Migräne Ursachen und Behandlung

Es gibt viele Theorien über Migräne, die sich über die Jahre auch ändern und den Erfahrungen angepasst werden. Man kennt diverse Auslöser wie z.B.

  • Stress,
  • Wetter,
  • Schlafmangel,
  • Schokolade,
  • Rotwein,
  • Hormone,
  • Genussgifte,
  • etc. etc.

Warum aber sind manche so anfällig für Migräne und andere wiederum leiden kaum jemals an Kopfschmerzen?
Man weiß, dass eine gewisse Veranlagung dazu existiert; meist gibt es in einer Familie gehäuft Migränepatienten.
Als weitgehend sicher gilt auch, dass der enorme Schmerz im Migräneanfall durch eine entzündliche Erweiterung der Hirngefäße mit gesteigerter Durchlässigkeit verursacht wird.

Aber wie kommt es zu dieser Entzündung? Schokolade oder Stress verursachen sicherlich nicht direkt eine Entzündung im Körper, zumal die Auslöser sehr verschiedenartig sein können!? Aus langjährigen Erfahrungen mit unseren Migränepatienten halte ich folgenden Ablauf einer Migränereaktion für wahrscheinlich:

Man weiß, dass v.a. Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich stellen, die es genau nehmen mit ihren Pflichten, die sich schwer entspannen können, vermehrt zu Migräne neigen.

Bei manchen Menschen sind die Gehirnzellen einfach viel aktiver, produzieren mehr und schnellere Nervenimpulse.
Da das Gehirn sowieso schon ein Fünftel (!) unseres Gesamtsauerstoffs braucht, haben diese Menschen einen nochmals zusätzlich erhöhten Sauerstoff und Nährstoffbedarf (Traubenzucker, Glucose) in ihren grauen Zellen.

Kommt nun noch ein Störfaktor wie z.B. Stress hinzu, der zusätzlich Energie fordert, kann es schnell sein, dass das Gehirn stellenweise mit Glucose – Nervenzellen ernähren sich ausschließlich von Glucose! – und Sauerstoff unterversorgt ist.
Sofort setzt an diesen Stellen eine entzündliche Reaktion mit Ausschüttung von Gewebshormonen (schmerzhaft!) und Gefäßerweiterung (schmerzhaft durch Drucksteigerung im Schädel!) ein.

Ab einem bestimmten Punkt ist dann der weitere Ablauf nicht mehr zu beeinflussen, ein vorprogrammierter Teufelkreis nimmt seinen Lauf, bei dem Unterversorgung, Schmerz und Entzündung sich gegenseitig hochschaukeln!

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Es ist inzwischen bekannt, dass Menschen, die häufig unter Migräne leiden, oft eine Vielzahl kleiner, abgestorbener (!) Gehirnareale haben (1-3mm)! Ob nun diese Mini-Hirn-Infarkte der Auslöser für Migräneattacken sind oder die Folge, ist noch unklar. Eindeutig ist aber ein Zusammenhang erkennbar!

Auch dies spricht für eine zeitweise Unterversorgung mit Glucose/Sauerstoff, denn nur dann sterben Gewebeareale ab!
Viele Migränepatienten kennen „ihre“ Migräne und wissen recht genau, wie lange sie dauert.

Dieser Ablauf von Auslöser über Unterversorgung über Entzündung und Schmerz bis zu Heilung braucht seine eigene Zeit.
Ob migränoide Kopfschmerzformen, die an den Monatszyklus gebunden sind, noch andere Mechanismen haben, wird hoffentlich die Zeit zeigen, damit auch diesen geplagten Frauen geholfen werden kann.

Wie kann man Migränepatienten helfen?

Wir haben wie viele andere engagierte Ärzte im Laufe der Jahre Vieles ausprobiert! Natürlich ist jeder Mensch anders, aber eines scheint mir bei fast allen gemeinsam zu sein:

Unterschiedliche Auslöser auf der Grundlage einer Anfälligkeit führen ab einem bestimmten Punkt zum Migränemechanismus durch Sauerstoff/Glucosemangel.

Die unterschiedlichen Auslöser in den Griff zu bekommen durch vernünftige Lebensführung (Entspannung, Ernährung, Sport, etc.) liegt in der Hand des Patienten.

Sobald aber ein Energiemangel im Gehirn eingetreten ist und sich erste Anzeichen (Aura) einer Migräne zeigen, können wir schnell und fast immer erfolgreich helfen:

Wenn der Patient in dieser ersten halben bis max. einer Stunde einen speziellen, rein biologischen „Cocktail“ u.a. mit Glucose erhält UND reinen Sauerstoff zur Hyperventilation (tiefe, zügige Atemzüge; bewusstes Tiefatmen) inhaliert UND eine halbe Stunde Ruhe erfährt (dadurch weniger Energiebedarf im Gehirn!), konnten wir bisher fast jeden Migräneanfall stoppen!

Auch Triptane und/oder Schmerzmittel können manchmal zusätzlich angezeigt sein, wenn die Therapie nicht früh genug eingesetzt hat.

Oft experimentieren Patienten jahrelang – umsonst – selbst mit div. Schmerzmitteln. Bei Migräne hilft normalerweise kein übliches Schmerzmittel! Viel zu spät werden Triptane verordnet, obwohl diese den meisten Patienten helfen.

Oft nimmt der Migränepatient aber diese zu spät, weil er nicht so viele Medikamente nehmen möchte oder den weiteren Verlauf der Migräne unterschätzt hat. Oft ist eine Tabletteneinnahme wegen der Übelkeit nicht möglich. Hier gibt es inzwischen wirksame Nasensprays für den Soforteinsatz.

 

Migräne Ursachen und Behandlung
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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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One Comment

  1. Zunächst muss zwischen verschiedenen Migränearten differenziert werden. Es gibt die Migräne mit Aura, und die Migräne ohne Aura. Die Migräne mit Aura, strahlt sozusagen aus, und verursacht dabei andere neurologische Symptome. Hierzu zählen beispielsweise Gesichtsfeldausfälle, Sehstörungen, und falsche Wahrnehmung von Formen oder Farben.

    Des weiteren können, wenn auch recht selten, Lähmungserscheinungen auftreten. Die Migräne ohne Aura ist die weiter verbreitete Form. Von ihr wird gesprochen wenn pulsierende, oder pochende Kopfschmerzen in mindestens fünf Migräneattacken auftraten, der Kopfschmerz einseitig war, und/oder sich die Schmerzen sich durch körperliche Aktivität verstärkt haben.

    Zusätzlich muss, um von einer Migräne zu sprechen, noch jeweils ein anderes Symptom aus dem vegetativen Bereich vorhanden gewesen sein. Hierzu zählt man Lichtempfindlichkeit, oder Übelkeit, welche auch zu Erbrechen führen kann. Außerdem können Appetitlosigkeit, oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.Weitere mögliche Migräne Symptome sind Geräusch.- und/oder Geruchsempfindlichkeit.

    Migräne Ursachen sind vielfältig, und auch nicht medizinisch einwandfrei, und komplett geklärt. Viele Betroffene der Krankheit geben allerdings bestimmte, sogenannte „Triggerfaktoren“ an, welche einen Ausbruch der Kopfschmerzen bei ihnen auslösen oder zumindest begünstigend für einen Anfall wirken. Hierzu zählt man etwa Lärmbelästigung.

    Bestimmte Arten von Licht können ebenfalls begünstigend für einen Anfall wirken, vor allem sehr grelles, und unstetes Licht, wie etwa ein flackerndes Licht. Weitere mögliche Migräne Ursachen sind spezielle Gerüche, wie etwa Zigarettenqualm.

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