Gen Diät Erfahrungen – Kosten der DNA Diät gerechtfertigt?

Gen Diät Erfahrungen - Was bringt der DNA Test?
Gen Diät Erfahrungen – Was bringt der DNA Test?

Abnehmen mit Hilfe einer DNA-Analyse?

Verrate mir einfach dein Genprofil und ich sage dir, wie dein Speiseplan aussehen muss damit die Pfunde purzeln: Es liegt voll im Trend sich von einem Mediziner anhand des eignen Erbguts einen maßgeschneiderten Diätplan zusammenstellen zu lassen. Doch, ist diese Methode tatsächlich sinnvoll? Durchaus können Sie schon einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Ära der Ernährung erhalten, denn einige Unternehmen, wie Kliniken verdienen bereits mit dieser neuen Methode so manchen Euro und das obwohl Experten gar nicht so erbaut sind von diesem neuen Trend.

So verspricht die DNAplus Methode in Freilassing bei München, dass mit Hilfe einer Analyse von insgesamt acht „Gewichtsgenen“ ein zweieinhalb Mal höherer Erfolg beim Abnehmen möglich ist, als ohne diese vorangegangene Analyse. Das Unternehmen GoGAP aus Köln hingegen verkauft ihre DNA-Analysen über zig Ärzte, Fitnessstudios, wie Apotheken deutschlandweit und teilt seine Kunden nach dem vorgenommenen Test in vier unterschiedliche Typen ein, da diese nach deren Vermutung angeblich anders mit aufgenommenen Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen umgehen.

Des Weiteren befasst sich auch die Firma Genetic Balance mit DNA-Analysen. Hier soll der Kunde mit Hilfe des Tests tief in die genetische Vergangenheit schauen und auf diese Weise für eine gesündere Zukunft sorgen können. Dies auf jeden Fall behauptet die Werbung. Wobei dieses Unternehmen damit argumentiert, dass die Menschen der heutigen Zeit entweder noch über den Stoffwechsel der Steinzeitmenschen verfügen oder aber bereits den Modernen der Ackerbauern besitzen, so dass sie unterschiedlich auf Fette, wie Kohlenhydrate reagieren.

Im Programm „Lifestyle“ untersucht Genetic Balance insgesamt fünf Gene. Diese Analyse soll vorhersehen können, ob der jeweilige Kunde besser mit einer fettarmen Ernährung abnehmen kann oder ob er sein Körpergewicht besser senken kann, wenn er auf Kohlenhydrate verzichtet. Genau, wie Food4Me prüft auch Genetic Balance das sogenannte FTO-Gen, sowie vier andere Gene.

Grundlage für die Gen Diät bildet eine herkömmliche DNA Analyse.
Grundlage für die Gen Diät bildet eine herkömmliche DNA Analyse.

Finden sich bereits Gen Diät Erfahrungen oder diverse Studien zu diesem Thema?

Während einige Menschen sich bis ins hohe Alter von fettreichen Speisen ernähren können und dennoch gesund bleiben, sterben andere trotz einer gesunden Ernährungsweise allzu oft einen frühen Herztods. Zudem gibt es Menschen, die täglich wahre Kalorienbomben zu sich nehmen und dennoch schlank durchs Leben gehen, während andere ein Stück Torte nur angucken müssen und schon zeigt die Waage ein Kilo Körpergewicht mehr an. Genau diesem Phänomen gehen gerade Experten der TU München, sowie das europäische Forschungsprojekt Food4Me auf dem Grund, indem sie eine Studie zu diesem Thema gestartet haben.

So vermuten die Wissenschaftler hier die Ursache für diese Phänomene im Erbgut des Menschen zu entdecken. Deren Meinung nach entscheide erst die Kombination aus Lebensstil und Veranlagung, ob ein Mensch gesund oder krank, schlank oder dick durchs Leben geht. Demnach wäre es möglich, dass eine maßgeschneiderte Grundlage in der Ernährung dem Menschen ein langes, wie gesundes Leben beschert.

Durchaus geht es aber nicht nur allein darum übergewichtigen Personen einen persönlichen Diätplan zu erstellen, sondern auch darum normalgewichtigen Menschen zu verdeutlichen, wie sie mit Hilfe der „richtigen“ Nahrungsmittel gesund bleiben und steinalt werden können. Dies hört sich natürlich sehr gut an, allerdings ist die Brücke zwischen Geschäftemacherei und wissenschaftlich gestützter Diät extrem schmal konzipiert.

Zweifellos ließe sich natürlich mit einer gesünderen Lebensweise natürlich so manche Erkrankung verhindern und so manches Leid ersparen. Bisher sind die gutgemeinten Ratschläge aber nicht gleich für jede Person geeignet. Warum kann die eine Tag ein, Tag aus fettiges Fleisch genießen und wird dennoch uralt, während die andere ihr Leben lang nur von Gemüse, wie Obst lebt und trotz Idealgewicht an einem Herzinfarkt stirbt? Warum ist jemand ohne Anstrengung gertenschlank, während ein anderer an sämtlichen Diätprogrammen scheitert?

Wie bereits erwähnt, glauben Experten die Antworten auf diese Fragen im Erbgut zu finden. So glauben die Wissenschaftler es liegt daran, wie die Veranlagung mit der Lebensweise kombiniert wird. Diese entscheide dann ob der Mensch gesund bleibt oder krank wird. In den letzten Jahrzehnten haben Experten zahlreiche Forschungsresultate gesammelt, um das überaus komplizierte Rätsel aus Nahrung, Stoffwechselprodukten, wie Genen zu entschlüsseln, welches vermutlich für das Wohlbefinden des Menschen verantwortlich ist. Mit dem Forschungsprojekt Food4Me wagen die Experten jetzt den ersten Versuch. Die Vision lautet: Verrate mir dein Genprofil und ich sage dir, welche Nahrungsmittel du zu dir nehmen darfst.

Wissenschaftler nennen dies in ihrer Fachsprache Nutrigenomik, zusammengesetzt aus nutrition für Nahrung, sowie aus Genomik. Kommerzielle Interessen treiben diesen aktuellen Trend stetig weiter an. So soll ein exakt maßgeschneiderter Ernährungsplan dem Menschen künftig ein gesünderes, wie längeres Leben bescheren. Wobei natürlich die Lebensmittelkonzerne ebenso ihren Profit genau im Auge behalten werden. Schließlich wird so mancher gerne bereit sein für dieses individuelle Diätprogramm einige Euros hinzulegen.

Insgesamt sind gleich 25 Partner an diesem EU-finanzierten Projekt beteiligt, auch die Industrie hat hier ihre Finger im Spiel. So stellt die Firma Philips den speziellen Sensor hier, der die Probanden zu mehr Bewegung animieren soll. Wobei die Freiwilligen aus sieben europäischen Ländern stammen. Eigentlich wollten sich hier acht EU-Länder beteiligen, allerdings schied Norwegen aus nachdem die dortige Ethikkommission sich gegen dieses Projekt aussprach. Durchaus zeigen die Gründe der Norweger, warum sie die Teilnahme zurückzogen, dass die DNA-Diät nicht ganz so unkompliziert ist, wie viele glauben. So begründeten die Norweger ihre Nicht-Teilnahme damit, dass hier nicht genau klar sei, ob die Teilnehmer auch tatsächlich ausreichend betreut werden.

Mittels Genprofil Diätplan erstellen

Dass, der Mensch mit Hilfe einer gesunden Lebensweise, die eine oder andere Erkrankung verhindern kann, ist natürlich nichts Neues. Neu hingegen ist, dass man mittels der DNA einen persönlichen Diätplan erstellen lassen kann. Damit auch die Experten herausfinden können, ob diese neue Methode wirklich funktioniert, lassen sich zurzeit rund 1200 Probanden aus Europa vermessen, wie befragen.

Die Teilnehmer geben hier Auskunft über ihr Körpergewicht und ihre Maße. Zudem müssen Sie eine Blutprobe abgeben und sind mit einem speziellen Sensor ausgestattet. Letzteres ist am Körper der Probanden fixiert und dokumentiert jede Bewegung der Träger ganz genau. Auf diese Weise will das europäische Forschungsprojekt Food4Me herausfinden, ob der Mensch zu einer gesünderen Lebensweise animiert werden kann, wenn man zeitgleich den persönlichen Stoffwechsel, sowie die genetische Veranlagung mit einbezieht.

Kritische Meinungen zur Gen Diät

Inzwischen finden sich Gentests auf dem Markt, aus denen individuelle Ernährungshinweise abgeleitet werden. Neben amerikanischen Firmen, wie Genelex und Sciona, finden sich heute ebenso Newcomer aus Deutschland auf diesem Markt. So verspricht das Hess Health Institut aus München aufgrund der Diagnostikresultate samt der Gen Daten, einen persönlichen Plan zur Ernährung aufstellen zu können.

Wohingegen die Ernährungsberatung Perfit aus Würzburg mit einem Ernährungskonzept wirbt, welches auf dem Wissen einer „gen-gerechten“ Ernährungsweise beruhe. Durchaus finden sich aber auch hier Kritiker die vor diesen verheißungsvollen Versprechungen warnen. Laut dieser Experten werden schließlich bisher nur ca. 20 Genvarianten analysiert. Dies seien zu wenige, um neue und fundierte Ernährungsratschläge abzugeben.

Aus diesem Grund, decken sich diese Gen-Diäten allzu häufig mit den „normalen“ Hinweisen für eine gesunde, wie ausgewogene Ernährung. Geflügel, Obst, Fisch, Gemüse, Pflanzenöle und Vollkornprodukte werden hier genauso angeraten. Wobei es ebenso heißt, Süßwaren, fette Speisen, wie Weißbrot zu meiden. Somit klingen diese Ratschläge keinesfalls nach einer Neuheit, wenn es um das Abnehmen geht. Setzt der Mensch, allerdings auf einen kommerziellen Gentest, um diese Ratschläge zu erhalten, wird diese Diät ein teures Vergnügen.

Motivieren mit Hilfe von Überwachungen

Fest steht, die Ernährungsratschläge an die Probanden sind doch unterschiedlich. So soll der, eine Teilnehmer mehr Paprika, sowie Möhren zu sich nehmen, damit sein Blut mehr Carotinoide erhält. Die andere Probandin wird hingegen dazu angehalten mehr Spinat, wie Brokkoli zu essen, weil diese laut des Gentests anfälliger für einen Folsäure-Mangel ist.

Laut der Wissenschaftler ist es aber allein mit einem persönlichen Diätplan aber auch hier nicht getan. Auch, wenn es sich hier im Grundsatz um Kalorien, Stoffwechsel und Gene dreht, spielt auch Sport hier eine bedeutende Rolle. Damit die Probanden sich mehr bewegen, wurden diese mit einem kleinen Sensor ausgestattet, den sie ständig am Körper mit sich tragen.

Sechs kleine Lämpchen zeigen hier an, wie viel die jeweilige Person täglich geradelt, geschwommen oder auch gelaufen ist. Diese Daten werden fortlaufend direkt nach München gesendet und dort ausgewertet. Wobei es das Ziel ist, das anfängliche Bewegungspensum stetig zu überbieten bzw. zu verbessern.

Fazit: Im Laufe der Untersuchungen zeigte sich vor allem eines, alle Studienteilnehmer lebten in dieser Zeit weitaus gesünder, als vor Studienbeginn. Dies hat aber etwas mit der ständigen Kontrolle zu tun, als mit den vorangegangenen Blut-, wie Gentests. Diese Erkenntnis lässt vermuten, dass man sich auch ruhig ungesund ernähren kann, so lange man sich nur ausreichend viel bewegt.

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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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