Haglund-Ferse – oberer Fersensporn

Bei der Haglundferse handelt es sich um eine Formabweichung hinten am Fersenbein. Oft ist der hintere obere Anteil deutlich verdickt. 1928 wurde das Krankheitsbild durch Haglund beschrieben. Die Haglund-Ferse muss von dem hinteren Fersensporn (Achillodynie) abgegrenzt werden. Die Haglund-Ferse kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor.

Ursachen der Haglund-Ferse

Außer einer angeborenen Formvariante des Fersenbeins mit Verdickung des hinteren Anteils des Fersenbeins können noch Überlastungen beim Sport oder auch falsches Schuhwerk vermehrte Beschwerden in diesem Bereich hervorrufen.

Durch Druck der Fersenkappe werden die Reizerscheinungen bei der Haglund-Ferse verstärkt, es kommt zu einer sogenannten Schuhgeschwulst. Zusätzlich bilden sich Hautschwielen, die den Druck auf die Haglund-Ferse verstärken. Oft wird die Haglund-Ferse beim Hohlfuß gefunden. Die Beschwerden bei Haglund-Ferse treten in der Hauptsache durch mechanischen Druck auf. Bei Naturvölkern, die kein Schuhwerk tragen, sind Beschwerden durch die Haglund-Ferse nicht bekannt.

Diagnose der Haglundferse

Häufig kommen die Patienten wegen starken Schmerzen sowie Schwellungen zum Arzt. Meist sind jüngere Frauen betroffen, oft auch Tänzerinnen mit Druckschmerzen bei längeren tänzerischen Veranstaltungen.

Klinische Untersuchung bei Haglund-Ferse

Der behandelnde Arzt wird zunächst eine sogenannte Anamnese (Krankheitsgeschichte) aufnehmen. Er wird die verschiedenen Ursachen mit Ihnen besprechen, ggf. sollten sie zur Erstuntersuchung das Schuhwerk, bei dem die Beschwerden besonders stark auftreten, mitbringen.

Die klinische Untersuchung zeigt oft eine deutliche Verdickung im Bereich des Fersenbeins im hinteren Bereich, unterhalb des Achillessehnenansatzes, mit Schwielenbildung im Bereich der Haut. Über dieser Stelle findet sich bei der Haglund-Exostose oft ein deutlicher Druckschmerz, ggf. sind auch noch Schleimbeutel entzündet.

Danach wird in der Regel eine Röntgenaufnahme des Fersenbeins in 2 Ebenen erfolgen. Hierbei sieht man die deutliche Vorwölbung des hinteren Fersenbeins, ggf. sind auch noch knöcherne Ausziehungen i. S. eines hinteren oder unteren Fersensporns zu erkennen sowie degenerative Veränderungen im Bereich des oberen und unteren Sprunggelenkes.

Therapie der Haglund-Ferse

Bei der konservativen Therapie der Haglund-Ferse werden zunächst Reizerscheinungen sowie Schmerzen durch Schonung und lokale Salbenverbände erreicht. Oft helfen auch kühlende Umschläge sowie Fußbäder.

Orthopädietechnische Versorgung bei Haglund-Ferse

Der Schuhmachermeister wird versuchen, den Druck auf die Ferse durch Aufdehnung am Schuhwerk zu lindern. Weichlagerungen können den Druck deutlich vermindern. Häufig helfen auch sogenannte Fersenpolster, die in fast jeden Schuh passen.

Physikalische Maßnahmen bei Haglund-Ferse

Um akute Schmerzen und Reizerscheinungen zu lindern, kommen oft schmerzlindernde Elektrotherapien zum Einsatz.

Bei akuten Beschwerden bei Haglund-Ferse hilft oft die Iontophorese, aber auch Laser und Hochvolt.

Bei eher chronischen Beschwerden kommen Ultraschall und Phonophoresen zum Einsatz.

Zu Hause können Fußbäder mit entsprechenden Zusätzen durchgeführt werden. Auch ein altes Hausmittel wie die Kochsalzumschläge bringen bei Reizerscheinungen eine deutliche Linderung. Hierbei sollte auf 1 Liter Wasser 1 Esslöffel     Kochsalz gegeben werden. Mit dieser Lösung werden mehrfach Umschläge im Schmerzbereich angelegt. Die führt zu einer schnellen Abschwellung und Kühlung.

Krankengymnastik bei Haglund-Ferse

In der Krankengymnastik werden bei der Haglund-Ferse entspannende sowie dehnende Übungen durchgeführt.

Bei Ursachen wie Hohlfuß und Senk-Spreizfuß können muskelkräftigende Übungen eingesetzt werden.

Röntgenreizbestrahlung und extrakorporelle Stoßwellentherapie werden bei der Haglund-Exostose nicht eingesetzt.

Operative Behandlung der Haglund-Ferse

Bei chronischem Verlauf und Versagen der konservativen Maßnahmen wird der vorstehende Knochen im Bereich des hinteren Fersenbeins operativ entfernt. Nach der Operation wird in der Regel ein Unterschenkelliegegips für ca. 3 Wochen angelegt, um den Druck von der Abmeißelungsstelle zu nehmen.

Vor einer Operation sollte mit dem Operateur über das Operationsverfahren, die Nachbehandlung sowie evtl. auftretende Komplikationen ausführlich gesprochen werden.

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