Muttermale entfernen – Ein Ratgeber

Was sind Muttermale?

Muttermale entfernen, auch Leberflecke oder in der Fachsprache Nävuszellnävi genannt, sind die häufigsten Fehlbildungen der Haut. Hierbei handelt es sich um deutlich abgegrenzte und häufig anders als die Umgebung gefärbte Flecken. Jedes Muttermal unterscheidet sich in Form, Farbe und Größe.

Neben flachen Muttermalen gibt es auch erhabene und gestielte Muttermale. Die Farbgebung variiert von hautfarben über rötlich bis dunkelbraun und sogar blau. Einige Muttermale sind auch behaart. Generell werden Muttermale in angeborene (kongenitale) und erworbene Muttermale unterschieden.

Hat jeder Mensch Muttermale?

Fast jeder Mensch hat Muttermale, der eine mehr der andere weniger. Bei manchen Menschen verteilen sich die Muttermale am ganzen Körper, bei anderen kommen sie nur an bestimmten Körperzonen, wie im Gesicht, an den Armen oder an den Beinen vor.

Auch die Größe, Form und Farbe der einzelnen Muttermale kann sehr unterschiedlich ausfallen. Statistisch gesehen hat jeder Mensch zwischen 30 und 40 Muttermale auf seiner Haut. Wobei Männer 50% mehr Muttermale besitzen als Frauen.

Eine Vererbung von Muttermalen konnte bis jetzt medizinisch noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings ist zu beobachten, dass Familienmitglieder meistens ähnlich stark betroffen sind.

Des Weiteren konnte beobachtet werden, dass hellhäutige Menschen häufiger und stärker betroffen sind als dunkelhäutige Menschen.

Sind Muttermale gefährlich?

Generell sind Muttermale harmlos und nicht ansteckend. Es kommt allerdings vor, dass sich ein Muttermal ohne erkennbare äußere Ursachen zu einem bösartigen Melanom (schwarzer Hautkrebs) entwickelt. In der Fachsprache wird in diesem Fall von dysplastischen Nävuszellnavi oder kurz dysplastischen Nävi gesprochen.

Dysplastische Nävi werden als Vorläufer des malignen Melanoms angesehen. Hierbei handelt es sich um Fehlbildungen der Haut durch Melanozyten oder Nävuszellen von atypischen Zellen mit unregelmäßigem Aussehen. Häufig fallen dysplastische Nävi durch unscharfe und ausgefranste Ränder, verschiedene Pigmentfärbungen und eventuell erhobene Anteile auf. Dies muss allerdings nicht immer der Fall sein.

Die Entwicklung von einem dysplastischen Nävi zu einem Melanom kann Monate oder sogar Jahre dauern. Trotzdem sollte regelmäßig ein Hautarzt aufgesucht werden, damit ein dysplastisches Nävi frühzeitig erkannt und gegebenenfalls fachmännisch entfernt wird.

Woran erkennt man gefährliche Muttermale?

Gefährliche Muttermale, die in der Fachsprache dysplastische Nävuszellnavi genannt werden, erkennen Sie anhand der ABCDE-Regel.

ABCDE-Regel

  • A steht für Asymmetrie
    gutartige Muttermale sind rund und symmetrisch
    auffällig sind asymmetrische Muttermal
  • B steht für Begrenzung
    gutartige Muttermale haben eine scharfe Begrenzung
    auffällig sind Muttermale mit unregelmäßigen oder zackigen Begrenzungen
  • C steht für Color (Farbe)
    gutartige Muttermale haben eine gleichmäßige Farbgebung
    auffällig sind scheckige und farbenfrohe Muttermale
  • D steht für Durchmesser
    auffällig sind alle Muttermale, die größer als 5mm im Durchmesser sind
    aber auch kleinere Muttermale können bösartig sein
  • E steht für Erhabenheit
    gutartige Muttermale haben eine gleichmäßige Oberfläche
    auffällig sind erhabene Anteile in sonst glatten Muttermalen

Generell sollten Sie einmal pro Jahr einen Hautarzt aufsuchen und Ihre Muttermale überprüfen lassen, denn nur ein Hautarzt kann Ihnen genau sagen, ob ein Muttermal bösartig ist oder nicht.

Angeborene Muttermale

Angeborene Muttermale treten in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen auf. Meistens handelt es sich um hellbraune Flecke, die mit der Zeit wachsen und dunkler werden. Es kommt auch vor, dass diese Muttermale dunkelbraun bis schwarz und erhaben werden.

Auch Muttermale die in den ersten beiden Lebenswochen entstehen, werden als angeborene Muttermale bezeichnet. Angeborene Muttermale verschwinden nicht von alleine.

Erworbene Muttermale

Erworbene Muttermale treten ebenfalls in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen auf. Meistens handelt es sich um braune, leicht erhabene Flecken, die vor allem im Gesicht, an den Armen oder an den Beinen auftreten.

Erworbene Muttermale entstehen überwiegend während und nach der Pubertät, oder während einer Schwangerschaft. Ab dem 30. Lebensjahr verringert sich oftmals die Anzahl der Muttermale, da sich diese zurückbilden. Männer haben 50% mehr Muttermale als Frauen.

Welche Arten von Muttermale gibt es?

Muttermale werden in drei verschiedene Bereiche eingeteilt:

  1. melanozytäre Nävi
  2. Nävuszellnävi
  3. Nävi aus atypischen Melanozyten bzw. Nävuszellen

Melanozytären Nävi

Melanozytäre Nävi werden in epidermale und dermale melanozytäre Nävi unterteilt. Epidermale melanozytäre Nävi liegen in der Oberhaut (Epidermis), zu Ihnen gehören Sommersprossen, Leberflecke, Altersflecke und Cafe-au-lait-Flecke. Leberflecke (Lentigo simplex ) unterscheiden sich rein optisch kaum von einem Junktionsnävus. Allerdings bestehen sie nicht aus Nävuszellen, sondern aus Melanozyten. Aus einem Lentigo simplex kann sich kein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) bilden.

Dermale Nävi liegen in der Lederhaut (Dermis). Zu ihnen gehören Mongolenflecke und Blaue Nävus.

Nävuszellnävi

Nävuszellnävi entstehen nach der Geburt und durchlaufen in der Regel verschiedene Entwicklungsstadien. Die Entwicklung beginnt an der Grenze zwischen Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis), in der sogenannten Junktionszone als Junktionsnävus. Hierbei handelt es sich um kleine, scharf begrenzte, braun bis schwarze Hautveränderungen.

Mit der Zeit wandert das Nävuszellnävi tiefer in die Lederhaut und dehnt sich in der Leder- und Oberhaut aus. Das Nävuszellnävi weist nun erhabene und knotige Anteile auf. Zu diesem Zeitpunkt wird von einem Compound-Nävus gesprochen.

Im letzten Stadium ist das Nävuszellnävi vollständig in die Lederhaut gesunken und nimmt eine große, runde, halbkugelige Form an. Der dermale Nävus wird häufig als störend empfunden, vor allem wenn dieser mit Haaren besetzt ist.

Weitere Formen des Nävuszellnävi sind

  • das Konnatale Nävuszellnavus, das bereits bei der Geburt vorhanden ist
  • das Halonävus, dieses besitzt einen weißen Ring (genannt Halo) um den Fleck
  • das Spitznävus (gutartiger und knotiger Nävuszellnävi)

Nävuszellnävi können sich zu einem dysplastischen Nävi, dem vermutlichen Vorläufer des malignen Melanoms (schwarzer Hautkrebs) entwickeln.

Nävi aus atypischen Melanozyten bzw. Nävuszellen

Unter diese Kategorie fällt das Dysplastische Nävus, auch Clarkscher melanozytärer Nävus genannt. Hierbei handelt es sich um Fehlbildungen der Haut durch Melanozyten oder Nävuszellen von atypischen Zellen mit unregelmäßigem Aussehen. Dysplastische Nävi werden als Vorläufer des malignen Melanoms angesehen.

Wie entstehen Muttermale?

Muttermale, in der Fachsprache Nävuszellnävi genannt, entstehen durch Nävuszellen. Hierbei handelt es sich um gutartige Ansammlungen von Pigmentzellen, die als Fehlbildungen der Haut beschrieben werden.

Die meisten Muttermale entwickeln sich in der Kindheit, manchmal aber auch im frühen Erwachsenenalter. Die Entwicklung eines Muttermals durchläuft die verschiedenen Schichten der Haut, wobei ein Muttermal nicht zwingend alle Stadien der Entwicklung durchläuft.

Junktionsnävus

Die Entwicklung eines Muttermals beginnt in der Junktionszone, dies bezeichnet die Grenze zwischen der Oberhaut (Epidermis) und der Lederhaut (Dermis). Es entsteht eine scharf begrenzte, punktförmige, braun bis schwarze Hautveränderung aus Nävuszellen. Die ersten Junktionsnävi entwickeln sich in der Kindheit.

Compound-Nävus

Mit der Zeit wandern die Nävuszellen des Muttermals tiefer in die Lederhaut und breiten sich in der Leder- und Oberhaut aus. Es kommt zu Veränderungen, wodurch das Muttermal erhaben und ertastbar wird. In der Regel wird die Pigmentierung heller und unregelmäßiger. Die Veränderung zum Compound-Nävi, auch intermediärer Nävus genannt, erfolgt häufig in der Pubertät.

Dermaler Nävus

Im letzten Stadium der Entwicklung sinken die Nävuszellen vollständig in die Lederhaut und das Muttermal nimmt eine große, runde, halbkugelige Form an. Häufig hat das Muttermal in diesem Stadium seine Pigmentierung verloren und ist mit einigen Haaren besetzt. Ein dermaler Nävus entwickelt sich oft im frühen Erwachsenenalter und wird als störend empfunden.

Wie können Muttermale entfernt werden?

Verdächtige Muttermale werden vom Hautarzt ambulant mit einem Skalpell entfernt, dies dauert ca. 20 Minuten. Die Wunde wird normalerweise genäht, kann aber auch geklebt werden, um eine kleinere Narbe zu erhalten. Das entfernte Muttermal wird anschließend im Labor untersucht. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Muttermale entfernen lassen - Untersuchung im Labor
Muttermale entfernen lassen – Untersuchung im Labor

Kosmetisch auffällige Muttermale können geschnitten, gebrannt oder mit einem Laser entfernt werden. Die Narbenbildung ist unterschiedlich, kann generell aber nie ausgeschlossen werden, da jeder Mensch eine andere Wundheilung hat. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen und variieren sehr stark. Im Schnitt liegen diese zwischen 15 Euro und 70 Euro pro Muttermal.

CO2 Laser – Bei dieser Art der Muttermalentfernung werden die einzelnen Hornhautschichten mit Hilfe eines Lasers abgetragen. Durch die schonende Entfernungsmethode des Muttermals entstehen keine Narben. Nur eine Kruste, die nach wenigen Tagen abfällt.

Können Muttermale verhindert werden?

Muttermale sind Fehlbildungen der Haut die vor allem in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter auftreten. Eine Vererbung von Muttermalen konnte bis jetzt medizinisch noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings ist zu beobachten, dass Familienmitglieder meistens ähnlich stark betroffen sind.

UV-Strahlen fördern allerdings nachweislich die Bildung von Muttermalen. Aus diesem Grunde sollten häufige und lange Sonneneinwirkungen vermieden werden. Hellhäutige und Menschen mit vielen Muttermalen sollten die Sonne besonders meiden bzw. für einen ausreichenden Sonnenschutz sorgen.

Eine Unterdrückung des Immunsystems, zum Beispiel durch eine Chemotherapie, scheint die Bildung von Muttermalen ebenfalls zu fördern. Und Sonnenbrände, vor allem im Kindesalter, erhöhen das Risiko einer späteren Krebserkrankung.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Generell sollten Sie regelmäßig einen Hautarzt aufsuchen und Ihre Muttermale kontrollieren lassen. Denn nur der Hautarzt kann ein verdächtiges Muttermal frühzeitig erkennen. Wenn Sie Veränderungen an Ihren Muttermalen feststellen, zum Beispiel bei der Größe, der Farbe oder der Form, dann sollten Sie direkt einen Hautarzt aufsuchen. Auch bei Symptomen, wie Jucken, Bluten oder Nässen sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen.

Video: Muttermale entfernen lassen – Was sind Muttermale?

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