Wie Mundgeruch vermeiden oder loswerden ?

Wie Mundgeruch vermeiden oder loswerden ?

Für viele ein peinliches Tabuthema: Mundgeruch; Betroffenen wird meisten mangelende Hygiene unterstellt. Ein stilles Leiden kann bis zu einer sozialen Isolation führen. Wir möchten daher hier die oft gestellten Fragen klären:

  • Wie Mundgeruch entsteht.
  • Was Mundgeruch über Krankheiten verrät.
  • Wie Mundgeruch vermeiden?
  • Wie Mundgeruch loswerden?

Wer darunter leidet stellt sich oft folgende Frage: „ Warum Mundgeruch? Warum ich?“ die Ursachen von Mundgeruch liegen aber meistens auf der Hand. Gerade in Berufen wo viel gesprochen wird, leiden die Menschen sehr oft unter diesem Problem. Der Grund dafür ist, das die Schleimhäute sehr stark austrocknen durch das viele reden. Gerade diese Menschen vergessen obendrein dann noch regelmäßig zu trinken um die Schleimhäute neu zu befeuchten. Das Resultat ist dann das sich Geruchsbakterien schneller ausbreiten können.

Auch Menschen die mit Parodontose zu kämpfen haben leiden unter diesem unangenehmen Symptom. Das Zahnfleisch ist entzündet und aus dem Sulkus (dem Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch) treten die so genannten Sulkus Fluide aus. Eine eitrige, wässrige Flüssigkeit die sehr unangenehm riecht und auch einen schlechten Geschmack im Mund verursachen kann.

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Dasselbe gilt für Karies. Wer einen faulen Zahn hat, der braucht sich nicht wundern wenn es in seinem Mund auch faulig riecht. Patienten mit einer starken Karies haben oft einen sehr charakteristischen Geruch an sich, wenn sie mit anderen Menschen kommunizieren. In diesem Fall hilft nur der Gang zum Zahnarzt.

Das Mundgeruch eine Folge von Magenleiden ist war früher weit verbreitet. Tatsächlich stellen diese Patienten eher die Ausnahme da. Geruchsbakterien verbreiten und leben zumeist in der Mundhöhle und stellen den höchsten Prozentsatz von Mundgeruch. Natürlich können auch äußere Einflüsse Mundgeruch verursachen. Wer Knoblauch isst, ist nicht unbedingt ein Geschenk für seine Mitmenschen. Allerdings verflüchtigen sich die Gerüche innerhalb einiger Tage.

Bei Tabak und Alkoholkonsum sieht das schon anders aus. Rauchen trocknet den Mund noch mehr aus, zudem ist der Eigengeruch von Tabak ohnehin schon unangenehm. Das Selbe gilt für Alkohol, der einen säuerlichen Atem verursacht. Die häufigste Ursache für unangenehme Gerüche ist allerdings eine schlechte Mundhygiene. Sich zersetzende Speisereste in der Mundhöhle setzen Schwefelgase frei, die auf die Dauer zu sehr schlimmen Mundgeruch führen werden.

Wie entsteht Mundgeruch?

Anders als bis vor einigen Jahren, weiß man jetzt, dass Mundgeruch zu 90% im Mund- und Rachenraum entsteht. Er wird vorwiegend von aneroben Bakterien ausgelöst, zum Beispiel von Fusobakterien und Actinomyceten. Diese Bakterien mögen keinen Sauerstoff. Sie leben daher in der Zunge und zwar in den Zungenpapillen an der Oberfläche, aber auch der Rachenraum und Zahnfleischtaschen bieten ihnen ein hervorragendes Milieu um sich weiter zu vermehren. Jeder Mensch hat diese Bakterien, sie gehören zur natürlichen Mundflora mit dazu, allerdings ist nicht jeder Mensch gleich stark von diesen Bakterien betroffen.

Eigentlich sind diese Bakterien sogar sehr nützlich. Ihr Zweck besteht darin, Eiweiß zu verdauen. Nicht nur das Eiweiß in der Nahrung wird von ihnen bearbeitet, sondern auch abgestorbene Zellen der Mundschleimhaut, Schleim und Sekret. In einigen Fällen fangen diese Bakterien aber an mehr Eiweiß zu verstoffwechseln, wodurch ein erhöhter Ausstoß von Schwefeldämpfen auftritt. Dies ist dann der Mundgeruch, der ungefähr so riecht wie faule Eier. Mundgeruch ist sogar wissenschaftlich messbar. Hierfür braucht der Zahnarzt einen Halimeter, der das Schwefelaufkommen in der Luft misst.

Betroffen von Mundgeruch sind schätzungsweise 25% der Bevölkerung. Ob Mann oder Frau spielt dabei keine Rolle. Beiderlei Geschlechter sind betroffen. Die Betroffenen merken meist selbst nichts von ihrem Mundgeruch und sind darauf angewiesen, dass Freunde oder Familienmitglieder einen darauf aufmerksam machen. Ein Faktor, den der Leidende aber selber prüfen kann, ist ein schlechter Geschmack im Mund, dieser ist meist bitter oder säuerlich.

Ein weiterer Indikator für Mundgeruch ist auch eine ständig belegte Zunge, allerdings sind das keine 100% sicheren Angaben zu Mundgeruch.  Wer aber dies an sich feststellt, der sollte einfach mal im familiären Umkreis nachfragen oder  sich direkt an seinen Zahnarzt wenden.
Es gibt mittlerweile eine Menge hilfreicher Maßnahmen, die einem helfen können seinen Mundgeruch loszuwerden. Anfänglich sollte die Zahnpasta ausgewechselt werden. Zudem empfiehlt es sich eine Mundspühllösung ohne Alkohol zu benutzen.

Wenn Mundgeruch im Beruf zum Karrierekiller wird

Das schlimmste am Mundgeruch ist einfach immer noch, dass es auch den Mitmenschen auffällt. Niemand steht gerne jemandem gegenüber und ist unangenehmen Gerüchen ausgeliefert. Meist wird der Betroffene aber auch nicht auf sein Problem hingewiesen. Niemand überbringt schließlich gerne schlechte Nachrichten. Leider ist vielen Betroffenen oft nicht bewusst, wie sie damit auf ihre Umgebung wirken.

Der Betroffene wundert sich wahrscheinlich einfach, warum er von seiner Außenwelt gemieden wird, was irgendwann zur Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen führt. Der Grund warum solche Menschen ihren eigenen Mundgeruch nicht wahrnehmen, ist die Tatsache das Mund- und Nasenraum miteinander verbunden sind. Dadurch gewöhnt sich der Mensch an den Geruch und nimmt ihn bald nicht mehr wahr. Die Außenwelt dagegen schon. Es sollte dem Betroffenen deshalb unbedingt mitgeteilt werden, dass er unter Mundgeruch leidet, denn nur wer die Ursache kennt, kann auch nach einer Problemlösung suchen.

Wenn das nicht schon in der Familie oder im engsten Freundeskreis gemacht wird, dann sollte zumindest der Zahnarzt oder die Prophylaxehelferin den Patienten darauf hinweisen. Dies gehört nämlich genauso zur Patientenbetreuung, wie Zahnsteinentfernen und Füllungen legen. Dann sollte der Behandler aber auch guten Rat wissen, wie der Patient mit dem Problem umgehen kann, um es zu beseitigen.

Dies kann sich auch erheblich auf Beruf und Partnerwahl auswirken. Die Erscheinung kann noch so gepflegt sein, wer Mundgeruch hat, wird bestimmt niemanden dazu bringen,  ihn leidenschaftlich zu küssen.

Der oder die Auserwählte wird sich von dem Geruch einfach abgestoßen fühlen. Auch bei der Berufsauswahl kann es hierbei zu Problemen kommen. Angenommen der Betroffene möchte als Vertreter oder einem ähnlich kontaktreichen Beruf arbeiten, dann können die Leistungen noch so gut sein, es wird nichts nützen. Spätestens beim Bewerbungsgespräch wird es Schwierigkeiten geben, wenn der zukünftige Arbeitgeber von dem Problem Wind bekommt. Der Chef muss insoweit vorausdenken, dass wenn ihm das auffällt, es seinen Kunden auch auffallen wird.

Mundgeruch bei Kindern

Mundgeruch ist schon für Erwachsene unangenehm, sollte aber ein Kind darunter leiden, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern liegen die Probleme meist bei anderen Ursachen. Ein Kind, das unter Mundgeruch leidet, hat meist eine Infektion. Diese kann von der Mundschleimhaut ausgehen aber auch Rachenentzündungen und Erkrankungen der Nebenhöhlen können die Ursache dafür sein.

Auch eine unerkannte Diabetes kann ein Faktor für Halitosis bei Kindern sein. Hierbei ist der Geruch von Nagellackentferner beim Kind auffällig. Zudem sollten die Eltern darauf achten, dass das Kind eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich nimmt. Sollte dies nicht gegeben sein, sollte das Kind aufgefordert und ermuntert werden mehr zu trinken.

Eine Behandlung von Mundgeruch bei Kindern ist nicht so leicht wie bei Erwachsenen. Bis zum sechsten Lebensjahr ist ein Kind nicht in der Lage richtig auszuspülen oder eine Lutschtablette lange genug im Mund zu behalten, daher müssen Alternativen gefunden werden. Auf sehr scharfe Lösungen oder Präperate mit Alkohol muss außerdem verzichtet werden. Wird ein Arzneimittel beispielsweise mit Kamille verschrieben, so sollte die Mutter die Schleimhaut des Kindes nur leicht mit der Lösung betupfen.

Ein weiterer Grund für Mundgeruch bei Kindern könnte auch ein Zahnwechsel oder bei Säuglingen das Durchbrechen der Milchzähne sein. Dieser Prozess wird meist von einigen Schmerzen und Entzündungen begleitet. Hierfür hat die Wissenschaft einige Salben und Gele entwickelt, die nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzstillend auf die betroffenen Stellen wirken. Besonders geeignet sind Präparate mit den Wirkstoffen Kamille, Lidokain und Polidocanol.

Trotzdem sollte kein Medikament über einen längeren Zeitraum oder in zu hoher Dosis verabreicht werden. Gänzlich ungeeignet bei Kindern sind Mittel, die Alkohole enthalten aber auch Mittel die Menthol oder Minzöl enthalten sind ungeeignet, da durch die eine Atemnot entstehen kann. Auch  salicylsäurehaltige Präperate oder Mittel mit Povidon-Jod sind nicht immer geeignet. Letzteres kann über die Schleimhäute in den Blutkreislauf geraten und zu Störungen der Schilddrüse führen.

Mundgeruch was hilft, ist von der Ursache abhängig.
Mundgeruch was hilft, ist von der Ursache abhängig.

Mundgeruch durch mangelnde Prothesenpflege

Dass die Menschen ihre Zähne verlieren kann viele Gründe haben. Erbbedingte Parodontose, Unfälle oder einfach schlechte Zahnpflege und anschließender Zahnverlust. Wer seine Zähne sein Leben lang schlecht gepflegt hat, der wird sich anschließend nicht mehr um seine Prothesen kümmern. Alte Gewohnheiten sind schlecht abzulegen und neue Angewohnheiten können sich ältere Menschen meist auch nicht aneignen.

Eine Prothese stellt aber eine ganze Palette neuer Besonderheiten, an die man sich erst gewöhnen muss. Eine ist zum Beispiel, dass der Geschmackssinn um einiges nachlässt. Durch Reibung von Zunge und Gaumen werden die Geschmackknospen der Zunge geöffnet, dies fällt weg nachdem der Gaumen mit Kunststoff abgedeckt wurde.

Auch die Werbung kann allerlei Unfrieden stiften. Oft werden Halbwahrheiten verbreitet und eine falsche Anwendung der Produkte gepredigt, so dass einiges an Verwirrung entsteht. Es ist zum Beispiel ein Irrglaube, dass man seine Prothese nicht reinigen braucht. Eine Tablette in Wasser aufgelöst, kann niemals alle Speisereste und Ablagerungen entfernen, hier muss der Träger schon zu Handbürste und Kernseife greifen.

Wer dies aber nicht tut, der läuft obendrein Gefahr zu schlechtem Atem zu neigen. Die Bakterien, die Mundgeruch verursachen, entwickeln sich ohne Sauerstoff am besten und eine Prothese bietet einen hervorragenden Lebensraum um sich auszubreiten. Wer seine Prothese dann obendrein nicht vernünftig pflegt, der füttert diese dann noch zusätzlich und macht das Problem noch größer als es eh schon ist.

Ein tägliches Säubern der Prothese ist daher Pflicht. Genau wie beim Zähneputzen sollte eine Reinigung mit der Bürste nach jedem Essen erfolgen. Dabei muss man darauf achten auch Rückstände von Haftcreme gründlich zu entfernen. Eine Reinigungstablette sollte zudem nicht jeden Tag benutzt werden.

Diese können bei einer zu regelmäßigen Verwendung den Kunststoff angreifen. Dies macht den Kunststoff an der Oberfläche porös und bietet noch mehr Fläche für Ablagerungen. Auch Schlupfwinkel für Bakterien sind hierdurch eher geschaffen. Ob eine Prothese die nötigen Alltagsanforderungen erfüllt, muss man regelmäßig beim Zahnarzt abklären lassen.

Schnelle Hilfe bei Mundgeruch

Jeder kennt das, man hat eine wichtige Verabredung hat und ist nervös.  Ist der Wartende noch Raucher, dann werden als erstes ein oder zwei Zigaretten geraucht. Auch nach der Mittagspause, wenn die Möglichkeit zum Zähneputzen nicht unbedingt gegeben ist, können sich schnell unangenehme Gerüche entwickeln, selbst von Menschen, die sonst eigentlich nicht unter Mundgeruch leiden.

Was soll der Betroffene aber machen, wenn ihn dieses Schicksal ereilt und es aber wichtig ist nach Möglichkeit  wie ein Pfefferminzblatt zu riechen. Was kann getan werden, wenn keine Zahnbürste zur Hand ist. Nach einer knoblauchhaltigen Mahlzeit, sollte etwas Minze oder auch Petersilie gekaut werden. Diese bindet die Gerüche und neutralisiert diese. Nur leider hat nicht jeder Minze oder Petersilie in der Handtasche dabei.

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Hier hilft es auch schon, wenn immer ein paar Kaugummis oder Minzpastillen in der Tasche gelagert werden, für die schnelle Hilfe vor Ort. Diese beiden Hilfsmittel im Kampf gegen Mundgeruch sind nicht nur gegen Gerüche förderlich, sondern nach jeder Mahlzeit zu empfehlen, da sie den Speichelfluss anregen und Gerüche so einfach weggespült werden können. Wer sich für eine von den beiden Sachen entscheidet, sollte seine Wahl aber nach Möglichkeit ohne Zucker auswählen, da dies einfach zahnfreundlicher ist.

Immer weniger Menschen greifen mittlerweile zum Mundspray. Schlecht ist das wahrscheinlich nicht, da die hohe Konzentration weder für den Magen noch für die Schleimhäute besonders gut ist. Wendet der Betroffene es aber sparsam an, kann auch das Mundspray ein nützliches Hilfsmittel sein, was im Rucksack oder der Handtasche platziert werden kann. So kann eine Sorge ausgeschaltet werden, da im Notfall Hilfe zur Hand ist.

Über diese Hilfsmittel hinaus, sollte aber eine optimale Pflege nicht vergessen werden. Wer es schafft sich nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen, der nimmt den Geruchsbakterien die Grundlage und kann Mundgeruch von Vornherein verhindern. Auch Zahnseide und Zwischenraumbürstchen sollten regelmäßig verwendet werden.

Langfristig Mundgeruch verhindern

Kleine Tricks um Mundgeruch kurzfristig zu beseitigen gibt es zur Genüge. Kaugummi, Minzpastillen etc.  Wer dem Mundgeruch aber langfristig begegnen möchte, sollte sich auf einige Umstellungen gefasst machen. Es ist im Grunde wie bei einer ausgewogenen Gewichtsreduktion. Natürlich kann man durch hungern auf die Schnelle einige Kilo abnehmen, die sind langfristig gesehen aber schnell wieder drauf. Nur eine Ernährungsumstellung bringt auf Dauer die gewünschten Ergebnisse auf gesunde Art und Weise.

Mit dem Mundgeruch ist es ähnlich. Der Betroffene sollte sich genau seine Gewohnheiten anschauen und sich dann überlegen, welche den Mundgeruch begünstigen. Als Einstieg kann er zum Beispiel anfangen über den Tag verteilt genug Flüssigkeit zu sich zunehmen. Wenn der Mund regelmäßig befeuchtet und durchgespült wird, haben Bakterien es schwerer sich in den Schleimhäuten festzusetzen. Grüner Tee soll hierbei ein besonders gutes Werk tun, da seine Inhaltsstoffe dem Mundgeruch vorbeugen können.

Als nächstes sollte man seine Essgewohnheiten ändern. Gerade im stressigen Alltag, besteht die Ernährung meist aus Kaffee und Zigaretten, gekrönt von einem fettigen Fertiggericht am Abend. Alles Dinge die den schlechten Atem verursachen. Auch das Feierabendbier begünstigt die Situation nicht unbedingt.

Da Zigaretten und Alkohol sowieso ungesund sind, sollte der Betroffene versuchen diese Dinge möglich komplett aus seinem Leben zu streichen, auch andere Organe werden es ihm danken. Schokolade ist zwar nicht verboten, es sollte aber versucht werden sie zu meiden, wenn nicht die Möglichkeit besteht, sich danach die Zähne zu putzen. Sonst bildet sich recht schnell Plaque die auch nicht unbedingt förderlich ist.

Am wichtigsten sind aber die Pflege und der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt. Dieser kann mit Sicherheit auch spezielle Zahnpasten und Mundspüllösungen empfehlen, die Mundgeruch langfristig bekämpfen. Es sollte auch regelmäßig Zahnstein entfernt werden, da sich Bakterien besser an den verkalkten Ablagerungen festhalten können, als am glatten Zahnschmelz.

Nichts geht aber ohne eine sehr sorgfältige Pflege zu Hause. Nicht nur die Zähne müssen geputzt werden, sondern auch die Zunge sollte gründlich gebürstet werden, dort können sich Bakterien nämlich besonders gut einlagern. Auch der regelmäßige Gebrauch von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen sollte vollzogen werden.

Mundgeruch Hilfsmittel

Lange Zeit war Mundgeruch ein Tabuthema über das keiner gern geredet hat.  Auch die Forschung in unserem Land hat sich lange vorwiegend mit anderen Themen beschäftigt. Ein Grund dafür war die Tatsache, dass früher davon ausgegangen wurde, das Mundgeruch vom Magen ausgeht und nicht von der Mundhöhle. Zudem gibt auch keiner gerne zu, dass er an Mundgeruch leidet. Wer wirklich unter solchen Problemen zu leiden hatte, der musste sich im Internet zu ziemlich hohen Preisen, die notwendigen Mittel organisieren.

Mittlerweile hat der Dentalmarkt in Deutschland jedoch nachgezogen. Überschwemmt kann der Markt noch immer nicht genannt werden, aber nun kann sich jeder die notwendigen Mittel in der Drogerie oder der Apotheke problemlos besorgen. Mit am besten, so hat sich herausgestellt, helfen spezielle Zahncremes, die auch auf die Zunge wirken. Die dazugehörige Mundspüllösung macht das System komplett. Es werden aber noch andere Hilfsmittel angeboten, wie zum Beispiel der Zungenschaber.

Viele Zahnbürsten haben so einen schon auf der Rückseite des Zahnbürstenkopfes integriert. Dieser sorgt dafür, dass Ablagerungen und Bakterien, die sich auf der Zunge festsetzen heruntergeschabt werden. Menschen die einen starken Würgereflex haben, müssen aber darauf achten nicht zu weit in den Rachen zugeraten.

Ein Zungenschaber ist aber nicht unbedingt notwendig. Es reicht eigentlich aus, wenn man beim Zähneputzen zum Schluss auch die Zunge mit abbürstet, dass hat den selben Effekt wie ein Zungenschaber. Hierbei sollte bloß darauf geachtet werden, dass mit den Borsten nicht das weiche Gewebe der Zunge verletzt wird. Es darf halt nicht zu fest aufgedrückt werden.

Neben solchen Errungenschaften, kann der Betroffene auch darauf achten, dass er immer ein Päckchen Kaugummi zur Hand hat. Das Kaugummi sorgt dafür dass der Speichelfluss angeregt wird und die Bakterien fort gespült werden. Das Minzaroma sorgt zudem für einen angenehmen Geschmack im Mund. Der Mundgeruch wird von der Minze absorbiert und überdeckt. Zuckerfreie Minzbonbons haben denselben Effekt für den Fall, dass jemand nicht unbedingt Kaugummi kauen möchte.

Video: Mundgeruch – 5 Tipps für weiße Zähne und gegen Mundgeruch

Mundgeruch durch Magenerkrankung

Mundgeruch entsteht zu 70% in der Mundhöhle.  Wenn dieses Problem entsteht kann man mit speziellen Pflegeprogrammen dem Mundgeruch zu Leibe rücken. In einigen gesonderten Fällen können sich solche Beschwerden aber auch als Folge einer Erkrankung zeigen, die mit der Mundhöhle nichts zu tun hat.

Auch der Nasen-  und Rachenraum kann ein Auslöser für Mundgeruch sein, beispielsweise bei einer Erkältung, wo die krankmachenden Sekrete in den Rachenraum fließen. Der Fachbegriff hierfür lautet postnasal drip.

Auch eine Rachentzündung oder bösartige Geschwüre können Auslöser sein. Aber auch andere Organe können negative Ausdünstungen begünstigen. Wer unter einer chronischen Gastritis leidet, Sodbrennen hat oder ständig an einer Über- oder Untersäuerung des Magen leidet, hat zumeist auch Mundgeruch. Hier gilt es die Ursache zu bekämpfen, um das Symptom loszuwerden. Wer unter solchen Beschwerden leidet, bei dem ist der Mundgeruch noch das geringste Problem. Schlimmer sind Schmerzen und Beschwerden in der Magengegend.

Selbst der Darm kann Auslöser von Mundgeruch sein. Wenn sich beispielsweise Geruchsmoleküle im Darm ansammeln, die über den Blutkreislauf in die Lunge geraten und dort abgeatmet werden. Dies entsteht zum Beispiel nach einer Bestrahlung oder einer überhöhten Dosis Antibiotika.

Durch Bestrahlung wird die Darmschleimhaut löcherig und lässt mehr negative Einflüsse durch, als normal ist. Sollte so eine Zustand länger als einige Wochen anhalten, ist es unumgänglich einen Arzt zu konsultieren um schlimmere Erkrankungen auszuschließen.

Wer in einer solchen Situation, in der der Mundgeruch einem das Leben schwer macht, keine Hilfe vom Zahnarzt bekommen kann, sollte sich in nächster Instanz an einen Hals- Nasen- Ohrenarzt wenden. Dieser muss die optimale Funktion der Nasennebenhöhlen checken. Denn auch eine so genannte Stinknase kann sich unter anderem mit Mundgeruch äußern.

Wem auch der HNO Arzt nicht weiterhelfen kann, muss danach zu einem Gastroenterologen der prüfen muss, ob der Mundgeruch evtl. auf eine Fehlstörung des Magens, Verstopfungen des Darms oder ähnliche Beschwerden des Verdauungstraktes zurück zu führen sind.

Fazit: Tabuthema Mundgeruch

Etwa 25% der deutschen Bevölkerung leidet unter diesem Problem ohne selber etwas davon zu merken. Mundgeruch kann in privater aber auch in beruflicher Hinsicht zu einigen Problemen führen. Denn in einem Umkreis von 1 bis 1 ½ Metern ist er bei schlimmer Konzentration noch zu riechen. Das ist für das Gegenüber der Person sehr unangenehm. Wie soll der Gesprächspartner sich aber aus der Affäre ziehen ohne den Betroffenen vor den Kopf zu stoßen?

In einer solchen Situation sollte Familie oder auch der engste Freundeskreis den betroffenen diskret auf das Problem hinweisen. Das mag im ersten Moment vielleicht verletzend für die Person sein, aber im Nachhinein kann sie etwas an dem Problem ändern. Wichtig ist aber, dass die Person erst einmal von ihrem Problem erfährt. Sie in einer solchen Situation schonen zu wollen, damit keine Gefühle verletzt werden, ist der gänzlich falsche weg.

Aber nicht nur bei Mundgeruch ist das der Fall. Auch andere starke Gerüche, wie zum Beispiel Schweißgeruch stoßen der Umwelt sauer auf. Das Problem ist einfach das, das unangenehme Gerüche etwas Unsauberes haben. Wer will seinem Gegenüber schon sagen müssen, dass er stinkt und mal duschen könnte?!

Mundgeruch könnte aber auch ein ernst zu nehmendes Alarmsignal sein, dass die Mundhygiene nicht so ist, wie sie sein sollte. Um dies zu überprüfen sollte der Betroffene am besten einen Zahnarzt aufsuchen um diese Möglichkeit auszuschließen oder sich beraten lassen, wie er es besser machen kann. In der Praxis wird zudem eine umfassende Anamnese erstellt. Wenn es nämlich nicht an der Hygiene liegt, so muss der Zahnarzt eine rege Ursachenforschung betreiben.

Wichtig ist aber, dass Problem zu erkennen und dazu gehört eben auch, dass man sich in solch  einer Hinsicht auf wohlgemeinte Kritik der Außenwelt verlassen kann. Besser einmal einen kleinen Schock ertragen als dauernd mit einem nicht erkannten Problem herumzulaufen.

Originally posted 2017-09-29 11:33:13. Republished by Blog Post Promoter

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