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Chlamydien Infektion – Ursachen und Symptome

Chlamydien Infektion - unser Ratgeber klärt die wichtigsten Fragen

Geschlechtskrankheiten sind immer ein ernstes und für die Betroffenen vor allem unangenehmes Thema. Dabei ist es wichtig, schnell zu handeln und die falsche Scham abzulegen. Chlamydien gehören zu den häufigsten Infektionen im Intimbereich und nach neusten Erkenntnissen sind in Deutschland etwa 100.000 Frauen infolgedessen unfruchtbar.

Das Gefährliche ist, dass sich Chlamydien nur selten bemerkbar machen und viele Frauen aber auch Männer unbemerkt mit der Infektion leben und diese auch noch weitergeben. Experten beschreiben Chlamydien daher als neuzeitliche Seuche.

Eine häufig unentdeckte Geschlechtskrankheit

Die Bakterienspezies Chlamydia trachomatis gehört zu den weltweit am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Jährlich erkranken, laut Studien des Robert Koch Instituts, 300.000 Frauen. Dabei dürfte die Dunkelziffer noch weit höher liegen, da eine Infektion mit Chlamydien nicht meldepflichtig ist und viele Betroffenen ihre Krankheit verschweigen. Hinzu kommen die Betroffenen, die eine Infektion selbst nicht feststellen und unbemerkt weitergeben.

Die fehlenden spürbaren Symptome erschweren Ärzten und Betroffenen den Kampf gegen die intime Krankheit. Das Tückische ist, dass Chlamydien bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen, wenn diese nicht rechtzeitig behandelt werden. Bei Männern sind die Auswirkungen nicht so verheerend und gleichzeitig sind die Symptome einfacher zu deuten: Häufig tritt eitriger Ausfluss aus der Eichel, wenn ein Chlamydienbefall vorliegt. Auch Brennen beim Wasserlassen kann ein Symptom sein.

Diagnose: Ca. 100.000 Frauen sind in Deutschland durch Chlamydien unfruchtbar

Die Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe geht davon aus, dass rund 100.000 Frauen in Deutschland durch Chlamydien unfruchtbar sind. Sieben renommierte Fachverbände und die DGGG fordern flächendeckende Tests, die junge Frauen und Mädchen bis 37 schützen sollen. Die meisten Krankenkassen übernehmen jetzt schon einen Test auf sexuell übertragbare Krankheiten bis zum 25. Lebensjahr.

Allerdings nehmen nur wenige Patienten diese Möglichkeit wahr, vor allem auch, weil die Symptome kaum zu deuten sind oder gar nicht auftreten. Ein weiterer Punkt ist, dass die meisten jungen Menschen generell uninformiert über Chlamydien sind und eine potenzielle Infektion nicht ernst nehmen. Somit wird selten nach dem Test gefragt, so die DGGG.

Ein einfacher Urintest gibt Gewissheit

Das Wichtigste ist, dass eine Infektion früh erkannt wird. Nicht jede Frau wird automatisch unfruchtbar, wenn sie sich mit Chlamydien infiziert. Das Immunsystem schafft es in vielen Fällen auch von selbst mit dem Erreger fertig zu werden, ohne dass Langzeitschäden bei den Frauen auftreten würden. Dies bestätigt auch Dr. Gisela Gille, die DGGG-Mitglied ist und Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung.

Glücklicherweise ist es möglich, eine Infektion durch einen einfachen Urintest festzustellen. Dies ist ein einfacher Weg, der auch jungen Frauen in der Regel keine Angst bereitet. Wenn der Erreger früh genug erkannt wird, kann eine ambulante Antibiotika-Therapie begonnen werden. In solchen Fällen bleibt eine Infektion in der Regel folgenlos.

Junge Frauen sind eine Risikogruppe

Junge Mädchen, die in der Regel häufiger wechselnde Sexualpartner haben und somit zu einer Risikogruppe gehören, sind leider anatomisch anfälliger für eine Infektion. Der Muttermund ist bei jungen Frauen leicht infizierbar. Dies ist der Ort, an dem die Erstinfektion stattfindet. Laut Studien ist jede zehnte Siebzehnjährige mit Chlamydien infiziert.

Der Eileiter verklebt und vernarbt

Wenn eine Frau mit Chlamydien infiziert wurde, steigt die Infektion von dem Gebärmutterhals in die Gebärmutter und die Eileiter auf. In schweren Einzelfällen steigt die Infektion in den Bauchraum der Betroffenen auf. Infolgedessen verkleben die Eileiter und können sogar vernarben. Dadurch können die Frauen unfruchtbar werden. Auch das Risiko für Eileiterschwangerschaften steigt durch eine Infektion.

Lesetipp: Sehnenscheidenentzündung – Behandlung und Dauer

Schutz ist alles

Am effektivsten und wichtigsten ist immer noch der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Insbesondere bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern ist es wichtig, sich mit einem Kondom zu schützen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich zu Beginn einer festen Beziehung gemeinsam testen, um ohne ein schlechtes Gefühl Geschlechtsverkehr auch ohne Kondom sondern mit der Pille oder anderen Verhütungsmitteln haben zu können.

Chlamydien Infektion – Ursachen und Symptome
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  1. onDoc

    Erithromycin wird aufgrund seiner antibiotischen Wirkung zur Therapie einer Chlamydieninfektion eingesetzt. Eine Chlamydieninfektion steht für die weltweit häufigste sexuell übertragene Krankheit und wird durch die Bakterienspezies Chlamydia hervorgerufen. In Deutschland wird gerade bei Schwangeren anlässlich der einwandfrei dokumentierten guten Verträglichkeit und Wirksamkeit auf eine mindestens 7-Tage anhaltende Behandlung mit Erithromycin gesetzt.
    Die Hauptkomponente von Erithromycin ist das Erithromycin A. Das Erithromycin B ist mit einem Anteil von 5% enthalten. Nur in geringen Mengen kommt auch Erithromycin C vor. Pharmakologisch ist der Stoff den Makrolidantibiotika zuzuordnen, chemisch zählt es dagegen zu den Glykosiden.

    Wirkungsweise von Erithromycin
    Erithromycin führt zu einer Abtötung der Chlamydien, indem es die Proteinsynthese der Bakterien hemmt. Weil es sich hierbei um ein gut gewebegängiges Medikament handelt, kann sich dessen Wirkung innerhalb der Zellen relativ schnell entfalten. Wird die Chlamydieninfektion rechtzeitig erkannt und mit Erithromycin behandelt, ist die Prognose erfolgversprechend. Zumeist heilt die Infektion dann ohne bleibende Schäden. Lediglich wenn die Chlamydieninfektion zu spät behandelt wird oder gar unbehandelt bleibt, sind Folgeschäden bis hin zur Unfruchtbarkeit nicht ausgeschlossen. Leider kann die Substanz eine schnelle Resistenzentwicklung herbeiführen. Einige Keime könnten demzufolge nach Anbehandlung nicht mehr auf dessen Einnahme reagieren. Sofern dem so ist, bleibt nur ein Wechsel des Medikaments.

    Nebenwirkungen von Erithromycin
    Obwohl das Medikament gut verträglich ist, können bestimmte Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden. So kann es gelegentlich zu allergischen Reaktion mit Hautausschlag und Hautrötung, Anstieg der Leberwerte, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Erbrechen, Brechreiz und Übelkeit kommen. In seltenen Fällen treten auch Bauchkrämpfe, Fieber, Juckreiz, Erbrechen, Gallenstau mit Brechreiz, Gelbsucht, Arzneimittelfieber und Gelenkschwellungen auf.

    Erithromycin sollte nicht mit Tetrazyklinen oder den Wirkstoffen Colistin, Streptomycin, Lincomycin, Clindamycin oder Chloramphenicol kombiniert werden, da sich die Wirkungen der Wirkstoffe gegenseitig aufheben können. Werden gleichzeitig auch Mittel gegen erektile Dysfunktion wie Vardenafil, Tadalafil und Sildenafil eingenommen, können deren Konzentration im Blut ansteigen, wodurch das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen steigt. Gleiches gilt für Valproinsäure, Phenytoin, Clozapin, Carbamazepin und Theophylin. Auch die Wirkung von Pillen zur Empfangsverhütung kann durch Einnahme des Medikaments herabgesetzt werden. Dagegen kann es die Wirkung von Mitteln gegen Bluthochdruck (Calciumkanalblocker) lebensbedrohlich stark erhöhen.

  2. onDoc

    Azithromycin gehört zur Gruppe der Makrolid-Antibiotika und wird bei verschiedenen Infektionskrankheiten eingesetzt. Dazu gehören Infekte der Atemwege wie Lungenentzündung, Mandelentzündung und Nasennebenhöhlenentzündung, aber auch Haut- und Wundinfektionen und sexuell übertragbare Erkrankungen. Als eines der am häufigsten verschriebenen Antibiotika bei Geschlechtskrankheiten, wird Azithromycin meist zur Behandlung von Chlamydieninfektionen verwendet.

    Wirkungsweise von Azithromycin
    Wie jedes andere Antibiotikum verhindert Azithromycin das Wachstum von Bakterien. Die Infektion kann sich dadurch nicht weiter ausbreiten und das körpereigene Immunsystem wird in die Lage versetzt, bereits vorhandene Bakterien wirkungsvoll zu bekämpfen. Auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem unterstützt das Medikament den natürlichen Heilungsprozess des Körpers. Im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln der Makrolid-Antibiotika bewirkt Azithromycin eine erhöhte Anreicherung des Wirkstoffs im Körper und muss daher in der Regel nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Bei einer Infektion mit Chlamydien sollte beachtet werden, dass auch nach der Einnahme des Antibiotikums noch für ca. 7 Tage das Risiko der Ansteckung besteht. Daher sollte in diesem Zeitraum unbedingt ein Kondom verwendet werden, um eine Verteilung der restlichen Bakterien zu verhindern.

    Nebenwirkungen von Azithromycin
    Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Azithromycin sind Störungen des Magen-Darm-Traktes. Dazu gehören Durchfall und Übelkeit mit Erbrechen. Auch Kopfschmerzen und Schwindel können vereinzelt auftreten. Weniger häufig sind Hautausschläge, Schwellungen der Zunge oder des Gesichtes, Halluzinationen und Atembeschwerden. In seltenen Fällen kann es auch zu Schmerzen in der Brust oder beim Wasserlassen kommen. Hier sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, um zu klären, ob die weitere Einnahme sinnvoll ist.
    Bei einer Überempfindlichkeit gegen Makrolid-Antibiotika sollte der Wirkstoff nicht angewendet werden. Auch Nieren- und Leberfunktionsstörungen gelten als Ausschlusskriterien für die Gabe von Azithromycin. Da es bis heute noch keine gesicherten Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen für Schwangere gibt, sollte Azithromycin auch in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden.

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