Blutdruck normal bei welchen Werten?

Der Blutdruck

Etwa 60 bis 80 Mal zieht sich unser Herz pro Minute zusammen, um sich danach wieder auszudehnen, wobei Blut in die Adern und feinen Blutgefäße gepumpt wird. Die Gefäße setzen dem Blut Widerstand entgegen, sodass es nur mit Druck durch das Herz fließen und in den gesamten Körper gepumpt werden kann.

Dieser Blutdruck ändert sich im Laufe eines Tages mehrfach und hängt von diversen Faktoren ab: Ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung, Ruhe oder Schlaf lassen Blutdruck sinken, Stress, Schlafmangel, Medikamente, Hormonstörungen, geistige oder körperliche Anstrengung lassen Blutdruck ansteigen. Männer sind in allen Altersklassen wesentlich häufiger von erhöhtem Blutdruck betroffen, als Frauen.

Bei Frauen tritt hoher Blutdruck meist erst nach der Menopause auf, oft auch während der Schwangerschaft auf, normalisiert sich nach der Entbindung jedoch meist von selbst. Orale Kontrazeptiva wie die Pille steigern messbar den Blutdruck, während Hormonersatztherapie nur selten einen Anstieg bewirkt. Fortschreitendes Lebensalter begünstigt ebenfalls hohen Blutdruck; derzeit führt Deutschland bezüglich Schlaganfälle die europäische Spitze an und liegt mit Bluthochdruck (Hypertonie) weltweit auf dem ersten Platz.

Mittlerweile sind immerhin etwa 30% aller Deutschen von dieser Volkskrankheit betroffen, bei Senioren liegt der Anteil sogar weit über 40%. Durchblutungsstörungen, Herzprobleme, Schlaganfälle, Gefäßerkrankungen, Nierenversagung, Demenz sowie Blindheit können die Folge von hohem Blutdruck sein. Fatal ist, dass die meisten Personen den hohen Blutdruck nicht spüren und erst durch die Resultate eines Gesundheitschecks überrascht werden.

Von krankhaft hohem Blutdruck (Hypertonie) spricht man jedoch erst, wenn die Werte 140/90 mmHG ständig, auch im Ruhezustand, übersteigen. Eine einzige Messung berechtigt jedoch nicht zwangsweise zu einer Diagnose mit dem Resultat “Bluthochdruck”. Mehrfachmessungen und Kontrollen sind nötig. Auch während Operationen oder auf Intensivstationen muss der Blutdruck permanent überwacht werden. Als besonders häufige Risikofaktoren sind kardiovaskuläre Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Gefäßablagerungen, Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Diabetes, Mangel an Bewegung, zu viel Salz und Kaffee anzuführen.

Internationale Mediziner raten bei erhöhtem Blutdruck zu regelmäßiger Gymnastik, u.a. in Herzsportgruppen oder Diabetesgruppen, Stretching und aeroben Bewegungsarten wie Walking, joggen, schwimmen oder Rad fahren. Patienten unterschätzen bei hohem Blutdruck oftmals den Ernährungsfaktor: Fachleute weisen darauf hin, dass bereits 1,5 Gramm Salz täglich ausreichend sind; mehr als sechs Gramm pro Tag gelten als gesundheitsschädlich.

Eine erfolgreiche Therapie zum Absenken des Blutdrucks schließt daher außer ärztlicher und medikamentöser Behandlung auch die vorgenannten Maßnahmen ein, um Gesundheitsschäden zumindest zu minimisieren. Forscher sind sogar der Meinung, dass sich etwa 80% der Blutdruckprobleme durch eine gesündere Lebensweise vermeiden ließen.

Zusammengefasst: Als Blutdruck wird der Druck in den Blutgefäßen bezeichnet, die zwischen den Wänden von Venen, Arterien, Kapillaren und dem Blut ausgeübte Kraft. Vom Gesetzgeber wurde hier die Maßeinheit mmHG (Millimeter Quecksilbersäule) bestimmt, wobei der Druck der Herzschlagader als arterieller Druck, der Maximalwert (Herzauswurfleistung) als systolischer Druck und der Minimalwert (Herzfüllphase) als diastolischer Druck bezeichnet wird.

Blutdruck Normalwerte

Messen lässt sich dieser Blutdruck mittels eines Blutdruckmessgerätes am besten am Oberarm (Brachialarterie) wobei die idealen Blutdruck Normalwerte bei 120/80 für Frauen bzw. 110/70 für Männer liegen. Blutdruck sollte in Ruhe immer am selben Arm auf Herzhöhe gemessen werden, sitzend oder liegend.

Zum Check der Blutdruck Normalwerte wird normalerweise eine aufblasbare Gummimanschette verwendet, die am Oberarm direkt über der Ellenbeuge befestigt und aufgepumpt wird. Per Stethoskop wird in der Ellenbeuge das Strömungsgeräusch abgehört: Der erste Ton ist der systolische Wert (Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens), das letzte Geräusch der diastolische Wert (Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens), welcher Aufschluss über die Gefäßelastizität gibt.

Es sollten mindestens zwei Messungen der Blutdruck Normalwerte über vier Wochen erfolgen. Als kritischer Grenzbereich der Blutdruck Normalwerte gelten die Werte 140/90 mmHG, hier sollte unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Gelegentlich im Grenzbereich liegende Blutdruck Normalwerte sind akzeptabel, ansonsten wird eine Behandlung mit zumindest monatlichen Kontrollmessungen der Blutdruck Normalwerte erforderlich.

Nervosität oder körperliche Anstrengung lassen Blutdruck Normalwerte kurzfristig steigen, auch nach dem Rauchen steigen Blutdruck Normalwerte um bis zu 30 mmHg, sodass nachgemessen bzw. kontrolliert werden sollte; zudem sind Messfehler möglich. Achten Sie auf eine fünfminütige Ruhepause, locker sitzende Kleidung und Verzicht auf Tabletteneinnahme vor dem Check der Blutdruck Normalwerte.

Zu Hause können Handgelenk-Blutdruckmessgeräte eingesetzt werden. Idealerweise wird eine 24-Stunden-Messung mittels eines tragbaren Messgerätes vorgenommen.

Blutdruck Normalwerte (WHO und Deutsche Hochdruckliga) für Erwachsene über 18 Jahre:

Blutdruckwerte systolisch mmHg diastolisch mmHg

Normale Blutdruckwerte Tabelle

In dieser Tabelle finden Sie eine klassifizierung von unterschiedlichen Blutdruckwerte für Erwachsene über 18 Jahre

Idealunter 120 unter 80
Normalwerte120-129 80-84
noch akzeptable Werte130-139 85-89
Grad 1: leicht erhöht140-159 90-99
Grad 2: mittelschwer160-179 100-109
Grad 3: schwerüber 180 über 110
Isolierte systolische Hypertonieüber 140 unter 90
Blutdruckkrise*über 230/130

*Als Blutdruckkrise oder hypertensive Entgleisung wird ein lebensbedrohliches, sprunghaftes Ansteigen des normalen Blutdrucks auf über 230/130 mmHg bezeichnet.

Herzkreislauf Erkrankungen vorbeugen
Herzkreislauf Erkrankungen vorbeugen – Blutdruck als normal überprüfen lassen.

Bewertung der Blutdruck MesswerteEine einmalige Messung reicht für die Diagnose von Hypertonie nicht aus. Sollten bei einer Messung nicht die Blutdruck Normalwerte erreicht werden, muss das nicht unbedingt Besorgnis auslösen. Bei Verdacht auf Hypertonie oder anderen Beschwerden, die mit dem Blutdruck zusammenhängen, nimmt der Arzt eine Langzeitmessung vor, wobei die Blutdruckwerte unter verschiedenen Belastungssituationen und zu verschiedenen Zeiten am Tag gemessen werden.

Heute kann man mit einem einfachen, preiswerten Blutdruckmessgerät auch selbst seine Werte ermitteln und bei Abweichungen zu den Normalwerten den Arzt aufsuchen.

Gesundheitsbewusste Menschen kontrollieren den Blutdruck regelmäßig und führen einen Gesundheitspass, der Blutdrucktabellen enthält. Die Werte lassen sich mit modernen Programmen grafisch darstellen und zur Langzeitkontrolle abspeichern. Beim Ausbruch von Krankheiten kann der Arzt die Blutdruckwerte früherer Jahre mit dem gegenwärtigen Zustand abgleichen.

Veränderung der Blutdruckwerte unter Belastung

Unter körperlicher Belastung nimmt das Herzminutenvolumen zu, die Peripherie wird stärker durchblutet, der Gefäßwiderstand sinkt. Das hat zur Folge, dass der systolische arterielle Druck stärker als der diastolische Druck steigt. Auch Stress kann den systolischen Wert steigen lassen, ebenso Arteriosklerose, weshalb Hypertonie ein ernstzunehmender Vorbote von Ablagerungen in den Gefäßen sein kann.

Sollte ein Mensch über viele Jahre einen Blutdruckpass geführt haben, wäre eine Veränderung in dieser Hinsicht sehr gut feststellbar. Prinzipiell schwankt der arterielle Druck im Tagesverlauf je nach Aktivität, weshalb bei genaueren Messungen der Patient vorher etwas liegen sollte. Das hängt auch damit zusammen, dass im Stehen oder Sitzen das Blut anders durch den Körper gepumpt wird als im Liegen.

Blutdruckwerte verbessern

Wenig Fett, maximal 300ml Wein oder 500ml Bier pro Tag. Mediterrane Kost (wenig Zucker, Fett, wenig Fleisch, viel Obst, Gemüse, Fisch und ungesättigte Fettsäuren, wie u.a. Omega 3) werden als wertvollste Ernährung angesehen, die dazu in der Lage ist, Blutdruck Normalwerte zu erreichen.

Hinzu kommen sollte ein Ausdauertraining von mindestens 20 Minuten dreimal wöchentlich, denn bereits ein Senken des Körpergewichts um ein Kilogramm bewirkt eine Blutdrucksenkung um etwa 2 mmHG, sodass ein Body Mass Index unter 25 als erstrebenswert angesehen wird.

Blutdruck normal bei welchen Werten?
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Autor: Robert Milan

Der Autor ist seit dem Jahr 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.

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1 thought on “Blutdruck normal bei welchen Werten?”

  1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der täglichen Praxis häufig vorkommende Beschwerdebilder. Sie bedürfen einer sorgfältigen Diagnostik, zumal mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer risikoreiche Akutsituationen verbunden sein können, wie z. B. akute Herzrhythmusstörungen oder sogar ein Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund eines Bluthochdruckes. Bluthochdruck kann auch Symptom einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung sein, wie eine Nierenerkrankung oder eine Hormonstörung (z.B. Schilddrüse)

    Sind weder organische Ursachen oder Grundkrankheiten vorhanden, so spricht man von einer „funktionellen“ Störung des Kreislaufs, bei der nicht selten auch psychische Faktoren eine Rolle spielen.

    Unter Bluthochdruck versteht man einen dauernd erhöhten Blutdruck von systolisch mehr als 160 mmHg (oberer Wert) und diastolisch mehr als 90 mmHg (unterer Wert). Dabei handelt es sich bei diesen Normwerten um Richtlinien, so steigt der Blutdruck im Alter beispielsweise auch beim Gesunden an. Um schnell den eigenen Blutdruck messen zu können, empfehle ich Ihnen, vorallem im höheren Alter, ein Blutdruckmessgerät anzuschaffen.

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