Magen-Darm-Grippe – Symptome, Dauer und Behandlung

Wahrscheinlich können Sie sich noch gut an Ihre letzte Magen-Darm-Grippe erinnern, denn ganz so selten kommt diese Erkrankung bekanntlich nicht vor. Plötzlich wird einem extrem übel und nur mit Ach und Krach schaffen es viele dann noch rechtzeitig bis zur Toilette. Betroffene können jetzt kaum noch etwas bei sich behalten und neben der ständigen Übelkeit kommt dann meist auch noch Durchfall hinzu. Erkrankte fühlen sich schlapp, ausgelaugt und einfach schrecklich.

Wann kommt es zu den ersten Symptomen einer Magen-Darm-Grippe?

Durch die Erreger einer Magen-Darm-Grippe kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute im Magen-Darm-System. Hat sich eine Person mit einem solchen Erreger angesteckt, lassen die ersten Symptome meist nicht lange auf sich warten. So kann es nur wenige Stunden nach der Infizierung dauern und Betroffene haben mit den ersten Beschwerden zu kämpfen. Bei einigen anderen Erregern kann die Inkubationszeit aber auch einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen.

Inkubationszeit verschiedener Magen-Darm-Erreger:

  • Noro- und Rotavirus: 10 bis 50 Stunden
  • Salmonellen: 5 bis 72 Stunden
  • EHEC: Drei bis vier Tage

Welche typischen Symptome zeigt eine Magen-Darm-Grippe?

Mediziner bezeichnen die Magen-Darm-Grippe auch als Gastroenteritis. Vor allem mit Durchfall haben hier viele Betroffene zu kämpfen. Oftmals kommen dann noch Übelkeit und Erbrechen hinzu, so dass sich diese Krankheit ebenso als Brechdurchfall bezeichnen lässt.

Folgende Symptome treten ebenfalls meist bei einer Magen-Darm-Grippe auf:

  • Glieder- und Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen oder auch Bauchkrämpfe
  • Leichtes Fieber

Kommt es zu einem heftigen Brechdurchfall, wird dem Körper in ganz kurzer Zeit meist viel Flüssigkeit entzogen. Das schwächt den Organismus zusätzlich. Gerade bei älteren Menschen, wie bei kleinen Kindern kann eine Dehydration schnell gefährlich werden. Demnach kann es zu einer Austrocknung kommen, die folgende Symptome auslöst:

  • Abfall des Blutdrucks
  • Eingesunkene Augen
  • Trockne Zunge und Lippen
  • Schwindel

So ist es in diesem Fall enorm wichtig, den Flüssigkeitsverlust so schnell wie nur möglich wieder auszugleichen. Notfalls gilt es hier von Seiten eines Mediziners eine Infusion vornehmen zu lassen. Hinzu kommt, dass es nicht allein zu einem Verlust von Flüssigkeit kommt, denn ebenso reduzieren sich jetzt die Elektrolyte. Der Genuss einer Brühe oder aber eine Elektrolyte-Lösung aus der Apotheke können hier helfen.

Sobald es wieder möglich ist ein wenig feste Nahrung zu sich zu nehmen, empfiehlt es sich eine Banane oder Salzstangen zu essen. Auf diese Weise wird der Natrium-, wie Kaliumspeicher wieder aufgefüllt. Unabhängig vom Erreger sind die Anzeichen einer Magen-Darm-Grippe außerdem stets relativ ähnlich. Lediglich das Auftreten ist anders.

Wird eine Magen-Darm-Grippe demnach durch Viren ausgelöst, kommt es meist urplötzlich zu Beschwerden. Bei einer bakteriellen Infektion dagegen tritt meist erst einmal Übelkeit, wie Appetitlosigkeit auf. Diese Symptome gehen dann mit der Zeit in Erbrechen, wie Durchfall über.

Brechdurchfall ist eine Schutzreflexion des Organismus

Die Symptome einer Magen-Darm-Grippe sind immer sehr unangenehm. Dennoch haben diese Beschwerden aber einen Sinn, denn auf diese Weise soll der Erreger wieder aus dem menschlichen Körper geschleust werden, bevor dieser für ernsthafte Probleme sorgen kann. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich auch erst einmal auf diverse Arzneimittel zu verzichten, die Durchfall, wie Erbrechen bekämpfen.

In den meisten Fällen ist eine Magen-Darm-Grippe keine ernsthafte Erkrankung. Oftmals klingen die Beschwerden bereits nach wenigen Tagen wieder ab. Lediglich, wenn die gesundheitlichen Probleme längere Zeit andauern und die Magen-Darm-Grippe gar nicht abklingen will, gilt es einen Mediziner aufzusuchen.

Wann sind Medikamente bei einer Magen-Darm-Grippe nötig?

In den meisten Fällen vergeht eine Magen-Darm-Grippe ganz von alleine. Lediglich, wenn die Symptome sehr heftig ausfallen und die Erkrankung länger dauert als gewöhnlich sollte ein Arztbesuch in Angriff genommen werden. Gleiches gilt, wenn es zu Fieber kommt, welches über 38 Grad Celsius liegt oder sich Blut, wie Schleim im Stuhl zeigt. Erkranken kleine Kinder, sowie ältere Personen an einer solchen Grippe, ist ein Besuch beim Arzt immer ratsam.

Welche Medikamente gegen eine Magen-Darm-Grippe gibt es?

Im Grunde unterscheidet man hier zwischen zwei Arzneimittelarten. So finden sich hier zum einen Medikamente, die gegen die Symptome der Krankheit helfen und zum anderen Arzneien die, die Ursache des Infekts bekämpfen.

Arzneien gegen die Symptome einer Magen-Darm-Grippe:

  1. Präparate, die bei Durchfall zum Einsatz kommen, werden ebenfalls bei anderen Erkrankungen angewendet. Diese Medikamente finden sich in Apotheken auch ohne Rezept. In vielen Fällen enthalten diese Arzneien Aktivkohle, denn diese bindet Flüssigkeit im Darm. Sogenannte Motilitätshemmer hingegen stoppen den Durchfall, indem die Darmtätigkeit eingeschränkt wird. Auf diese Weise verbleiben Nährstoffe, sowie Flüssigkeiten wieder länger im Körper und können vom Organismus verwertet werden.
  2. Antiemetika sind Medikamente, die bei starkem Erbrechen helfen. Diese Mittel wirken direkt auf das Brechzentrum im Gehirn. In Apotheken finden sich in diesem Fall sowohl pflanzliche, als auch chemische Arzneien dieser Art. Erstgenanntes ist rezeptfrei zu haben.
  3. Um krampfartige Bauchschmerzen zu lindern, eignet sich dagegen das Spasmolytikum Butylscopolamin. Auch dieses Medikament bedarf, kein Rezept. So führt eine Einnahme zu einer Entspannung der Muskulatur im Magen-Darm-Trakt.

Auch, wenn die Symptome einer Magen-Darm-Grippe alles andere als angenehm sind, gilt es diese nicht sofort mit entsprechenden Medikamenten zu bekämpfen. So reagiert der menschliche Körper nicht umsonst mit diesen Beschwerden, denn er versucht auf diesem Wege eigenständig die Erreger wieder loszuwerden, bevor diese größeren Schaden anrichten können. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Co nicht sofort mit Arzneien zu bekämpfen.

Lediglich eine Magen-Darm-Grippe, die durch Bakterien hervorgerufen wird, wird unter Umständen bei bestimmten Personengruppen mit Antibiotika behandelt, um die Dauer der Krankheit zu verkürzen:

In folgenden Fällen werden Antibiotika eingesetzt:

  • Bei heftig verlaufenden Erkrankungen
  • Bei Frühgeborenen
  • Bei blutigem Durchfall
  • Im ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Bei einer bestehenden Immunschwäche
  • Bei speziellen, gefährlichen Erregern

Fazit: Im Grunde ist eine Magen-Darm-Grippe eine völlig harmlose Erkrankung. Kommt es zu Übelkeit, Durchfall, sowie Erbrechen handelt es sich hier um eine Schutzreaktion des menschlichen Körpers. Der Organismus versucht mit diesen Symptomen die Erreger eigenständig wieder loszuwerden, so dass es ratsam ist, diese nicht sofort mit entsprechenden Medikamenten zu bekämpfen.

Magen-Darm-Grippe – Symptome, Dauer und Behandlung
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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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