Haarausfall durch Stress

Beim Thema Haarausfall durch Stress muss man unterscheiden, wer gestresst ist und wodurch. Der Gesamtorganismus kann ebenso gestresst sein wie die Psyche des Betroffenen. Ob eine organische Ursache zu behandeln ist, eine psychische Ursache vorliegt oder es multifaktoriell bedingter Haarausfall ist, ist zu untersuchen.

Ob diese Untersuchung in ausreichendem Maß geschieht, ist verschieden. Haarausfall ist meist eine Domäne privater Initiativen und der Kosmetikindustrie. Nur in einigen Fällen wird sie zum Thema von Medizinern und medizinischer Behandlung.

Äußere und innere Stressoren

Haarausfall durch Stress kann durch äußere und innere Stressoren verursacht werden. Zu den äußeren kann ein stressiger Beruf mit ständigem Zeitdruck und einem lauten Umfeld gehören. Natürlich ist langfristig auch die Psyche beteiligt. Äußere und innere Stressfaktoren überschneiden sich daher oft. Zu den äußeren Stressfaktoren kann auch der Stress anderer gehören. Verzehren wir viel Fleisch aus industrieller Produktion, nehmen wir im Jahreslauf unbekannte Mengen von Pestiziden, Antibiotika und Stresshormonen auf.

Diese beeinflussen zahlreiche Vorgänge in unserem eigenen Körper. Zum Teil sind sie auch für Haarausfall verantwortlich. Hinzu addieren sich äußere Stressoren wie Angst um Arbeitsplätze, steigender Konkurrenz- und Leistungsdruck, Familienprobleme, finanzielle Belastungen, die jahrelange Pflege alter Menschen oder ständiger Zeit- und Erholungsmangel.

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Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol oder Noradrenalin wirken auf die Haare bzw. die Haut ein. Bei genügendem Stressabbau muss es nicht zu Haarausfall kommen. Der Körper kann beispielsweise mit der Bildung von Serotonin, dem so genannten Glückshormon, den Stress abbauen helfen. Leidet aber durch dauerhaft anhaltenden Stress die Gesundheit, wird Haarausfall durch Stress unvermeidlich.

Zugleich wird es vermutlich zu anderen Gesundheitsstörungen und Stresserkrankungen kommen. Zu den von außen kommenden Stressoren, die Haarausfall durch Stress begünstigen, gehören auch die chronischen Vergiftungen. Die meisten sind auf Zahnmetalle, andere durch Gifte im Teppich, Schwermetalle im Essen oder die ausgasenden Toxine in Pressholz zurückzuführen.

Die inneren Faktoren von Stress sind ebenso vielfältig. Nicht jeder kann gleichermaßen gut mit Stress umgehen. Zudem stressen auch die Hormone den Körper und die Psyche. Dies bemerken Frauen ganz besonders in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft oder bei Hormonstörungen. Jahrelange Fehlernährung führt auf Dauer zu einem gestressten, überlasteten und übersäuerten Organismus, dem es an wichtigen Nährstoffen fehlt. Wir bemerken einen gestressten Körper beispielsweise durch Gereiztheit, Schlafprobleme oder unerklärliche Muskelschmerzen.

Zusammenhang von Stress und Haarausfall

Haarausfall durch Stress führen wir oft auf andere Ursachen zurück. Im Grunde ist uns die Ursache egal. Wir möchten, dass die Haare wieder nachwachsen oder gar nicht erst ausfallen. Dass diffuser oder kreisrunder Haarausfall durch Stress verursacht werden können, weiß man aber seit langem. Verschiedene Untersuchungen haben dies bestätigt.

Interessant ist jedoch, dass man nicht genau ermitteln kann, wie Stress und Haarausfall zusammenhängen. Möglicherweise entsteht dadurch eine chronische Übersäuerung oder Entzündungsreaktion, die die Haarwurzeln angreift. Sicher ist, dass sich beim stressbedingten Haarausfall ebenso wie beim hormonell ausgelösten Haarverlust die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Der normale Wachstumszyklus wird gestoppt, die Haare fallen frühzeitig aus. Beim Haarausfall durch Stress ist der Prozess leichter umzukehren als beim hormonell bedingten Haarausfall.

Verbessert man seine Stressresistenz durch Entspannungstherapien oder kündigt den stressigen Job, wachsen die Haare meist nach. Einen zu geringen Serotoninspiegel kann man durch Tryptophangaben ausgleichen. In vieler Hinsicht sind die Haare eine Art Gesundheitsbarometer. Wir können an ihnen Vergiftungen oder Nährstoffmängel ablesen. Auch das Alter kann man ersehen.

Ultimativer Stress für den Organismus und die Psyche ist gegeben, wenn eine Krebserkrankung vorliegt. Zum einen raubt sie dem Organismus Vitalstoffe. Zum anderen zwingt sie ihn aber, durch die Chemotherapie große Mengen toxischer Medikamente zu verkraften. Zudem sorgt der psychische Stress für hohen Verbrauch lebenswichtiger Vitalstoffe. Dass diese enorme Stressbelastung sämtliche Haare ausfallen lässt, ist nachvollziehbar.

Es hängt von der Zahl der Behandlungen und Bestrahlungen ab, ob die Haare wieder nachwachsen oder nicht. Verbleiben die Gifte zu lange im Körper oder müssen wiederholt eingesetzt werden, um Rückfälle und Metastasen zu bekämpfen, bleiben die Haare dauerhaft fern. Als Regel gilt, dass gut genährte Haare fast immer nachwachsen.

Durchblutung der Kopfhaut

Dass auch die Durchblutung der Kopfhaut ein Kriterium für Haarausfall ist, ist eigentlich logisch. Schlecht durchblutete Kopfhaut kann beispielsweise vom Rauchen kommen. Aber auch Stresshormone, bestimmte Erkrankungen und chronischer Nährstoffmangel sowie verschiedene Medikamente wirken auf die Durchblutung ein. Interessant ist auch, dass ständige Anspannung sich bis auf die Kopfhaut fortsetzt.

Auch dies kann zu einer Minderdurchblutung der Kopfhaut führen. Denn: Mit dem Blutstrom werden auch die erforderlichen Nährstoffe an die Haarwurzeln gebracht. Bei stressbedingtem Haarverlust ist es wichtig, die Behandlung möglichst frühzeitig anzufangen. Je länger die Kopfhaut schlecht durchblutet ist oder ein schlechter Nährstand vorliegt, desto eher wachsen die Haare nicht nach.

Video: Haarausfall durch Stress – Erklärung

Haarausfall durch Stress
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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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