Druck im Ohr – Was tun bei gestörten Druckausgleich?

Beim Druck im Ohr spielt die Ohrentrompete eine bedeutende Rolle. So verbindet diese den Nasenrachenraum mit der Paukenhöhle. Demnach dient die Ohrentrompete hauptsächlich dazu, das Mittelohr zu belüften und auf diese Weise den Druck im Mittelohr an den Außendruck anzupassen.

Des Weiteren kann Sekret aus dem Mittelohr über die Ohrentrompete in den Rachen abfließen. Von der Paukenhöhle aus verläuft die röhrenförmige Verbindung schräg nach unten in den Nasenrachenraum. Somit wird das Abfließen erleichtert und gleichzeitig kommt es hier zu einem gewissen Schutz vor Keimen und demnach vor Infektionen.

Circa drei bis vier Zentimeter lang ist eine Ohrtrompete. Normalerweise sind die Wände außerdem zusammengefallen, so dass die Ohrtrompete der Länge nach verschlossen ist. Ungefähr zwei bis drei Millimeter misst hier der Durchmesser im geöffneten Zustand. Schluckt, gähnt oder kauen wir, öffnet sich diese Trompete kurz.

Auf diese Weise kommt dann Luft in die Ohrtrompete und bei ungleichen Druckverhältnissen sorgt diese für einen Druckausgleich. Unter Umständen kommt es manchmal zu einem ploppenden oder knackenden Geräusch, wenn sich die Ohrtrompete öffnet und damit den Druck ausgleicht. Einmal pro Minute öffnet sich die Ohrtrompete etwa allein durch das Schlucken.

Kommt es zu einer Änderung der Druckverhältnisse und demnach steigt der Außendruck im Verhältnis zum Mittelohr wölbt sich das Trommelfell durch den Unterdruck nach innen. Dies fühlt sich meist unangenehm an und kann sogar Schmerzen auslösen. Betroffene fühlen jetzt meist einen Druck im Ohr oder haben das Gefühl, dass Etwas im Ohr den Gehörgang verschließt.

Bei Druck im Ohr treten je nach Ursache unter Umständen außerdem noch weitere Symptome auf. Demnach können folgende Beschwerden zusätzlich belasten:

  • Gedämpftes bzw. dumpfes Hören
  • Das Gefühl das Etwas im Gehörgang steckt
  • Schwindel
  • Die eigene Stimme hört sich lauter oder hallend an
  • Missempfinden im Ohr
  • Ohrenschmerzen

In den meisten Fällen kommt es nur vorübergehend zu einem Druck im Ohr. Allerdings kann dieses Gefühl aber auch in Zusammenhang bestimmter Krankheiten auftreten, wie zum Beispiel bei:

  • Allergien
  • Erkältungen
  • Hörsturz
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung

Welche Ursachen finden sich noch für Druck im Ohr?

Auch ein Druck im Ohr kann verschiedene Ursachen haben. In der Regel kommt es zu diesem, weil die Ohrtrompete nicht korrekt belüftet wird bzw. der Druckausgleich zum Mittelohr gestört ist. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Belüftungsstörung, welche auch als Tubenventilationsstörung bezeichnet wird. Das kann, beispielsweise, der Fall sein, wenn die Ohrtrompete sich nicht mehr richtig öffnet, zugschwollen oder wenn diese blockiert ist.

Ist demnach ein Luftaustausch nicht mehr möglich, kann es im Ohr zu einem Unterdruck kommen, so dass sich das Trommelfell nach innen wölbt. Dies kann ein unangenehmes Gefühl auslösen und sogar für Schmerzen sorgen. Betroffene bemerken einen Druck im Ohr und haben mit einem Völlegefühl im Gehörgang zu kämpfen.

Ist die Ohrtrompete verschlossen, ist es außerdem möglich, dass sich im Mittelohr Sekret ansammelt, welches dann gegen das Trommelfell drückt. Dies wiederum kann ebenfalls für Druck im Ohr sorgen, sowie Ohrenschmerzen auslösen. Bleibt die Ansammlung der Flüssigkeit längere Zeit bestehen, kann es in diesem Fall zu einer Mittelohrentzündung kommen.

Folgende Faktoren können ebenfalls Druck im Ohr auslösen:

  • Höhenveränderung, wie es beim Bergsteigen, Tauchen oder Starten, wie Laden mit dem Flugzeug der Fall ist
  • Anatomische Begebenheiten, wie eine zu enge Ohrtrompete von Natur aus oder eine angeborene Nasenscheidenwandverkrümmung
  • Infektionen, wie Mittelohrentzündungen, Atemwegsinfekte oder Erkältungen
  • Allergien, wie Heuschnupfen
  • Ständig geöffnete Ohrtrompete, auch als Syndrom der klaffenden Tube bezeichnet
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • Kiefergelenksprobleme
  • Tumore
  • Hörsturz
  • Vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln
  • Zu viel Ohrenschmalz im Gehörgang
  • Muskelverspannungen im Gaumen- bzw. Kieferbereich

Wie kann die Ursache für Druck im Ohr gefunden werden?

In der Regel nimmt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt in diesem Fall verschiedene Untersuchungen vor. Mittels einer Ohrenspiegelung, auch Otoskopie genannt, kann dieser Mediziner, beispielsweise, feststellen, ob Veränderungen am Trommelfell vorhanden sind. Eventuell wird jetzt auch gleich noch, dass sogenannte Valsalva-Manöver durchgeführt. In diesem Fall muss der Patient mit geschlossenem Mund und zugehaltener Nase ausatmen. Dadurch erkennt der Arzt ob der Druckausgleich reibungslos funktioniert.

Des Weiteren gibt es noch die pneumatische Otoskopie. Hier kommt ein spezielles Otoskop zum Einsatz, welches den Gehörgang luftdicht verschließt. Über einen angeschlossenen Ballon bläst der Arzt dann Luft ins Ohr, welches anschließend wieder abgelassen wird. Auch hier beobachtet der Mediziner, wie das Trommelfell auf die Druckverhältnisse reagiert. Außerdem kann der HNO-Arzt ebenso eine Nasenspiegelung vornehmen und nachzusehen, ob eine Entzündung vorliegt und wie die Öffnung der Ohrtrompete ausschaut.

Mit der sogenannten Tympanometrie ist es zudem möglich den Druck im Mittelohr im Vergleich zum Außendruck zu messen. Ein Hörtest hingegen stellt fest, ob auch Hörprobleme vorliegen. Finden sich keinerlei Gründe für den Druck im Ohr, werden die Patienten meist an andere Spezialisten überwiesen. Schließlich kann Ohrendruck ebenso mit den Kiefergelenken oder der Kiefer-, wie Gaumenmuskulatur in Zusammenhang stehen.

Wie wird Druck im Ohr behandelt?

Ist eine Krankheit schuld am Druck im Ohr, gilt es diese natürlich zu behandeln. Oftmals kommen dann diverse Arzneien, wie Antiallergische Mittel, Antibiotika, abschwellende Nasensprays, sowie Glukokortikoide zum Einsatz. Findet der Mediziner hingegen zu viel Ohrenschmalz im Gehörgang wird dieser gleich entfernt, so dass das Problem recht schnell behoben ist.

Hat sich dagegen hinter dem Trommelfell Flüssigkeit gesammelt, raten Ärzte meist dazu über den Einsatz von Paukenröhrchen nachzudenken. Diese sorgen für eine Verbindung zwischen dem äußeren Gehörgang und dem Mittelohr, so dass die Flüssigkeit wieder ungehindert ablaufen kann und der Druckausgleich wieder problemlos funktioniert. Sind zu große Rachenmandeln oder aber eine Nasenscheidenwandverkrümmung schuld am ständigen Druckgefühl im Ohr lässt sich dies operativ wieder in Ordnung bringen.

Fazit: Druck im Ohr kann viele Ursachen haben und demnach finden sich fast genauso viele Behandlungsmethoden. Meist kommt es in Folge einer Erkrankung kurzzeitig zu einem Druckgefühl in den Ohren. Ist die Krankheit überwunden, verschwindet dieses Gefühl dann meist gleich mit. Lediglich, wenn der Druck im Ohr längere Zeit bestehen bleibt und/oder es kommen Schmerzen hinzu, gilt es einen HNO-Arzt aufzusuchen.

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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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