Cannabis-Legalisierung in Planung: Risiken und Potenziale des Cannabis-Konsums für die Gesundheit

Der Konsum von Cannabis (Hanf) soll demnächst legalisiert werden. Die Parteien der Ampel haben dies mit dem Wortlaut einer “kontrollierte(n) Abgabe von Cannabis an Erwachsene” in den Koalitionsvertrag geschrieben. Dabei geht es um eine verbesserte Prävention, um Verbraucherschutz, um eine Entstigmatisierung der Konsumenten sowie um eine Steigerung des Steueraufkommens.

Uneinigkeit über die gesundheitlichen Folgen

Zwar waren die verantwortlichen Gremien im Bundesgesundheitsministerium in der letzten Zeit mit der Pandemie beschäftigt, doch es ist anzunehmen, dass der Weg zur Legalisierung von Cannabis nur noch eine Frage der Zeit ist und unter der jetzigen Regierung vollzogen werden wird.

Über die Folgen, die Cannabis für die menschliche Gesundheit hat, sind sich die Fachleute allerdings nicht einig! Experten sehen Chancen und Risiken, die mit einer Freigabe von THC-haltigen Cannabissorten wie Zamnesia Mango Kush, Banana oder Runtz für den Freizeitgebrauch verbunden sind.

Wie wirkt Cannabis auf den menschlichen Organismus?

Um die Wirkungsweise von Cannabis besser zu verstehen, muss näher auf die chemische Signalübertragung innerhalb des Zentralen Nervensystems eingegangen werden. Dabei spielt das körpereigene Endocannabinoid-System (ECS) eine entscheidende Rolle. Es wurde erst Anfang der 1990er-Jahren entdeckt und übernimmt wichtige Aufgaben des Nervensystems.

Das Endocannabinoid-System

Das ECS bezeichnet ein Signalsystem, welches über den gesamten Organismus verteilt ist. Es wurden sogenannte Rezeptoren erkannt, die als Schaltstellen an den Nervenzellen für die Weitergabe von Impulsen dienen. Den Transport der Informationen gewährleisten Neurotransmitter, die in der Fachsprache als Endocannabinoide bezeichnet werden.

Es wird nun davon ausgegangen, dass die Wirkstoffe des Hanfs in ihrer Eigenschaft als Phytocannabinoide die Funktion der Endocannabinoide übernehmen und mit den Rezeptoren des ECS kommunizieren können. Als Resultat würden negative Empfindungen wie Schmerzen blockiert und positive Gefühle wie Freude aktiviert werden.

Cannabis und die Forschung

Die wissenschaftliche Forschung, welche sich mit Cannabis befasst, ist eine relativ junge Disziplin. Wurde sie doch durch das noch geltende Verbot erheblich in ihrer Entfaltung gehindert. Es wird gefordert, dass eine eventuelle Liberalisierung im Umgang mit Cannabis mit einer Ausweitung des Forschungssektors einhergeht.

Nach heutigem Wissensstand sind nur einige Gefahrenherde im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis bekannt. Die Prozentzahlen der betroffenen Konsumenten, welche unter dem Konsum von Cannabis leiden, überschreitet in den seltensten Fällen die Marke von 5 %. Besonders gefährdet sind Jugendliche, deren Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist.

Organische Folgen sind nicht zu erwarten

Ein direkter schädlicher Einfluss auf die Organe von Erwachsenen konnte bisher nicht festgestellt werden. Die Folgen des Cannabiskonsums können zwar Reaktionen wie Hustenreiz, beschleunigten Puls oder verstärkte Schleimbildung auslösen. Langfristige, bleibende Schäden seien jedoch nicht zu erwarten.

Krebserkrankungen im Kopf, dem Halsbereich oder der Lunge seien nur dann gegeben, wenn Cannabis in Verbindung mit Tabak oder Alkohol konsumiert wird. Explizit gewarnt wird davor, Cannabis im jugendlichen Alter oder in der Schwangerschaft zu verwenden.

Psychische Folgen sind möglich

Der Konsum von Cannabis kann von einem erhöhten Risiko für Depressionen oder Angststörungen begleitet werden. Dabei wird der eigentliche Gebrauch nicht als Auslöser gesehen, sondern es wird von einer genetischen oder krankhaften Vorbelastung ausgegangen. Cannabis kann eine entspannende und angstlösende Wirkung haben. Ist diese verpufft, treten die eigentlichen Probleme wieder in den Vordergrund, wodurch sich der Konsum langsam steigert.

Dies gilt auch für Psychosen, von denen rund 2 % der Bevölkerung betroffen ist. Schon ein gelegentlicher Konsum könne die Gefahr des Eintretens einer Psychose um das 1,5-fache erhöhen. Der Zustand klinge aber mit dem Nachlassen des Rausches schnell wieder ab und werde nicht chronisch. Wer eine biologische Veranlagung für psychotische Erkrankungen hat, sollte allerdings Abstand nehmen.

Cannabis als Rauschmittel unbedenklich?

Resümierend wird festgestellt, dass der Gebrauch von Cannabis eher milde Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Gesundheit mit sich zu bringen scheint. Alkohol und Tabak seien weitaus gefährlicher. Es ist wohl entscheidend, wie das eigene Konsumverhalten ausgeprägt ist. Dabei gilt der Grundsatz, “je später, desto besser”.

Erwachsenen wird ans Herz gelegt, nicht allzu häufig zu dem Genussmittel zu greifen. Wenn es gelingt, mit der Legalisierung die Menschen in ihrem Freizeitverhalten zum Gelegenheitskonsum zu animieren und exzessiven Konsum zu verhindern, sollen gesundheitsschädliche Gefahren in den Hintergrund treten.

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