Osteoporose Therapien

Was kann man tun gegen Osteoporose?

Wie kann man Osteoporose konservativ behandeln?

Sollte Ihr Arzt bei Ihnen eine Osteoporose feststellen, wird er Ihnen vermutlich vor allem zu einer Intensivierung der beschriebenen vorbeugenden Maßnahmen raten. Nötigenfalls wird er Ihnen ein Schmerzmittel, eine Orthese verschreiben oder eine aufwändigere Schmerzbehandlung vornehmen. Es handelt sich um Osteoporose Therapien.

Darüber hinaus stehen heute einige Medikamente für eine gezielte Behandlung zur Verfügung, die immer in Verbindung mit Vitamin D3 und Calcium genommen werden:

  • Bisphosphonate
  • Strontium
  • Östrogenrezeptor-spezifische Modulatoren (SERM)
  • Calcitonin
  • Teriparatid
  • ggf. Geschlechtshormone

Bisphosphonate

Diese Medikamente werden häufig eingesetzt, da sie das Risiko von Knochenbrüchen verringern und die Knochenmasse erhöhen können, indem sie die Aktivität von knochenabbauenden Substanzen hemmen. Bisphosphonate können zur Behandlung der Osteoporose in Tablettenform eingenommen werden. Diese Tabletten können täglich oder auch bequem nur 1-mal wöchentlich eingenommen werden.

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Die Wirksamkeit bei der Verhinderung weiterer Wirbelbrüche ist manchmal schon nach einem Jahr nachweisbar. Trotzdem sollte die Osteoporosebehandlung mit Bisphosphonaten ohne Unterbrechung für mindestens drei Jahre durchgeführt werden. Wie lange die Behandlung in Ihrem konkreten Fall dauern sollte, kann nur Ihr Arzt entscheiden – anhand von Verlaufskontrollen durch Osteodensitometrie.

Geschlechtshormone

Für Frauen empfiehlt sich nach der Menopause häufig die Substitution (Ersatz) der vom Körper nicht mehr in ausreichender Menge gebildeten Hormone Östrogen und Gestagen. Eine solche Osteoporose Therapie zeigt aber erst nach etwa fünf Jahren eine tiefgreifende Wirkung.

Der vorbeugende Einsatz von Östrogenpräparaten allein als Osteoporosetherapie ist heute umstritten. Bitte diskutieren Sie das Thema eingehend mit Ihrem Arzt.

Sinngemäß dasselbe gilt für Männer und die Hormonersatztherapie mit Testosteron.

Östrogenrezeptor-spezifische Modulatoren (SERM)

Diese erst in den letzten Jahren entwickelten Substanzen wirken sowohl auf die Knochen als auch auf das Herz-Kreislauf-System ein. Die Behandlung zeigt die gleiche positive Wirkung auf die Knochen wie Östrogen, jedoch ohne die thromboseauslösenden Nebenwirkungen. Bei den typischen „Wechseljahrbeschwerden“ haben Östrogenrezeptor-spezifische Modulatoren aber vermutlich keine Wirkung.

Die Dauer der Behandlung bestimmt Ihr anhand von Verlaufskontrollen durch Osteodensitometrie.

Calcitonin

Dieses Hormon verlangsamt den Knochenabbau, indem es den Abbau von Kalzium aus den Knochen hemmt und die Aufnahme dieses Mineralstoffs in die Knochen fördert. Die Wirkung in Bezug auf das Bruchrisiko ist noch nicht endgültig erforscht. Calcitonin wird gespritzt oder als Nasenspray angewandt – als Tablette kann man es nicht einnehmen, da es im Verdauungstrakt zerstört würde. Die Hauptanwendung erfolgt aber heutzutage zur parallelen Schmerzbehandlung bei Knochenbrüchen.

Teriparatid

Im Gegensatz zu den Bisphosphonaten, welche die Aktivität von knochenabbauenden Substanzen hemmen, kann Teriparatid zu einer Vermehrung der Knochensubstanz führen und bereits verloren gegangene Feinstrukturen wieder herstellen.

Die Dauer der Behandlung hängt von den Ergebnissen der Verlaufskontrollen durch Osteodensitometrie ab.

Strontium

Es verlangsamt den Knochenabbau und fördert gleichzeitig den Knochenaufbau und wird täglich als Granulat eingenommen.

Wie lange die Behandlung in Ihrem konkreten Fall dauern sollte, kann nur Ihr Arzt entscheiden – anhand seiner Verlaufskontrollen durch Osteodensitometrie.

Orthesen

Neben der medikamentösen Therapie ist im Rahmen eines Gesamtkonzeptes auch eine Hilfsmittelversorgung sinnvoll. So sind heute moderne Rückenorthesen auf dem Markt, die für eine Kräftigung der Rückenmuskulatur und eine Reduzierung der Schwankneigung sorgen und auf diese Weise Wirbelkörperbrüche reduzieren können.

Welche Operationen sind bei Osteoporose sinnvoll?

Auch auf dem Gebiet der operativen Verfahren haben die Osteoporose Therapien in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die gängigen Operationen:

  • Vertebroplastie
  • Kyphoplastie
  • Osteosynthese

Vertebroplastie

Die Vertebroplastie gehört zu den „minimalinvasiven“ Behandlungsmethoden. Das heißt, sie erfordert nur einen kleinen Eingriff – der Krankenhausaufenthalt ist nur kurz.

Mit der Vertebroplastie werden Knochenschmerzen im Bereich der Wirbelsäule behandelt. Verursacht werden diese Schmerzen bei der Osteoporose durch die löchrige Knochensubstanz der Wirbelkörper. Deren Stabilität ist verringert, und durch Belastung kann es zu Knochenbrüchen und Verformungen kommen. Durch die vielen Nervenenden in der Knochenhaut können solche Veränderungen sehr schmerzhaft werden.

Bei der Vertebroplastie wird die fehlende Knochenmasse durch das Einspritzen von Knochenzement ausgeglichen. So wird der Knochen von innen her gefestigt, und weitere schmerzhafte Verformungen werden verhindert. Der Knochenzement härtet schnell aus und ist gut verträglich. Die Wirbelsäule kann schon nach kurzer Zeit wieder belastet werden – die Schmerzen sind deutlich gelindert oder gar völlig verschwunden.

Kyphoplastie

Dieser Begriff bezeichnet ein ganz neues Behandlungskonzept. Auch bei der Kyphoplastie wird Knochenzement in den Wirbelkörper eingespritzt – dieser wird aber nicht nur stabilisiert und vor weiterer Verformung geschützt, sondern sogar wieder aufgerichtet.

Ob eine Kyphoplastie mit der Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden kann, hängt von den konkreten Gegebenheiten ab – leider ist sie nicht immer möglich.

Osteosynthese

Hierbei geht es um das Fixieren eines gebrochenen Knochens in einer möglichst natürlichen Stellung („Reposition“) durch das Einsetzen eines Metallimplantats.

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Ist ein großer Röhrenknochen gebrochen, wird in dessen Innerem, der Markhöhle, eine Art Nagel befestigt – sozusagen eine innenliegende Schiene. Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Fixieren durch einen Gipsverband oder eine außenliegende Schiene liegt darin, dass das betroffene Körperteil schon bald wieder bewegt und belastet werden kann. Bei kleineren Röhrenknochen wird an Stelle des „Nagels“ ein kräftiger Draht eingesetzt.

Die so erlangte Beweglichkeit ist jedoch gar nicht immer erwünscht, denn in etlichen Fällen kann der weitere Knochenabbau am besten durch Immobilisation (Stilllegung) vermieden werden.

Originally posted 2017-10-18 09:45:46. Republished by Blog Post Promoter

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