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Grüner Stuhlgang

Es ist kein Thema, über das man gerne spricht – der Stuhlgang. Doch die Verdauung ist maßgebend für einen gut funktionierenden Stoffwechsel. Zeigt sich eine grünliche Farbe, heißt es, aufmerksam zu sein. Hierbei geht es nicht um Nahrungsreste, wie z. B. nach dem Genuss von Spinat. Dies sind harmlose Verfärbungen und haben keine Auswirkung auf die Darmgesundheit.

Schon beim nächsten Toilettengang zeigt sich der Stuhl wieder normal. Doch eine Grünfärbung kann auch auf anderen Ursachen gründen, wie etwa eine Lebensmittelvergiftung, bei der sich allerdings auch die Konsistenz verändert. Dieser Ratgeber klärt darüber auf, wann der Gang zum Arzt die richtige Option ist und wann grüner Stuhl harmlos ist.

Warum der Stuhl sich grün verfärbt

Die klassische Farbe des Stuhls resultiert aus der Gallenflüssigkeit sowie aus dem Mikrobiom des Darms, was auf eine gesunde Verdauung hinweist. Mal ist die Konsistenz sehr fest, manchmal etwas weicher – je nach Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Zeigt sich der Stuhl jedoch von seiner grünen Seite, ist Vorsicht geboten, denn offensichtlich schafft es das Organ Galle nicht, dem regulären Verdauungsprozess gerecht zu werden.

Ein kleiner Exkurs in die menschliche Galle

Die Aufgabe der Galle ist die Fettverdauung. Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber produziert (sogenannte Lebergalle) und in der Gallenblase sozusagen zwischengelagert. Diese fasst jedoch nur rund 60 ml Flüssigkeit. Nur wenn die Gallenblase die entstandene Flüssigkeit eindickt, kann sie die für die Fettverdauung nötige Menge erhalten.

Die Schleimhautzellen sind in der Lage, Flüssigkeit zu entziehen, so dass ein reines Gallenkonzentrat entsteht. Auf diese Weise reduziert sich das Volumen der entstandenen Gallenflüssigkeit auf ein Zehntel. Normalerweise sorgen im Darm befindlichen Bakterien dafür, dass die den Darm passierenden Gallenfarbstoffe Bilirubin (gelb) und Biliverdin (grün) zu Stercobilin, Bilifuscin und Mesobilifuscin abgebaut werden, die für die charakteristische und bekannte Farbe des Stuhls verantwortlich sind.

Grüne Lebensmittel

Grüner Stuhlgang nach reichlichem Verzehr grüner Lebensmittel wie Spinat oder Salat ist nicht ungewöhnlich. Das darin enthaltene Chlorophyll (Blattgrün) bewirkt die Grünfärbung, die jedoch in diesem Fall harmlos ist. Gleiches gilt z. B. beim Verzehr von roter Bete, die für eine Rotfärbung verantwortlich sein kann.

Parasitäre Auslöser

Bei einem geschwächten Immunsystem oder bei mangelnder Hygiene können auch Parasiten den Darm befallen. Ein solcher Befall löst „Giardia“ aus, eine parasitäre Infektionskrankheit, die für einen grünen Stuhlgang verantwortlich sein kann. Die Parasiten (Giardien) setzen sich an der Darmwand fest und vermehren sich rasant. Dementsprechend beeinflussen sie auch die Verdauung. Weiterhin sind Durchfall, Blähungen, schlechte Gerüche sowie Schleim im Stuhl ein Hinweis auf „Giardia“.

Darminfektion

Die Symbiose Durchfall und grüner Stuhlgang gibt möglichweise einen Hinweis auf eine infektiöse Darmerkrankung. Verantwortlich können schädliche Darmbakterien wie z. B. Salmonellen sein, die mit verunreinigter Nahrung aufgenommen wurde, oder auch ein Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis).

Die Nahrung wird nicht hinreichend umgewandelt und auch die Entwässerung reicht bei weitem nicht aus, was sich ganz klassisch in flüssigem Stuhl (Durchfall) zeigt. Daher sollte beim Auftreten der Symptome in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Medikamente

Medikamente können ebenfalls eine vorübergehende grüne Verfärbung des Stuhls bewirken. Betroffen ist in aller Regel dann auch die Konsistenz. Die Manipulation ist z. B. bekannt von den Medikamenten IbuHexal, Pentasa sowie Oxycodon. Weitere Folgen sind Durchfall, Verstopfung und Magenbeschwerden.

Kindspech (grüner Stuhl bei Neugeborenen)

Der erste Stuhl eines Neugeborenen ist stets grünlich. Man bezeichnet ihn in der Medizin als Mekonium; der Volksmund sagt Kindspech dazu. Es handelt sich hierbei um postnatale Ausscheidungsprodukte und setzt sich aus eingedickter Galle, Fruchtwasserresten sowie Schleimhautpartikeln zusammen.

Nach der ersten Nahrungsaufnahme zeigt sich mit der grünlichen Ausscheidung die normal funktionierende Verdauung. Mit dem klassischen Stuhl ist diese Ausscheidung daher nicht zu vergleichen.

So bekommen Sie grünen Stuhl in den Griff

Grüner Stuhlgang ist nicht unbedingt ein behandlungsbedürftiges gesundheitliches Problem. Dann kann er vernachlässigt werden und beim nächsten Toilettengang ist vermutlich alles wieder normal. Zeigen sich jedoch weitere Symptome, besteht allerdings sehr wohl Handlungsbedarf. Einige Problematiken lassen sich zu Hause behandeln, andere hingegen bedürfen eines Facharztes. Lesen Sie zunächst, was Sie selbst tun können!

Lebensmittel

Chlorophyllhaltige Lebensmittel sind harmlos. Wen die grüne Stuhlfärbung stört, gart sie einfach länger. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass das Blattgrün blutreinigende Eigenschaften hat. Fleisch dagegen sollten Sie besser durchgaren, sofern Ihnen die Herkunft nicht bekannt ist. Geflügel hingegen sollte ausschließlich durchgegart verzehrt werden, sonst besteht Salmonellengefahr.

Darmbakterien

Sorgen Sie für ein gesundes Mikrobiom im Darm. So haben gesundheitsschädliche Darmbakterien, die verantwortlich sind für unverdaute Gallensekrete, keine Chance. Hilfreich sind Hausmittel wie Heil- und Kräutertees (speziell auf den Verdauungstrakt abgestimmt).

Bei Durchfall helfen „stopfende“ Lebensmittel wie Karotten, Bananen, geriebene Äpfel. Gleichen Sie auch den Mineralhaushalt aus. Auch Schüssler-Salze haben sich als hilfreich erwiesen. Frei verkäufliche Präparate aus der Apotheke bieten ebenfalls eine mögliche Lösung.

Es ist an der Zeit, den Arzt aufzusuchen, wenn …

… grüner Stuhlgang Beschwerden mit sich bringt. Diese können sich zeigen in Durchfall, Verstopfung, Schmerzen, Blähungen sowie Schleim im Stuhl. Sind Sie nicht sicher, beobachten Sie einige Tage das Stuhlverhalten. Zeigt sich nach einer Grünfärbung ein schwarzer Stuhlgang, kann dies ein Hinweis auf Magengeschwüre oder Tumore sein.

Zeigen sich Schleim oder Blut im Stuhl, sollten Sie sich ebenfalls in ärztliche Hände begeben. Ein andauernd flüssiger Stuhlgang kann ebenso gesundheitsgefährdend sein. Zögern Sie nicht, sich lieber zu früh als zu spät in Behandlung zu begeben.

Ein guter Rat zum Schluss

Grüner Stuhl deutet nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hin. Chlorophyll verursacht eine harmlose Verfärbung. Zeigen sich jedoch weitere Symptome, können sie jedoch sehr wohl ein Fingerzeig auf eine Erkrankung aufgrund von schädlichen Bakterien oder gar Parasiten sein.

Der Verdauungsvorgang ist ein bis ins Feinste abgestimmtes Räderwerk. Ein funktionierender Stoffwechsel schafft die Voraussetzung für ein gesundes Leben. Aus uns wird genau das, was wir uns angefüttert haben. Man ist, was man isst – so sagt der Volksmund. Das gilt auch für die Verdauung.

Zeigen sich Probleme, sollte die Verdauung beobachtet und dokumentiert werden. Manchmal sind einfache Hausmittel ausreichend, um der Problematik ein Ende zu setzen. Manchmal jedoch wächst sie über den vertretbaren Bereich hinaus – dann ist die Hilfe eines Fachmanns erforderlich. Erste Anlaufstelle ist in der Regel der Hausarzt, der bei Bedarf an einen Gastroenterologen überweist (Facharzt für den Magen-Darm-Trakt).

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