Heilpflanzen

Um dazu beizutragen, daß das Wissen um die Heilpflanzen wieder zum Allgemeingut wird, sind für dieses Kapitel etwa 50 Pflanzen ausgewählt worden. Maßgeblich war dabei, wie bedeutend oder wie bekannt diese Gewächse sind. Die ausführliche Darstellung soll es dem Leser erleichtern, Zugang zu finden zu einem Bereich, der einst so hohe Wertschätzung genossen hat.

Der Kenner wird an dieser Stelle sicherlich einige Pflanzen vermissen, so das Pfeilgift Curare, über das der Jesuitenpater F. X. Veigl nach seiner Rückkehr aus Südamerika berichtet hat. Letztlich ist es sein Verdienst, daß wir heute dieses Mittel zur Verfügung haben, das Operationen erleichtert, indem es den Spannungszustand der Muskulatur herabsetzt.

Oder die Schlangenwurz, der Indiens Mahatma Gandhi einen guten Teil seiner unvergleichlichen Gelassenheit verdankte, die man allein östlicher Geisteshaltung zuzuschreiben geneigt war: Seine Mitarbeiter führten immer Tee aus dieser Pflanze mit sich, deren Wirkstoff heute zum Senken hohen Blutdrucks verwendet wird.

Oder den Rauschpfeffer aus Südostasien, der das Kavain enthält, mit seiner anregenden Wirkung auf das Gehirn. Oder die Hypox rooperi, die gelbe Männerblume, die einen Wirkstoff gegen Erkrankungen der Prostata enthält.

Aber auch einheimische Pflanzen fehlen in dieser Liste – etwa die Herbstzeitlose mit dem zur Krebsbehandlung (Leukämie) verwendeten Colchicin, das sonst als klassisches Mittel bei akuten Gichtanfällen gelten darf. Und der Spitzwegerich hat nur am Rande als Mittel zur Wundheilung Erwähnung gefunden; in der Volksmedizin steht er aber außerdem im Ansehen als wirksames Mittel gegen Lungenkrankheiten. Vor allem soll er bei richtiger Anwendung eine vorbeugende Wirkung entfalten.

Ein unerforschtes Kapitel. Die Wissenschaft hat bis heute nicht klären können, ob es mittels kurmäßiger Anwendung von Heilpflanzen möglich ist, einer Organschwäche entgegenzuwirken. Gerade das aber behaupten naturheilkundlich erfahrene Ärzte, gerade darin liegt nach ihrer Kenntnis das eigentliche Anwendungsgebiet der Heilpflanzen, offenbart sich das Prinzip ihrer Wirksamkeit: Sie bekämpfen nicht die Krankheitserreger und wirken nicht direkt auf Symptome ein, sondern sie regen die Selbstheilungskräfte des Organismus an.

Zu dieser Veränderung des Milieus bedarf es zwar bis zum Eintreten des Erfolges einer regelmäßigen Anwendung über längere Zeit hinweg. Aber dafür besteht bei dieser Form der behutsamen und langfristigen Beeinflussung auch nicht die Gefahr schädlicher Nebenwirkungen.

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Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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