmark und werden in erhöhter Zahl ausgeschüttet. Diese Anhebung führt aber zum Eindicken des Blutes. Am Ende kann Bluthochdruck entstehen.

Und hoher Blutdruck ist eine Ursache für Gefäßerkrankungen. In der Folge werden Areale nicht mehr richtig versorgt – und es entstehen Durchblutungsstörungen. In letzter Konsequenz können Rauchern beim Fortschreiten der Erkrankung Nekrosen – mit allen Konsequenzen – drohen. Und auch Infarkte – wie der Myokardinfarkt oder ein Schlaganfall – sind Ereignisse, die mit Tabakrauchen in Verbindung gebracht werden.

Höheres Risiko vor Operationen

Auch Raucher stehen früher oder später vor einer Operation. Eingriffe die – warum auch immer – nötig werden, stellen im Hinblick auf das Tabakrauchen eine besondere Herausforderung dar. Hintergrund: Raucher leiden nicht nur unter den bereits genannten Risiken.

Wer zur Zigarette greift, muss auch mit Wundheilungsstörungen rechnen. Letzteres ist natürlich im Rahmen einer OP von besonderer Bedeutung. Des Weiteren weisen Experten auf die Tatsache hin, dass Raucher nicht selten Anästhetika in höheren Dosen brauchen als Nichtraucher. Gleiches gilt für das Thema Schmerzmittel. Und auch im Hinblick auf das Risiko einer Thrombose leben Raucher gefährlicher.

Aufgrund dieser Aspekte plädieren Mediziner für den Rauchstopp vor und nach einem Eingriff. Letzteres soll die Genesung fördern. Und ein früher Rauchstopp kann den Ablauf eines Eingriffs sowie das OP-Ergebnis positiv beeinflussen. Dabei gilt die Devise, dass der Rauchstopp so weit vor dem geplanten Eingriff erfolgen sollte wie möglich. Hintergrund: Viele der negativen Auswirkungen des Rauchens bauen sich erst langsam – über Wochen oder Monate – ab.

Risiko für Stoffwechselerkrankungen

Hier und da mal eine Zigarette – Gelegenheitsraucher trösten sich, dass Fehltritte selten sind. Regelmäßige Raucher müssen sich im Klaren darüber sein, dass auch das Stoffwechselsystem durch den Tabakrauch in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Heute sind verschiedene Erkrankungen bekannt, für welche das Rauchen als Risikofaktor gilt. Dazu gehören:

  • Diabetes vom Typ 2
  • Leberschäden (u. a. Leberzirrhose)
  • Pankreatitis

Diese können sehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Heimtückisch sind beispielsweise Diabetes und Leberzirrhose, da die Schäden oft lange nicht bemerkt werden. Beide Krankheitsbilder können über längeren Zeitraum symptomlos bleiben.

An diesem Punkt hinzu, dass Rauchen meist nicht isoliert in Erscheinung tritt. Bewegung durch Sport ist oft ein Fremdwort für Betroffene – auch weil mit dem Rauchen die Leistungsfähigkeit abnimmt. Zusätzlich verstärkt werden die Effekte, wenn starker Alkoholkonsum und fehlerhafte Ernährung mit dem Tabakrauchen einhergehen.

Fazit: Rauchen ist und bleibt ungesund

Zigaretten, Zigarren oder Pfeife – immer noch wird in Deutschland geraucht. Die Zahl der regelmäßigen Raucher scheint allerdings seit einigen Jahren zurückzugehen. Und jeder Raucher, der den Absprung vom blauen Dunst schafft, tut sich und seiner Gesundheit einen Gefallen. Denn mit jeder Zigarette werden unzählige chemische Verbindungen inhaliert, von denen einige sogar als krebserregend gelten.

Besonders bezüglich Lungenkrebs gilt das Rauchen von Zigaretten als erheblicher Risikofaktor. Experten gehen davon aus, dass ein erheblicher Anteil der Erkrankungen auf das Konto des Tabakrauches geht. Aber auch im Hinblick auf andere Krebserkrankungen ist das Risiko nicht minder schwerwiegend. Und auch das Thema Durchblutungsstörungen oder Stoffwechselerkrankungen steht mit dem Rauchen in Verbindung. Es gibt also genug Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören.

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