Ginseng (Panax Ginseng)

Für was ist Ginseng gut? Kann Ginseng schaden?

Im alten China war der Genuss der Ginseng-Wurzel dem Kaiserhaus Vorbehalten und dem Volk bei Todesstrafe verboten. Als sie im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht wurde, probierte sie Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV. am eigenen Leibe aus. Und noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sie um vieles wertvoller als Gold.

Die Wurzel mit der menschenähnlichen Form, die damals jahrzehnte­lang in den koreanischen Urwäldern heranreifen mußte, war ebenso unerschwinglich wie heißbegehrt. Stand sie doch in dem Ruf, Alter und Krankheit besiegen, das Leben verlängern, die Liebesfähigkeit erhalten und jünger und schöner machen zu können.

Erst in unserer Zeit wurde das Ansehen der Wunderwurzel durch einen Werberummel ohne Bei­spiel und durch die Überschwemmung des Marktes mit unechten Pro­dukten arg ramponiert. Und das zu einem Zeitpunkt, als die Wissen­schaftler hinter den mystischen Schleiern auf einen echten Kern gestoßen waren.

Vor allem scheint Ginseng den Gehirnstoffwechsel günstig zu beeinflussen und die allgemeine Widerstandskraft zu verbessern. Die Wurzel hilft gegen Nervenschwäche und bei großer körperlicher und geistiger Belastung. Neben einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit wurde eine Verkürzung der Reaktionszeit registriert. Die seelische Stimmungslage wurde in Versuchen mit dem Naturstoff ebenso gebessert wie die Schlaflosigkeit. Auch die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit nahm eindeutig zu.

In der ostasiatischen Volksmedizin gilt die »Wurzel des Himmels« als Allheilmittel. Ihre hohe Verehrung seit Jahrtausenden verdankt sie der Ähnlichkeit mit einem Menschenantlitz. Die Legende will wissen, daß sie den Menschen zur Erlösung von allem Leid vom allmächtigen Berggeist geschenkt worden sei. Holländische Weltreisende brachten die Ginseng-Wurzel 1610 erstmals nach Europa. Aber erst seit sie in großen Mengen angebaut wird, sind erschwingliche Präparate auf dem Markt.

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Ginseng ist eine mehrjährige Staude mit einer dicken, rübenförmigen Wurzel von gelblichweißer Farbe. Sie hat langstielige lanzettliche Blätter an einem rund einen halben Meter hohen Stengel und kleine, grünlichweiße, in Dolden stehende Blüten.

Das Sammeln der in den Bergwäldern Koreas und der Mandschurei wildwachsenden Wurzeln spielt heute kaum noch eine Rolle, obwohl Ginseng in dieser ursprünglichen Form eine noch bessere Wirksamkeit haben soll. Heute wird die Arzneipflanze in mehreren Ländern Asiens feldmäßig kultiviert. Es dauert fünf bis sieben Jahre, bis die Wurzel geerntet werden kann. Das wirkt sich auf den Preis aus und reizt zu Fälschungen.

Ginseng wird heute in erster Linie in der Altersmedizin angewendet. Nach überschwenglicher Begeisterung und kritischer Ablehnung hat der Naturstoff die Bewährungsprobe bestanden und wird zur Stabilisierung der Psyche und zur Hebung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt.

Bei der Selbstmedikation muß darauf geachtet werden, daß nur wenige standardisierte Präparate auf dem Markt sind; bei allen anderen schwankt der Wirkstoffgehalt stark. Gefährliche Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Originally posted 2017-10-24 10:06:57. Republished by Blog Post Promoter

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