Osteochondrosis dissecans Diagnose und Therapie

Die Osteochondrosis dissecans wird auch König-Erkrankung genannt. Die Osteochondrosis dissecans kann an vielen Gelenkanteilen im Körper vorkommen. Sehr häufig ist sie am Sprungbein des Fußes, dem so genannten Talus.

Ursache der Osteochondrosis dissecans:

Bei der Osteochondrosis dissecans handelt es sich um eine Durchblutungsstörung eines Knorpelknochenteils, meist auf der Innenseite des Sprungbeins. Man vermutet ein traumatisches (unfallbedingtes) Geschehen, aber auch chronische Überlastungsschäden. Die Osteochondrosis dissecans kann in fast jedem Alter vorkommen, auch schon bei Kindern.

Diagnose der Osteochondrosis dissecans:

Meistens treten belastungsabhängige Schwellungen und Schmerzen im Bereich des oberen Sprunggelenkes auf. An ein Unfallgeschehen können sich die Patienten meist nicht erinnern. Die Schmerzen können sowohl in den Unterschenkeln als auch in den Fußzehen auftreten.

Klinische Untersuchungen bei Osteochondrosis dissecans:

Ihr Arzt wird zunächst eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) mit Ihnen erheben. Er wird sie über Unfälle, aber auch ihre sportlichen Tätigkeiten befragen. Auch stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Zucker, Gicht oder Pseudogicht (Chondrokalzinose) sollten Sie erwähnen, gegebenenfalls auch die Medikamente, die Sie einnehmen. Besonders wichtig ist, ob Sie eine Blutverdünnung, z. B. Marcumar, nehmen. Bei der klinischen Untersuchung findet man oft eine Schwellung am oberen Sprunggelenk mit einem Druckschmerz auf der inneren Seite des Gelenkspaltes.

Die Beweglichkeit ist schmerzhaft eingeschränkt, besonders die Fußhebung. Oft ist das Außenband am oberen Sprunggelenk bei der Osteochondrosis dissecans gelockert. Sollte sich das durchblutungsgestörte Knorpelknochenstück bereits abgelöst haben, kann es zu Einklemmungen im Sprunggelenk führen.

Zur weiteren Diagnostik wird Ihr Arzt eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenkes in zwei Ebenen durchführen. Sollte dies nicht ausreichen, kommt noch eine Szintigraphie, eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie in Frage. Bei diesen Untersuchungen kann die Durchblutungsstörung schon sehr früh festgestellt werden, ohne dass auf dem Röntgenbild ein krankhafter Befund zu sehen ist.

Therapie der Osteochondrosis dissecans:

Bei nur geringer Beschwerdesymptomatik und nur geringer Durchblutungsstörung kann die Osteochondrosis dissecans konservativ behandelt werden. Es können von orthopädietechnischer Seite Abrollhilfen zur Entlastung des Sprunggelenkes am Schuh angebracht werden. Das Bein sollte geschont werden. Früher wurden auch Schienen zur Entlastung des Sprunggelenkes angelegt.

Medikamentöse Behandlung bei Osteochondrosis dissecans:

Zur Schmerzlinderung und Abschwellung werden meist nicht steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen und Diclofenac eingesetzt. Hier sollte mit dem behandelnden Arzt über eventuelle Nebenwirkungen ausführlich gesprochen werden. Der Vorteil der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) ist nicht nur eine Schmerzlinderung, sondern eine zusätzliche Reizreduzierung und Abschwellung. Bei allen diesen Medikamenten kann es sehr häufig zu Magen-Darm-Problemen kommen. Abschwellende Umschläge, Hochlagerung und Kühlen können die Therapie unterstützen.

Osteochondrosis dissecans Medikamente
Osteochondrosis dissecans Medikamente

Physikalische Therapie bei Osteochondrosis dissecans:

Zur Schmerzlinderung können Elektrotherapien wie Hochvolt oder Iontophoresen eingesetzt werden, ebenso Kälteanwendungen. Bei geringen Beschwerden können Hausmittel wie Kochsalzumschläge und feucht-lauwarme Umschläge mit etwas Alkoholzusatz zur Nacht benutzt werden.

Krankengymnastik bei Osteochondrosis dissecans:

Die Krankengymnastik wird in der Regel erst nach Abklingen der Beschwerdesymptomatik durchgeführt oder nach operativen Eingriffen, um die Gelenkbeweglichkeit wieder herzustellen.

Operative Behandlung der Osteochondrosis dissecans:

In den meisten Fällen muss bei der Osteochondrosis dissecans des Sprungbeines die operative Behandlung durchgeführt werden. In der Regel reichen arthroskopische Verfahren. Sollte sich das Knorpelknochenstück bereits vom Sprungbein abgelöst haben und Einklemmungserscheinungen führen, muss das so genannte Dissecat entfernt werden. In gleicher Sitzung wird das so genannte Mausbett, in diesem befand sich das Knorpelknochenstück, angebohrt werden, um einen Ersatzknorpel zu bilden.

Wenn das Dissecat noch mit dem Sprungbein verbunden ist, kann es operativ wieder refixiert, d. h. befestigt, werden. Dazu werden dünne Kunststoffpins eingesetzt, die sich später im Körper wieder auflösen. Mit dem neueren Verfahren der Knorpelanzüchtung kann das Mausbett wieder aufgefüllt werden (Chondrozytentransplantation). Auf jeden Fall ist nach den Operationen eine Entlastung notwendig. Während dieser Zeit besteht eine erhöhte Gefahr auf Venenentzündungen (Thrombose).

Es werden deswegen blutverdünnende Spritzen gegeben. Sollte bei Ihnen eine operative Behandlung der Osteochondrosis dissecans anstehen, sollte man sich ausführlich mit dem Operateur über die Operationsverfahren, die Komplikationen sowie die Nachbehandlung informieren.

Nach der operativen Behandlung der Osteochondrosis dissecans und Abheilung kann vorsichtig wieder mit der Belastungssteigerung begonnen werden. Jetzt können auch Trainingsverfahren im Rahmen der Krankengymnastik einschließlich der Medizinischen Trainingstherapie eingesetzt werden.

Da die Osteochondrosis dissecans oft durch Überlastungen im Alltag, im Beruf oder bei sportlichen Tätigkeiten auftritt, sollte das Sprunggelenk gegebenenfalls mit Sprunggelenksbandagen oder Pufferabsätzen geschützt werden.

Im Rahmen der Sporttherapie kann das Training wieder begonnen werden. Sehr gut bewährt hat sich dabei das Stick-Walking (Nordic-Walking), um das Sprunggelenk weiter zu entlasten, aber trotzdem die Beweglichkeit zu fördern.

Die Osteochondrosis dissecans des Sprunggelenkes kann unbehandelt zu einem Gelenkverschleiß (Arthrose) führen. Man sollte deshalb frühzeitig einen Orthopäden aufsuchen, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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