Kontaktlinsen oder Brille beim Sport? Vor- und Nachteile

Ob Kurz- oder Weitsichtig: Wer bemerkt, dass seine Augen ihren Dienst nicht wie gewohnt leisten, ist über kurz oder lang auf eine Sehhilfe angewiesen. Gerade sportliche Menschen, die nicht ohne diese Hilfe auskommen können, stehen hier vor einer entscheidenden Wahl. Sowohl Brillen als auch Kontaktlinsen werden im Allgemeinen als geeignet für die Nutzung beim Sport angepriesen. Welche Option die bessere ist, kann nur individuell entschieden werden.

Kontaktlinsen beim Sport: Die Vorteile

Kontaktlinsen sind eine beliebte Alternative zur Brille. Nicht nur helfen sie dabei, die oft als Makel empfundene optische Veränderung durch eine Sehhilfe zu umgehen. Zusätzlich fühlen sich viele Menschen mit Kontaktlinsen schlicht freier.

Auch beim Sport zeigt sich das, denn es gibt keine Einschränkungen des Gesichtsfeldes, wie es bei Brillen der Fall ist. In Sportarten, bei denen komplexere Bewegungsabläufe notwendig und schnelle Reaktionen gefragt sind, bieten auch laut Fielmann.de Kontaktlinsen bessere Unterstützung. Sie fallen gerade beim Sport außerhalb des Wassers nicht einfach heraus und bleiben auch bei intensiven Einheiten wie Squash oder Boxen zuverlässig.

Zudem verringert sich auch das Verletzungsrisiko, wenn beim Sport auf Kontaktlinsen gesetzt wird. Im Gegensatz zu einer Brille nämlich gehen Kontaktlinsen auch bei einem Sturz oder beim Zusammenstoß mit einem Teamkollegen nicht zu Bruch. Weder Gläser noch ein Gestell können hier also dafür sorgen, dass unangenehme Schädigungen der Augen oder des Gesichts auftreten.

Interessant ist auch, dass Kontaktlinsen den Sportler unterbewusst beeinflussen. Wer beispielsweise  auf die saubere Ausführung von Übungen angewiesen ist, könnte sich durch eine Brille beeinträchtigt fühlen. Bei Kontaktlinsen aber ist die Gefahr des Verrutschens oder Herunterfallens der Brille nicht vorhanden.

Einen besonders großen Vorteil bieten Kontaktlinsen Schwimmern. Eine Brille beim Schwimmen zu tragen, ist praktisch unmöglich. Nicht nur, weil sie den Bewegungen unter Wasser nicht standhalten kann, sondern auch wegen des Spritzwassers, das die Sicht beeinträchtigt. Wer mit Kontaktlinsen schwimmt, liegt also richtig. Damit die Linsen hierbei nicht versehentlich aus dem Auge geschwemmt werden, sollte jedoch zusätzlich eine Schwimmbrille getragen werden.

Schwimmer sollten zusätzlich zu Kontaktlinsen eine schützende Schwimmbrille tragen
Schwimmer sollten zusätzlich zu Kontaktlinsen eine schützende Schwimmbrille tragen

Nachteile von Kontaktlinsen  

Geht es um Nachteile von Kontaktlinsen beim Sport, eignen sich harte Linsen tatsächlich schlechter, da sie leichter herausfallen können. Die Lösung für dieses Problem sind weiche Kontaktlinsen, die sich dem Auge besser anpassen und etwas größer ausfallen. Wer nur beim Sport Kontaktlinsen trägt, könnte mögliche Probleme bei der Umgewöhnung ebenfalls mit weichen Linsen abmildern. Harte Linsen nämlich reizen das Auge unter Umständen und führen in der ersten Zeit zu einem Fremdkörpergefühl.

Ein weiterer möglicher Nachteil von Kontaktlinsen ist das Risiko von Infektionen des Auges. Gerade Linsen, die über einen längeren Zeitraum im Auge verbleiben – wie Wochen- , Monats- oder Dauerlinsen – sind insbesondere Schwimmern nicht zu empfehlen. Doch auch dieses Problem lässt sich lösen, indem Sportler kurzfristig auf Tageslinsen umsteigen und die Gefahr einer Infektion so deutlich verringern.

Auch Outdoor-Sportler erachten Kontaktlinsen gelegentlich als zweischneidiges Schwert. Beim Sport im Freien nämlich kann es durch Kontaktlinsen zu trockenen sowie gereizten Augen kommen und das Risiko von Infektionen steigt. Zudem schützen Kontaktlinsen das Auge nicht vor UV-Strahlen.

Wer beim Outdoor-Sport dennoch Kontaktlinsen tragen möchte, sollte diese am besten mit einer Sonnenbrille kombinieren. Im Vergleich zum Kauf einer speziellen Sonnenbrille mit Sehstärke liegen die Kosten hier meist im niedrigeren Bereich. Zur Grundausstattung für jeden Läufer, Radfahrer oder auch Reiter gehört daher nicht nur solider Schutz vor Sonnenbrand, sondern auch eine gute Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Filter.

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Welche Vorteile eine Brille beim Sport bietet

Die Zeit, in der Brillen den Bedürfnissen von Sportlern nicht gerecht wurden, ist längst vorüber. Heute gibt es viele Brillen, die dank spezieller Materialien und besonderer Gestaltung gut sitzen und halten. Vor allem Outdoor-Sportler können von Sportbrillen profitieren, da sie das Auge vor Zugluft und Schmutz besser schützen als Kontaktlinsen.

Die Schwierigkeit, mit einer Brille während des Sommers im Freien zu trainieren, lässt sich mit sogenannten phototropen Gläsern ausgleichen. Diese Gläser passen sich bei Sonneneinstrahlung an und verdunkeln sich. Auch hier bietet sich ein Vorteil, denn unter Umständen genügt der Kauf einer einzigen Brille für Indoor- und Outdoor-Training.

Auch sind moderne Sportbrillen heute so konzipiert, dass das Verletzungsrisiko gering ausfällt. Biegsame Materialien und Gläser aus Kunststoff beugen dem Brechen oder Zersplittern der Brille vor. Sportler, die lieber eine Brille tragen, sollten daher nach hochwertigen Modellen suchen, die nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Belastbarkeit überzeugen.

Die Brille gilt als Mode-Accessoire, kann beim Sport jedoch stören.
Die Brille gilt als Mode-Accessoire, kann beim Sport jedoch stören.

Wann Brillen Sportler stören

Brillen galten lange als unmodisch. Das jedoch hat sich gewandelt und die Brille ist zum Lifestyle-Objekt geworden. Dass das Tragen einer Brille auch 2017 noch häufiger zu sehen war als das Tragen von Kontaktlinsen, ist daher verständlich. So trugen 24,9 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage ständig eine Brille, während 18,81 gelegentlich auf eine Brille zurückgriffen. Für Kontaktlinsen sprachen sich 3,14 Prozent der Befragten aus.

Doch auch wenn eine Brille im Alltag ganz ohne Probleme getragen werden kann, ist die Verwendung beim Sport nicht immer einfach. Schwimmen zum Beispiel ist mit Brille praktisch nicht möglich. Hier müssen Sportler sich zusätzliche Schwimmbrillen mit Sehstärke kaufen, um auch im Wasser klar sehen zu können. Das belastet das persönliche Budget, weswegen Kontaktlinsen bei guter Verträglichkeit die bessere Alternative sind.

Zudem können Brillen beim Sport hin und wieder beschlagen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Sportler während des Trainings schwitzt. Schnell bilden sich dann auf den Gläsern ein milchiger Film oder auch kleine Wassertröpfchen, die die Sicht behindern und das Verletzungsrisiko steigern. Auch die Einschränkung des Gesichtsfeldes durch Brillen ist ein Punkt, der den beliebten Gestellen Nachteile verschafft. Sportler können sich mit einer Brille nicht so gut orientieren und umsehen, wie es Normalsichtigen oder auch Kontaktlinsenträgern möglich ist.

Die letztendlichen Kosten für Sportbrillen sind ebenfalls ein Nachteil für Sportler, die nicht nur eine einzige Sportart betreiben. So ist es notwendig, für jede einzelne Sportart ein passendes Modell zu wählen. Beispiele hierfür sind Brillen für Radfahrer, die einer Tränenbildung vorbeugen und Brillen für Mannschaftssportler, bei denen auf engen Sitz geachtet werden muss. Ambitionierte Sportler müssen daher stets mehrere Brillen nutzen, was das persönliche Budget deutlich schröpft.

Kontaktlinsen oder Brille beim Sport? Vor- und Nachteile
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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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