Knochenentzündung Symptome und Behandlung

Wie merkt man eine Knochenentzündung?

Eine sehr wichtige Vorbemerkung: Die wichtigste Waffe der speziellen Schmerztherapie ist die therapeutische Lokalanästhesie, also die Behandlung mit einem (lang wirkenden) örtliche Betäubungsmittel in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden.

Sind die Schmerzen auf eine Entzündung zurückzuführen, wie bei dieser Erkrankung, so ist diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= also nicht nur auf das Krankheitszeichen „Schmerz“) ausgerichtet, sondern auch kurativ (= heilend), da diese Therapie im behandelten Bereich neben der Schmerzunterdrückung auch zu einer enormen Durchblutungssteigerung führt und unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab, eine uralte medizinische Weisheit.

Wird die Entzündung durch Erreger (z.B. Bakterien) verursacht, so führt die gesteigerte Durchblutung dazu, daß die verabreichten Antibiotika nunmehr bei den Erregern auch „ankommen“ und diese vernichten können. Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Nun aber zum eigentlichen Thema

Mit dem Begriff „Knochenentzündung“ (vom Mediziner als Ostitis oder Osteitis bezeichnet) ist die Entzündung von Knochen, also der Knochenmasse gemeint, und nicht etwa die Knochenmarkentzündung oder Knochenhautentzündung.

Ein Knochen besteht aus einer äußeren, kompakten Knochenmasse. Weiter innen befinden sich kleine Knochenbälkchen, die ein schwammartiges Füllmaterial bilden und den Knochen sehr festigen.

Wie entsteht eine Knochenentzündung (Ostitis, Osteitis)?

Da ein Knochen sehr gering durchblutet ist, erfolgt eine Infektion (= Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren) i.d.R. nicht hämatogen (= durch Absiedelung aus dem Blut) wie hauptsächlich bei der Knochenmarksentzündung, sondern iatrogen (= durch ärztlichen Eingriff verursacht, z. B. Operationen) oder nach einem Trauma (= Verletzung). Die Gefahr ist allerdings groß, daß eine Knochenentzündung im weiteren Verlauf auch auch die Knochenhaut (Periostitis) und das Knochenmark (Osteomyelitis) übergreift, bedingt durch die räumliche Nähe.

Eine Entzündung von Knochen geht mit folgenden Symptomen (= Krankheitszeichen) einher:

  • lokale (= örtliche) Überwärmung,
  • Schwellung und Schmerz
  • später auch Durchbruch (mit Fisteleiterung (= Eiterausfluß durch einen Kanal)).

Bei Beteiligung des Knochenmarks kann es darüber hinaus zu einer schweren Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens (bis hin zu einer Sepsis (= Blutvergiftung)) kommen.

Eine Knochenentzündung kann auch auf benachbarte Gelenke übergreifen.

Untersuchungen bei Verdacht auf Knochenentzündung:

Eine Ultraschalluntersuchung kann eine Beteiligung von Gelenk en oder Muskeln aufdecken
Röntgen Computertomographie, Kernspintomographie Blutuntersuchung (Entzündungszeichen wie erhöhte Blutsenkung und C-reaktives Protein)

Wenn eine Eiteransammlung (Abszeß) nachweisbar ist kann diese zum Nachweiß bzw. Bestimmung des Erregers punktiert (= Gewebe-/Flüssigkeitsentnahme mit einer Kanüle) werden.

Zur Therapie der Knochenentzündung (Entzündung von Knochen) werden nach vorheriger Austestung hochdosiert Antibiotika gegeben. Besonders bei Beteiligung des Knochenmarks ist häufig eine radikale Ausmuldung des Knochens, Spüldrainage und Ruhigstellung durch Fixateur externe erforderlich.

Das Problem ist, daß Knochengewebe relativ schlecht durchblutet ist, so daß die körpereigenen Abwehrmechanismen kaum zu Tragen kommen. Die schlechte Durchblutung behindert natürlich auch eine Antibiotika-Therapie und so kommt es nicht selten zu einer Chronifizierung (= langsam, schleichender Verlauf).

Zur Schmerz- und Ursachenbekämpfung im Bereich der unteren Körperhälfte (von einer Knochenentzündung besonders in Kombination mit einer Knochen markentzündung) sind hauptsächlich die Beine betroffen) eignet sich die längerfristige, kontinuierliche epidurale (= rückenmarknahe) Blockade mit Katheter(*siehe unten).

Diese Methode hat den großen Vorteil, daß es neben der erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung durch gleichzeitige Blockade vegetativer (= das unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nerven zu einer Sympathikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung kommt, wie sie systemisch medikamentös (= durch Arzneimittel, die im ganzen Körper wirken) nicht zu erreichen ist.

In dieser Situation ist es dann äußerst sinnvoll nochmals eine (ausgetestete) Antibiotika-Behandlung durchzuführen weil jetzt das Antibiotikum auch die Erreger erreicht. In diesem Sinne ist diese Blockadebehandlung bei Knochenentzündung geradezu kurativ (= heilend).

Knochenentzündung - Antibiotika
Knochenentzündung – Antibiotika

Bei der chronische n Knochenentzündung am Unterschenkel kann man im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) zur Durchblutungsverbesserung zusätzlich auch Lidocain 2% serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis verabreichen, so z.B. 2-3 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage.

Ist der Arm betroffen, was relativ selten vorkommt, wird das Medikament in die A. brachialis (= Arm schlagader) gespritzt. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel in die sog. Endstrombahn dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert.

Als hilfreich hat sich auch eine Infusionsserie mit Lidocain 2% (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte.

Bei einer chronische n Knochenentzündung im Bereich des distalen (= weiter entfernt von der Körpermitte) Unterschenkels oder Fuß es bewirkt auch die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus (* siehe unten) eine kräftige Sympath ikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit eine sehr deutliche Mehrdurchblutung. Der Vorteil dieser Methode ist das geringere therapeutische Risiko.

Lesen Sie auch: Sehnenscheidenentzündung – Behandlung und Dauer 

Wenn Schmerzen bei bei einer Knochenentzündung längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Originally posted 2017-09-19 13:30:59. Republished by Blog Post Promoter

Zeige mehr
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"