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Hodenschmerzen

Von Hodenschmerzen sind vor allem junge Männer häufig betroffen. Die Ursachen für Hodenschmerzen sind unterschiedlich, sodass der Auslöser oftmals nur schwer gefunden werden kann.

Die Schmerzen können sich als Druck, Stechen oder Ziehen im Bereich der Hoden äußern. Generell sollte bei Hodenschmerzen immer vom Arzt abgeklärt werden, woher die Schmerzen rühren.

Unterschiedliche Hodenschmerzen

Die Intensität der Schmerzen kann sehr unterschiedlich sein, wobei die Stärke der Hodenschmerzen nichts darüber aussagt, ob eine schwere Krankheit dahinter steckt oder nicht. Das bedeutet, dass man auch bei leichten Hodenschmerzen zum Arzt gehen sollte, um die Ursache abzuklären.

Laut Expertenschätzungen leidet in Deutschland die Hälfte der Männer mindestens einmal im Leben an Hodenschmerzen. Manchmal entstehen Schmerzen in den Hoden auch durch sexuelle Erregung ohne zu ejakulieren und durch lang andauernde Erektion. Diese Hodenschmerzen lassen von selbst nach und müssen nicht behandelt werden.

Mögliche Ursache von Hodenschmerzen

Häufig steckt hinter schmerzenden Hoden eine Entzündung. Die sogenannte Orchitis (Hodenentzündung) tritt meistens mit einer Nebenhodenentzündung auf. Diese Entzündungen werden durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Neben Hodenschmerzen schwellen oftmals die Hoden an und der Hodensack ist gerötet. Zudem treten eher unspezifische Symptome auf, wie Schmerzen beim Urinieren oder Fieber.

  • Bei einer Hodenentzündung sind die Schmerzen zu Beginn eher leicht und äußern sich durch ein leichtes Ziehen. Im Laufe der Krankheit nimmt die Intensität der Hodenschmerzen stetig zu.
  • Eine andere mögliche Ursache sind Krampfadern, die jedoch in der Regel nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Die Hodenschmerzen treten in dem Fall bei körperlich anstrengender Tätigkeit auf. Zudem kann des zur Hodenschwellung kommen.
  • Bei einem Leistenbruch strahlen die Schmerzen in den Hodenbereich aus. Diese als Hodenschmerzen wahrgenommenen Beschwerden äußern sich als schmerzhafter Druck.
  • Bei Blasen- oder Nierensteinen kann es ebenfalls zu Hodenschmerzen kommen.
  • Durch Tritte, Schläge, Stöße oder andere äußeren Einwirkungen kommt es oftmals zur Hodenprellung, welche sich durch Hodenschmerzen, Hodensackschwellung und Hämatome zeigt.
  • Eine Hodentorsion führt zu akuten Hodenschmerzen. Bei einer Hodentorsion verdrehen sich die Hoden, sodass die Blutzufuhr abgeschnürt wird und starke Schmerzen entstehen.
  • Bei Hodenkrebs treten nicht nur Schmerzen auf, sondern an den Hoden lassen sich Verhärtungen und Schwellungen ertasten.

Hodentorsion

Wenn sich der Hoden mit den Nebenhoden plötzlich um den Samenstrang dreht, spricht man von einer Hodentorsion. Dadurch füllt sich der Hodensack mit Blut und die Venen werden abgedrückt. Somit wird der Hoden unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Der Hoden kann innerhalb weniger Stunden absterben.
Ursachen

Die Ursache für eine Hodentorsion liegt in einer übermäßigen Beweglichkeit der Hoden oder der Hoden ist nicht ausreichend befestigt. Der Hoden kann sich dann bei einem Ruck drehen. Dies kann beispielsweise beim Sport oder beim Aufstehen passieren.

Hodentorsion tritt am häufigsten im Alter zwischen zwölf und achtzehn Jahren sowie im ersten Lebensjahr auf. Es ist sogar möglich, dass eine Hodentorsion beim Ungeborenen auftritt.
Symptome

Charakteristisch für eine Hodentorsion in ein heftiger Hodenschmerz oder der Schmerz nimmt an Intensität langsam zu. Meistens geschieht dies morgens beim Aufstehen. Der Schmerz strahlt dabei bis in die Leistengegend aus. Dabei steht der Hoden hoch, er schwillt an und färbt sich rot oder blau.

In manchen Fällen treten diese typischen Anzeichen nicht auf und die Betroffenen spüren lediglich unspezifische Symptome, wie Schweißausbrüche, Bauchschmerzen und Erbrechen. So wird bei Jugendlichen oftmals eine Blinddarmentzündung diagnostiziert. Typische Symptome bleiben bei Kleinkindern und Säuglingen ganz aus.

Behandlung

Bei der Behandlung geht es in erster Linie darum, den Hoden zurückzudrehen. Der Arzt wird manuell den Hoden in seine normale Lage bringen, wonach der Schmerz sofort nachlässt.

Konnte der Hoden nicht per Hand in seine normale Position gebracht werden, erfolgt die Rückverlagerung mittels Operation.

Wenn sich bei dieser Operation zeigt, dass das Hodengewebe sichtbar geschädigt ist, wird der Hoden entfernt. Die Zeugungsfähigkeit bleibt durch den gesunden Hoden erhalten.

Alles über Hodenkrebs

Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Weltweit nimmt die Zahl der Neuerkrankungen stetig zu, wobei hauptsächlich Weiße von Hodenkrebs betroffen sind und Asiaten und Schwarzafrikaner nur selten Hodentumore bekommen. Bei rund siebzig Prozent der Betroffenen tritt eine Schwellung auf, die keine Schmerzen verursacht.

Ursachen

Was genau Hodenkrebs verursacht, ist bis heute nicht bekannt. Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, erhöhen:

Männer, die als Kind an einem Hodenhochstand litten, tragen ein höheres Hodenkrebsrisiko
Schrumpfhoden (Hodenatrophie)
Unfruchtbarkeit
Erblich bedingtes Risiko, wenn in der Familie bereits Hodenkrebs vorkam

Männer, die schon einmal an einem Hodentumor litten, tragen ein dreißig Mal erhöhtes Risiko, erneut an Hodenkrebs zu erkranken.

Symptome

Das Hauptsymptom bei Hodenkrebs ist eine meist einseitige und schmerzlose Verhärtung oder Schwellung am Hoden, die sich langsam vergrößert.

Andere Symptome bei Hodenkrebs sind:

  • Hodenschmerzen
  • Gefühl der Schwere im Hoden
  • Um den Hoden bildet sich eine Ansammlung einer wässrigen Flüssigkeit

Bei einem hormonaktiven Tumor können durch die Produktion von Hormonen folgende Anzeichen auftreten:

  • Verringerte sexuelle Lust
  • Unfruchtbarkeit
  • Vergrößerung einer Brust oder beider Brüste
  • Brustdrüsenschmerzen

Ist der Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, können durch Metastasen Atemnot, Rückenschmerzen und andere unspezifische Symptome auftreten.

Behandlung

Die Behandlung von Hodenkrebs richtet sich in erster Linie nach dem Stadium der Erkrankung. Dazu stehen vier Behandlungsmethoden zur Auswahl:

  • Operative Hodenentfernung
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • Überwachungsstrategie

In der Regel erfolgt immer zuerst die Entfernung des betroffenen Hodens. Bei jungen Männern wird dabei ein eventueller Kinderwunsch berücksichtigt und vorher Sperma konserviert.

Die Heilungsrate bei Hodenkrebs liegt bei 95 Prozent. Aufgrund der guten Heilungschancen ist es wichtig, bei Hodenbeschwerden direkt zum Arzt zu gehen. Je früher Hodenkrebs erkannt wird, desto höher liegt die Heilungschance.

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