Hammerzehe Ursache und Behandlung

Definition der Hammerzehe

Bei der Hammerzehe besteht am häufigsten eine Beugekontraktur (fixierte Beugung) im Zehenendgelenk bei gestrecktem Grundgelenk der Zehe.

Definition der Krallenzehe

Bei der Krallenzehe zeigt sich eine Überstreckung des Zehengrundgelenks bei Beugung im Zehenmittel- und –endgelenk.

Wie entstehen diese meist erworbenen Zehenfehlstellungen?

  1. g. Zehendeformitäten werden meist sekundär, also in Folge und begleitend, bei Fußfehlformen wie z. B. dem Spreizfuß, Hohlfuß, Plattfuß, Senk-Spreizfuß, aber auch z. B. beim Hallux valgus beobachtet. Auch bei Verletzungen der Nerven, nach Muskelverletzungen/-lähmungen im Bereich des Unterschenkels und des Fußes können durch Muskelungleichgewicht Krallenzehen oder Hammerzehen entstehen. Auch durch Narbenzug z. B. im Gefolge einer Entzündung der Zehengelenke nach Verletzungen oder einem Morbus Sudeck können Zehenfehlstellungen entstehen.

Selten können Krallenzehen oder Hammerzehen auch angeboren sein.

Das Tragen von zu engen Schuhen (im Vorfußbereich), insbesondere in Kombination mit zu hohen Absätzen oder insgesamt zu kurzes Schuhwerk, können diese Zehendeformitäten, meist dann auch begleitet von generellen Fußfehlformen, verursachen bzw. begünstigen.

Typische Beschwerden von Hammerzehen und Krallenzehen, wie sind sie begründet?

Durch die in der Definition beschriebene Fehlstellung kommt es zu einer Beugestellung, die Zehe erscheint somit insgesamt verkürzt. Durch die entstehenden Gelenkveränderungen i. S. fixierter Beugung (lässt sich passiv nicht rückgängig machen) resultiert eine Fehlstellung der Köpfchen von Mittel- und Grundglied, schließlich auch der betroffenen Gelenke der Zehe.

Entscheidend für die spürbaren Beschwerden sind jedoch meistens Hornhautschwielen (Clavi), die durch den Druck im Schuh auf die sich vorwölbende Zehe entstehen.

Bei weiter zunehmender Fehlstellung, somit immer stärkerer Vorwölbung und Schwielenbildung, kommt später noch die degenerative Veränderung in den betroffenen Gelenken hinzu, die sich schließlich auch radiologisch i. S. von Arthrosen, Fehlstellungen (wie z. B. Subluxationen/Luxationen = Verschiebungen aus der Normallage heraus) nachweisen lassen.

Wie sind Hammerzehen und Krallenzehen zu behandeln?

Grundsätzlich ist hier ein konservativer Therapieversuch, insbesondere bei noch nicht bestehenden degenerativen Veränderungen im Röntgenbild, noch nicht allzu großen Kontrakturen und somit noch nicht allzu langer Bestehensdauer sinnvoll.

Insbesondere, falls die Kontrakturen noch passiv ausgleichbar, also nicht fixiert sind, lässt sich die ursächliche Deformität des gesamten Fußes z. B. durch Schuheinlagen beim Senk-Spreizfuß, durch Nachtschienen oder Zügelverbände beeinflussen. Auch kleinere Zehenkorrektur-Orthesen können, insbesondere falls die verschwielten Bereiche durch bequeme Schuhe mit weichem Oberleder oder offene Schuhe geschont werden, die Symptomatik deutlich verringern und den Fortschritt der Zehenfehlstellung verlangsamen. Auch vor Druck schützende Filzringe, Gummipolster können hier eine gewisse Hilfe bringen.

Zehengymnastik zum Erhalt der muskulären Balance, der Beweglichkeit der betroffenen Gelenke und somit Verhütung kontrakter Fehlstellung kann ebenfalls kurz- bis mittelfristig hilfreich sein.

Die Ausschneidung der Schwielen, auch die Verwendung von z. B. Salicylsäure-Pflastern analog der Warzenbehandlung ist ohne Beseitigung der Ursache, also der Zehenfehlstellung und der meist zugrunde liegenden Fußfehlform, zwecklos und kann ein Wiederentstehen nicht verhindern.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass, die Hammerzehen und Krallenzehen meist sekundäres Geschehen einer zunehmenden Fußfehlform sind, die konservative Therapie auf mittlere bis lange Sicht überfordert ist, somit eine operative Therapie erforderlich wird.

Operative Therapie

Operativ wird prinzipiell eine Korrektur der Fehlstellung, der Gelenkkontraktur und der resultierenden Sehnenverkürzung = Sehnenspannung durch Verkürzung der Knochenstrecke und somit Entfernung von meist Teilen des Grundglieds entgegen gewirkt. Zusätzlich zum knöchernen Eingriff werden auch an den Weichteilen, sprich den Sehnen, Korrekturen vorgenommen.

Mit Absicht soll auf die Vielzahl der unterschiedlichen operativen Verfahren, die insbesondere der erfahrene Operateur vor Ort nach klinischem und radiologischem Befund auswählen sollte, nicht eingegangen werden.

Wichtig ist nur zu wissen, dass eine Operation der meist sekundären Zehenfehlstellung allein bei meist ebenfalls vorliegenden und fortschreitenden Fußfehlformen wie z. B. dem Senk-Spreizfuß auch zu einer Therapie dieses primären Problems zwingt. Ansonsten könnte durch die fortschreitende primäre Fußfehlform erneute oder wiederkehrende Zehenfehlstellungen verursacht werden.

Video: Hammerzehe – Korrekturübungen

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